In Welzheim ist die Entscheidung gefallen: Ida Nerrlich aus Allmersbach im Tal ist die neue Waldfee. Was am Ende den Ausschlag gab, war mehr als Fachwissen.
Drei Kandidatinnen, ein Titel und am Ende eine Entscheidung, die sitzt: In Welzheim ist die neue Waldfee gewählt worden. Ida Nerrlich aus Allmersbach im Tal wird künftig den Schwäbischen Wald vertreten. Wie der Verein Schwäbischer Wald Tourismus mitteilt, fiel die Wahl nach einem „spannenden Ereignis“ auf die junge Frau. Ein Abend, bei dem nicht nur Zahlen und Fakten zählten, sondern auch das gewisse Funkeln – ganz ohne Zauberstab.
Die Jury, besetzt mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Mitgliedskommunen sowie Landrat Richard Sigel als Vorsitzendem, hatte die Wahl zwischen drei Bewerberinnen. Laut Sigel hätten alle Kandidatinnen das Amt „mit Würde ausgefüllt“. Eine Entscheidung also, die weniger Krönung als sorgfältiges Abwägen war – oder, um im Bild zu bleiben: kein schnelles Märchen, sondern ein gut erzähltes.
Zwischen Wissen, Wirkung und Waldgefühl
Am Ende gab den Ausschlag, was sich schlecht in Punkte fassen lässt: Auftreten, Wissen, Ausstrahlung. Nerrlich habe mit „Natürlichkeit, fundiertem Wissen und einer tiefen Verbundenheit zur Region“ überzeugt, heißt es in der Mitteilung. Eigenschaften, die nicht laut daherkommen müssen, um zu wirken.
In Vorstellungsrunde und Fragerunden zeigte sich, worauf es ankommt: Der Schwäbische Wald soll nicht nur beschrieben, sondern begreifbar werden. Nerrlich gelang genau das. Sie kennt die Region nicht nur – sie kann sie auch erzählen. Und zwar so, dass man am liebsten direkt losziehen würde.
Botschafterin mit Feenkleid und Fahrplan
Die Rolle ist dabei klar: Die Waldfee ist weniger Märchenfigur als Botschafterin mit Auftrag. Erklären, werben, begeistern – und das möglichst ohne Floskeln. In den kommenden zwölf Monaten wird Nerrlich genau das tun. Im Feenkleid, aber vor allem mit klarer Linie.
Unterwegs ist sie dabei nicht zu Fuß durch den Märchenwald, sondern ziemlich bodenständig im Mini Cabrio. Der „Feen-Dienstwagen“, gesponsert vom Autohaus Mulfinger und der Kreissparkasse Waiblingen, bringt sie zu ihren Terminen.
Stabübergabe ohne großes Tamtam
Moderiert wurde der Abend von der amtierenden Waldfee Leonie Reber. Ihr Engagement wurde von Sigel gewürdigt: Sie habe bei zahlreichen Auftritten für die Natur sensibilisiert und die Region vertreten. Viel Applaus, aber keine große Abschiedsshow.
Der Wechsel wirkte eingespielt. Kein dramatischer Abgang, kein großes Finale – eher ein ruhiger Szenenwechsel. Die eine tritt ab, die andere tritt an. Die Bühne bleibt dieselbe: der Schwäbische Wald.
Kleineres Feld, klare Profile
Ein Detail fiel schon im Vorfeld auf: Mit drei Kandidatinnen blieb das Teilnehmerfeld überschaubar. Die Zahl der Bewerberinnen ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen – ein Trend, der mitschwingt, ohne den Abend zu dominieren.
Der Qualität tut das keinen Abbruch. Im Gegenteil: Weniger Bewerberinnen bedeuten klarere Profile, deutlichere Unterschiede. Die Entscheidung wurde dadurch nicht einfacher, aber nachvollziehbarer. Jede brachte ihr eigenes Stück Wald mit auf die Bühne.
Erster Auftritt für die Waldfee im Mai
Offiziell ins Amt eingeführt wird Ida Nerrlich am 1. Mai beim Kinder-Natur-Erlebnis-Fest auf dem Gelände des Ostkastells in Welzheim. Dort erhält sie die Amtskette – und damit den offiziellen Startschuss für ihr Amtsjahr.
Dann wird aus der Gewählten endgültig die Vertreterin der Region. Oder anders gesagt: Der Wald bekommt ein neues Gesicht.