Spritzbeton: Am Wochenende wurde im Engelbergtunnel mit schwerem Gerät gearbeitet. Foto: Simon Granville

Spritzbeton, Lüftungstest und vieles mehr: Die Reparaturarbeiten am Engelbergtunnel bei Leonberg laufen. Von ihrer Dauer hängt auch ab, wann eine Spur wieder befahrbar ist.

Die Reparaturarbeiten am Engelbergtunnel bei Leonberg schreiten voran. Bei einem schweren Lkw-Brand am 3. März war die Weströhre des Bauwerks massiv in Mitleidenschaft gezogen worden. Seitdem ist die A 81 in Richtung Dreieck Leonberg gesperrt. Die Oströhre des Engelbergtunnels, durch die der Verkehr während der seit Jahren andauernden Sanierung auf zwei Spuren in Richtung Heilbronn fließt, hat bei dem Feuer glücklicherweise nichts abbekommen.

 

Mit den Betonarbeiten wurden die Spezialisten am Wochenende nicht ganz fertig

Am Wochenende haben Spezialisten mit Spritzbeton die Innenwände der Weströhre neu ausgekleidet. Allerdings wurden sie in der vorgesehenen Zeit nicht ganz fertig, weshalb es in der Woche weiterging.

Entsprechend kann man bei der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest auch noch keinen exakten Termin für die angekündigte Öffnung eines Fahrstreifens in Richtung Dreieck Leonberg geben. Laut Wolfgang Grandjean, Leiter Unternehmenskommunikation der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest, soll es am Donnerstag, Freitag oder Samstag so weit sein.

In der Woche müssen unter anderem noch die Funktionen der Lüftung getestet werden. Bei dem Feuer, bei dem zwei Personen schwere Rauchgasvergiftungen erlitten, waren nicht nur die Tunnelwände als solche beschädigt worden. Auch Leitungen von Brandmeldeanlage und Tunneltechnik verschmorten auf einer Länge von mehreren hundert Metern. Die Beschaffung von Ersatz dauerte einige Zeit, da es sich um Spezialkabel handelt. Zudem wurden Verkehrsschilder beschädigt: Sie schmolzen aufgrund der heißen Temperaturen, die während des Feuers im Tunnel herrschten.

Schaden an Decke und Wänden: Der Engelbergtunnel hat bei dem Brand einiges abbekommen. Foto: Simon Granville

Aufgrund der Sperrung der Weströhre des Engelbergtunnels kommt es in und rund um Leonberg vor allem zu Stoßzeiten zu großen Beeinträchtigungen des Verkehrs. Vor allem die Teilorte Höfingen und Gebersheim sind betroffen, aber auch Gerlingen, Rutesheim, Ditzingen, Heimerdingen und zahlreiche weitere Kommunen bekommen die Folgen des Vorfalls seit vielen Tagen zu spüren.

Engelbergtunnel: Wann die Weströhre wieder komplett offen ist, ist noch unklar

Wann die Weströhre wieder im regulären „Sanierungsmodus“ öffnet – also mit zwei Fahrspuren Richtung Dreieck Leonberg und einer Richtung Heilbronn –, ist noch gänzlich unklar. Ursprünglich hätte die komplette Sanierung, die seit 2019 läuft, im Sommer dieses Jahres abgeschlossen sein sollen – zumindest was die Arbeiten betrifft, die Eingriffe in den Verkehr notwendig machen.

Der 1999 fertiggestellte und gut zweieinhalb Kilometer lange Engelbergtunnel ist Baden-Württembergs meistbefahrener Autobahntunnel: Rund 120 000 Fahrzeuge passieren die beiden Röhren täglich. Die Sanierung wurde notwendig, da das Mineral Anhydrit von außen auf die Tunnelwände drückt und in beiden Röhren Risse verursacht hat. Anhydrit quillt bei Kontakt mit Wasser auf. Zur Stabilisierung wurde in der derzeit gesperrten Weströhre eine mehrere hundert Meter lange Zwischendecke eingezogen. Die gleichen Arbeiten in der Oströhre laufen noch.