Der SV Kornwestheim feiert einen sensationellen Rückrundenstart mit einem Rekordergebnis. Die Leistung übertrifft alle Erwartungen und lässt selbst den Coach staunen.
Einen besseren Tag für die Vertragsverlängerung hätte sich Roberto Raimondo nicht aussuchen können. Der Coach des Fußball-Bezirksligisten SV Kornwestheim wird das Team auch in der kommenden Spielzeit betreuen und war beim Rückrundenstart im positiven Sinne fassungslos nach dem 20:0 (7:0) seiner Mannschaft im Heimspiel gegen den völlig überforderten TV Pflugfelden.
„Ich kann mich nicht erinnern, jemals als Spieler oder Trainer so hoch gewonnen zu haben“, sagte der Trainer des SV Kornwestheim nach dem Schlusspfiff seiner Mannschaft im Kreis. Es gab nur einen kurzen Moment in den rauschhaften 90 Minuten in der enorm einseitigen Partie, in der sich der sich der Fußall-Lehrer kurz ärgern musste als die Mannschaft trotz einer 2:0-Führung schon einige Möglichkeiten ausgelassen und schlampig gespielt hatte. Die Sorgen verflogen aber sehr schnell.
Raimondo freut sich über drei Tore des Langzeitverletzten Stefano Nicolazzo
Besonders gefreut haben ihn die drei Treffer beim Torfestival von Rückkehrer Stefano Nicolazzo, der drei Mal erfolgreich war, Torjäger Lionel Schmidt gelang sogar ein Fünferpack, nachdem er in den zweiten Hälfte für Nico Schürmann eingewechselt wurde, der den Pflugfeldern wiederum vier Buden einschenkte.
Die weiteren acht Treffer verteilten sich auf weitere Kornwestheimer Darsteller. Schon zur Halbzeit lagen die Gastgeber mit 7:0 in Front. „Die Mannschaft hat über die 90 Minuten dauerhaft Dampf gemacht. Wir haben so richtig was für das Torverhältnis getan und auch noch zu Null gespielt“, sagte Raimondo. Ein Kompliment hatte er auch für den komplett überforderten Gegner, der trotz des großen Frustpotenzials, das sich Minute für Minute angestaut hatte, immer fair geblieben war und nicht etwa zu Fouls als letztes Mittel gegriffen hatte. „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der Verein das bis zum Ende durchzieht“, sagte Raimondo zu den Horrorwerten, die Pflugfelden in der Liga abliefert. Schon in der Winterpause hatte der Klub über einen Rückzug nachgedacht und war vor dem Debakel in Kornwestheim mit katastrophalen Werten angereist: Die Mannschaft hatte nur ein Spiel in der Hinserie gewonnen, hatte in den vergangenen 13 Spielen nicht gepunktet, brachte den Ball nur 15-mal im gegnerischen Tor unter. Nach Weihnachten wechselte man den Trainer. Geholfen hat es nicht.
Aber eine derartige Pleite war in der Hinserie nicht dabei. Rechnet man das Hinspiel mit dem 5:1 des SVK hinzu, haben die Pflugfelder allein gegen diesen Gegner 25 Tore in zwei Spielen kassiert.
Team feiert Sieg auf der Fastnacht
Der SV Kornwestheim hat jetzt acht Siege auf seinem Konto und steht auf dem achten Platz. Der Budenzauber tut dem Team von Roberto Raimondo auch deshalb gut, weil man in den fünf Spielen davor nur einen Sieg gelandet hat. „Das heutige Spiel werden wir nicht als Maßstab nehmen“, sagt Raimondo. Am kommenden Wochenende ist sein Ensemble spielfrei. Danach heißt der Gegner FV Löchgau II. Der starke Aufsteiger wird das Team ganz anders fordern. Nach dem 20:0 wollte der SVK den Abend noch auf der Kornwestheimer Fastnacht ausklingen lassen. „Der Umzug ist zwar schon rum, aber wir werden schon noch einen Ort zum Feiern finden“, sagt Raimondo.