Spaß am Sport vermitteln: 900 Kinder haben im Sindelfinger Glaspalast die verschiedenen Sportarten kennengelernt. Foto: Eibner/Christiana Kunz

Bereits zum 17. Mal fand der Aktionstag Sindelfingen in Bewegung statt. Knapp 900 Kinder durften sich in den unterschiedlichsten Sportarten versuchen, es gab sogar eine Skipiste.

Lachen, Rufen und der typische Sound von Sportschuhen auf dem Hallenboden – kurz nach 11.30 Uhr steigt der Geräuschpegel im Glaspalast merklich immer mehr an: Der zweite „Superdance“ des Tages und damit der krönende Abschluss für die zweite von drei jeweils rund 300 Kinder zählende Gruppe steht kurz bevor. Immer größer wird die Traube rund um die kleine Tribüne, die im Innenraum an einem der beiden Scheitelpunkte der Laufbahn steht. Auf ihr „Seid ihr alle da?“, schallt Tanztrainerin Linda Dunkel, die im Hauptberuf die Rehawelt in der Sportwelt des VfL Sindelfingen leitet, ein vielstimmiges, beinahe ohrenbetäubendes „Ja“ entgegen – und dann geht es los: unter anderem zum Sommerhit „Danza Kuduro“ und dem Partyschlager „Ab in den Süden“ powern sich die Kinder nochmals so richtig beim gemeinsamen Tanzen aus.

 

Danach ist der Fitnesstag, den die Sindelfinger Bürgerstiftung in diesem Jahr bereits zum 17. Mal veranstaltet, für diese Gruppe zu Ende: Viele klatschen sich zum Abschied noch mit dem Drachenkind „Jolinchen“ – dem AOK-Maskottchen, das neben Dunkel die Tribüne gerockt hat – ab. Danach gibt es für sie noch eine Verpflegungstüten. Dafür, dass diese gut gefüllt sind, haben lokale Partner gesorgt: Die Bäckerei Sehne sponsort frische Brezeln, die Sindelfinger Marktbeschickern stellen kostenlos Äpfel und Bananen bereit und Gastrogetränke Schlanderer übernimmt die Versorgung mit Getränken.

Währenddessen warten bereits die nächsten rund 300 Schul- und Kindergartenkinder vor dem Glaspalast darauf, dass es für sie an einer der insgesamt 24 Sportstationen losgeht. Von den bekannten klassischen Sportarten wie Fußball, Tennis, Turnen oder Leichtathletik bis hin zu eher Unbekanntem wie Frisbee-Golf, Tai Chi und QiGong reicht das breite sportliche Spektrum.

An den Fahnenmasten, die den Weg zur Halle säumen, sind Schilder mit den Ziffern eins bis acht aufgehängt. Die Riegenführer bringen sie von dort zu einer der acht Bewegungsinseln, jeweils drei Sportarten sind darin zusammengefasst. So können die Kinder in Kleingruppen die Sportarten in einem rotierenden Verfahren ausprobieren. „Wer zu welcher Insel kommt, haben wir im Vorfeld festgelegt“, sagt Ulrich Weber, der im Vorstand der Bürgerstiftung ist und das Projekt leitet. Auf diese Weise probieren die Kinder auch mal Sportarten aus, die sie sonst nicht kennenlernen würden.

Mobile Skipiste: Die Kinder hatten auch ohne Schnee viel Spaß. Foto: Eibner/Christiana Kunz

Da wäre zum Beispiel Biathlon. „Die wenigsten Kinder kennen den Sport“, berichtet Manuel Deichsel von der SG Stern Sindelfingen. Er hat einen Schießstand mit zwei Bahnen aufgebaut, bei dem die Nachwuchssportler probieren können, wie treffsicher sie im Liegendanschlag mit dem Lasergewehr sind. Auch auf dem hintersten Platz in der Halle der Tennisabteilung des VfL Sindelfingens, auf dem an diesem Tag nicht der Filz-, sondern der kleinere Golfball Trumpf ist, wird öfters mal gejubelt – und zwar immer dann, wenn der Ball in den mobilen Löchern landet, die die Mitglieder des Golfclubs aus Bad Liebenzell mitgebracht haben.

Etliche Kinder wissen jetzt auch, dass es in Sindelfingen Winterfeeling auch bei hochsommerlichen Temperaturen geben kann – zumindest dann, wenn die DSV-Skischule ihre textile Skimatte mitbringt. Auf dieser steht zwar nicht Skifahren auf dem Programm, weil es zu lange dauern würde, bis die Kinder in den Stiefeln wären und Skier an den Füßen hätten, aber dennoch gibt es jede Menge Action. Denn mit viel Gelächter und Juchzen geht es immer wieder auf Poporutschern den Hang neben dem Halleneingang Richtung Parkplatz hinunter. „Alle sind begeistert“, freuen sich die beiden Skilehrer Christian Dörfler und Pauline Koch. Schließlich vermittelt die mobile Skipiste, die der Verein erst im vergangenen Jahr angeschafft hat, den Kindern auf einfache Art und Weise viel Spaß an der Bewegung.

Genau diese Intension treibt Ulrich Weber und seine Mitstreiter seit 2009 an. „Unser Fitness-Tag soll den Kindern und Jugendlichen Freude am Sport vermitteln und sie vielleicht sogar dazu motivieren, einem Verein beizutreten“, betont er. Möglich wird das Großevent erst durch die Unterstützung der Stadt Sindelfingen, der städtischen Stadtwerke und der AOK Stuttgart-Böblingen sowie viel ehrenamtliches Engagement. Neben den 50 Trainern sind an dem Aktionstag auch ebenso viele Helfer im Einsatz. Bereits im November vergangenen Jahres startete die Planung: Die Abstimmung mit den Sportvereinen und Schulen sowie die Koordination der Helfer ist schließlich zeitintensiv. Zudem müssen die Sportstätten rechtzeitig reserviert werden.

Unter anderem das große Interesse der Schulen und Kitas zeigt, dass sich der Einsatz lohnt: Jedes Jahr gebe es mehr Anfragen als Plätze, berichtet Ulrich Weber. Deshalb hat die Bürgerstiftung ein rollierendes Verfahren etabliert: Schulen und Kitas, die in einem Jahr nicht zum Zug kommen, haben bei der darauffolgenden Auflage Vorrang. Somit wirbeln im kommenden Jahr wohl wieder viele Kinder durch den Sindelfinger Glaspalast.