Ronan Keating begeistert am Donnerstagabend die Fans in der Freilichtbühne Killesberg. Foto: Ferdinando Iannone

Ronan Keating hat am Donnerstagabend 2500 Fans in der Freilichtbühne Killesberg begeistert und Songs seiner Solokarriere und Hits aus seiner Boyzone-Zeit gespielt.

Bereits während die beiden Support-Acts Nick Howard und Iggi Kelly nacheinander performen, ähnelt die ausgelassene Stimmung auf dem Gelände der Freilichtbühne Killesberg an diesem Donnerstagabend der auf einer Gartenparty.

 

Um halb neun schließlich fegt Ronan Keating voller Energie auf die Bühne und schmettert passend zu der Leichtigkeit und Fröhlichkeit des Publikums sein „Lovin‘ Each Day“. Sofort bewegen sich noch mehr Menschen in Richtung Bühne, in den Bereich der Stehplätze und tanzen gemeinsam mit dem Entertainer, schießen Selfies, singen mit. Der Ire gibt von Anfang an alles und es verspricht ein unterhaltsamer Abend zu werden. Zwar ist der einstige Boyband-Beau bereits vor Jahrzehnten seiner Boyzone-Rolle entwachsen, doch auch als Solokünstler hält er seine Boyband-Vergangenheit durchaus in Ehren.

Erinnerungen an die Neunziger

So geht es auch gleich nach dem ersten Song zurück in die Zeit der Neunziger. „Damals war ich in einer Boyband. Eure Eltern werden sich daran erinnern“, scherzt er und sagt, dass er bei seinen Auftritten die Boyzone-Fahne immer hochhalten würde und es folgen „Words“ und „You Needed Me“, zwei große Hits der Band. Es werden an diesem Abend noch mehr folgen. Der charmante Entertainer mischt die Hits der Boygroup mit den seiner späteren Solokarriere, die er mit dem Album „Ronan“ im Jahr 2000 begonnen hatte. Als er „If Tomorrow Never Comes“, von seinem zweiten Soloalbum „Destination“ anstimmt, geht bereits beim zweiten Takt ein begeistertes Raunen durch die Reihen, die Fans singen mit und Romantik hängt in der Luft.

Nicht ohne eine gewisse Nachdenklichkeit erinnert er an die Zeit des Lockdowns, in der er viel irische Musik gehört hätte, und in dieser Phase hatte er die Ballade „Blower’s Daughter“ des Musikers Damien George Rice aufgenommen.

Haarbürste diente als Mikrofon

Sich selbst nimmt er auf der Schippe, als es den George-Michael-Song „Faith“ anmoderiert. Michael, sein großes Idol, habe er in seinem Kinderzimmer mit einer Haarbürste, statt Mikrofon, in der Hand nachgeahmt. Bei der Performance klingt er dann tatsächlich fast genauso wie sein 2016 gestorbener Freund. „Last Thing on My Mind“, das er mit LeAnn Rimes aufgenommen hatte, singt er ebenfalls alleine. LeAnn sei am Stuttgarter Flughafen stecken geblieben sagt er, und fügt hinzu, dass es natürlich nur ein Witz sei.

In der Mitte der Show kehrt Keating erneut zu den Anfängen seiner Karriere zurück. Mit „Love Me For a Reason“ geht es zurück ins Jahr 1994, als Boyzone ganz groß wurden. Mit einem neuen Song will er dann wieder ins Gegenteil schwenken und alle warten auf die angekündigte Prämiere. Doch was ertönt, ist ein Song, der genauso legendär geworden ist wie der Film, dessen Soundtrack er war. Als „When You Say Nothing At All“ aus einem der herzerwärmendsten Filme überhaupt, „Notting Hill“ (1999), erklingt, hört man aus den Reihen Begeisterungsrufe, hunderte Handylichter glitzern in der Dämmerung, Paare liegen sich in den Armen, nahezu alle scheinen beglückt.

Das Leben ist eine Achterbahn

Drei schnelle Songs bilden den Abschluss des Konzerts. Und als Keating mit seiner fünfköpfigen Band zur Zugabe wieder auf die Bühne kommt, dankt er Stuttgart noch ein weiteres Mal und ermahnt alle: „Stuttgart, denkt daran: das Leben – ist – manchmal - eine Achterbahn!“ und der 48-Jährige stimmt nochmals mit vollem Elan einen seiner ganz großen Hits an: „Life is a Rollercoaster“ (2000). Und fast möchte man sagen, dass die kurzweilige Show des charmanten Musikers an diesem warmen Sommerabend viel zu schnell zu Ende geht.