Bei den Mittelalterlichen Ritterspielen der Reitschule Popp kommen zahlreiche Besucherinnen und Besucher zusammen – kostümiert oder nicht verfolgen sie die vielen Vorführungen.
Klack, klack, klack - Holz auf Holz, dazwischen kindliche Jubelrufe. Wer so ein echter Ritter werden will, muss schließlich üben, üben, üben. Und das geht am besten mit kleinen Holzschwertern, so wie es die beiden Mädchen in den Gassen des Ritterlagers vor dem Oberen Grenzbachhof zu Mönsheim demonstrieren. Die Reitschule Popp hat dort zum 18. Mal ihre Mittelalterlichen Ritterspiele veranstaltet.
An zwei Tagen bot sich den Besucherinnen und Besuchern eine Mischung aus mittelalterlichem Lagerleben, Markttreiben und – natürlich – allerlei gekonnten reiterischen Darbietungen. Mittelpunkt der Show: das Ritterschauspiel „Schatten, Stahl und saubere Stiefel“ mit König, Schwarzem Ritter, Kuno Klappergaul, Hexe Malvina und vielen mehr.
Ritterspiele Mönsheim: Für die Schlegler aus Heimsheim ein schöner Saisonauftakt
Mittendrin im Lager sind die Schlegler. Für den Heimsheimer Verein sind die Spiele in Mönsheim fast ein Heimspiel. „Es ist ein schöner Auftakt in die Saison“, sagt Vorstandsmitglied Simon Herrmann, pardon, Simon der Schnitzer. Nicht weit weg von daheim könne man die Ausrüstung checken und alles durchgucken. „Da ist es nicht so tragisch, wenn man was vergessen hat.“ Und es gibt in der Tat viele Dinge, die mal liegen bleiben können, wie die neue Vorsitzende Jana Kugler verrät: „Feuerschalen, Zeltstangen, Seile, warme Unterwäsche...“
Warme Unterwäsche wäre an diesem Samstag so manches Mal notwendig gewesen: Der Wind pfeift ein ums andere Mal fast schon klirrend durch die Zeltstadt, die sich jenseits des Parkplatzes erhebt. Da müssen die Schlegler auch mit ihrem Bogenschießen-Angebot pausieren. Nicht, dass sich noch ein Pfeil in ungute Richtung verirrt.
Die Schlegler trotzen den Wetter-Kapriolen, die Stimmung in ihrem Lager ist gut. Mit 15 Leuten sind sie in diesem Jahr vor Ort. Insgesamt hat der Verein 102 Mitglieder, wie der ehemalige Vorsitzende Manfred Walter, berichtet. Er selbst hat dem Verein fast 30 Jahre vorgestanden. Man genießt die gute Nachbarschaft mit anderen Gruppen. „Manche nehmen es sehr genau mit der Geschichte, und auch bei uns hat jede Figur so ihre Biografie“, sagt Simon Herrmann. Aber im Allgemeinen liege der Fokus bei den Schleglern auf dem Spaß an der Freude.
In Mönsheim windet es: Das Aufbauen der Zelte wird zum Problem
Was der Gruppe allerdings große Mühe bereitet hat, war am Morgen das Aufbauen der Zelte. „Fünf Stunden hat das gedauert bei dem Wind, normalerweise schaffen wir es in drei“, brummt Manfred Walter. Am Ende siegte aber die Routine, und auch für den Laien machte das alles einen recht stabilen Eindruck.
Ein paar Meter weiter, jenseits von Markttreiben und unmittelbar beim Pommesstand, ist derweil das Rittertheater in vollem Gange. Zuvor hatten sich einige der Darsteller spektakulär im Turnier gemessen: unter anderem beim Ringstechen und beim Rolandreiten. Bei letzterem muss mit der Lanze der Schild einer drehbaren Figur getroffen werden – was bei Gelingen beim Publikum für großen Applaus sorgt. So auch in Mönsheim. Buh-Rufe gibt’s nur für den fiesen Schwarzen Ritter.
Bei der Reitschule Popp steht für schlechtes Wetter die Halle bereit
Bei kurz einsetzendem Nieselregen füllt sich auch die Poppsche Reithalle ein wenig. Dort sind Bierbänke und -tische aufgestellt. Doch am Samstagmittag ist es auch rasch wieder vorbei mit dem Wasser von oben, sodass die Besucherinnen und Besucher weiter dem Treiben in der Arena folgen – und sich anschließend auf den Markt verteilen können. Lederwaren, Schmuck, Kerzen und vieles mehr, es ist für jede und jeden was dabei.
Auch am Sonntag dauerte das mittelalterliche Treiben am Oberen Grenzbachhof bis zum frühen Abend an, mit Gaukler, Ringstechen, Schauspiel, Quadrille und vielem mehr.