Kultusministerin Susanne Eisenmann (links) und Bürgermeisterin Isabel Fezer verabschiedeten Rektor Martin Bizer in den Ruhestand Foto: Kuhn

Martin Bizer geht nach 15 Jahren als Rektor des Wirtemberg-Gymnasiums in den Ruhestand. Mit „einem lachenden und weinenden Auge“.

Untertürkheim - Im Atrium des Wirtemberg-Gymnasiums herrschte am Freitag drangvolle Enge. 15 Jahre lang war Martin Bizer Rektor am Untertürkheimer Gymnasium. Am Mittag wurde er verabschiedet und viele Gäste wollten seinen Abschied aus dem Berufsleben mit ihm feiern. „Mit einem lachenden und weinenden Auge“, wie viele Weggefährten verrieten. Im August 2003 hatte er die Leitung des Wirtemberg-Gymnasiums übernommen. „Zu einer Zeit, in der die Voraussetzungen für Lehrer, Schulleiter und Schulen sicher nicht einfacher geworden sind“, meinte Kultusministerin Susanne Eisenmann. Immer mehr Eltern würden fälschlicherweise den Schulen den alleinigen Bildungsauftrag zuweisen. Dennoch habe es Bizer mit seinem Team geschafft, die bestmöglichen Voraussetzungen für die Schüler zu schaffen. „Sie haben prägend gewirkt“, meinte die heutige Kultusministerin und langjährige Schulbürgermeisterin von Stuttgart voller Anerkennung.

Ausbau der Cafeteria

Ihre Nachfolgerin Isabel Fezer zählte einige Stationen von Bizers Wirken auf. Kurz nachdem Bizer die Leitung des Gymnasiums übernommen hatte, habe er sich mit Verve an den Ausbau der Cafeteria gemacht. Mit Erfolg. 2006 konnte die neue Cafeteria samt modernem Küchenbereich eingeweiht werden. „Dieses Atrium ist längst zum Herzstück des Gymnasiums geworden“, weiß Fezer. Schülerinnen und Schüler erhalten in dem lichtdurchfluteten Anbau von den Eltern zubereitete Speisen. Zudem wird der Raum für Veranstaltungen genutzt. Gleichzeitig mussten die Decken der Klassenzimmer und Büros im altehrwürdigen Schulgebäude saniert werden – unter laufendem Unterrichtsbetrieb. Den nächsten baulichen Meilenstein initiierte Bizer mit dem Abriss der beiden mehr als 30 Jahre alten Pavillons und dem Bau des gemeinsam von der Linden-Realschule und dem „Wiggy“ genutzten Neubaus am Neckarkanal. „In der Zeit waren Sie nicht nur Schul-, sondern auch oft Bauleiter“, dankte Fezer dem scheidenden Rektor für sein Engagement.

Darüber hinaus habe Bizer das Schulangebot „mit Bravour“ ausgebaut, neue Profile geschaffen, die Schule für die digitalen Herausforderungen fit gemacht und es geschafft, das betonte auch der Ehrenvorsitzende des Deutschen Turnerbunds Rainer Brechtken, die Belange des Gymnasiums mit den besonderen Anforderungen einer Eliteschule des Sports in Einklang gebracht.

Mit Überzeugung gekämpft

Seine vorausschauende Art, mit der er die Probleme viel früher als andere erkannte, imponiere ihr, verriet Verena König vom Gottlieb-Daimler-Gymnasium. „Die Visionen zeichnen ihn aus und sein aufmüpfiger Geist wird uns fehlen“, meinte sie als Vertreterin der Kooperationsschulen. Denn Bizer habe immer klar benannt, wenn etwas aus seiner Sicht nicht in Ordnung sei. Eine Eigenschaft, die auch der Kultusministerin aufgefallen ist. „Er hat mit viel Lust für seine Überzeugung gekämpft“, meinte Eisenmann, die nicht verschwieg, dass es beispielsweise in der Frage um die Entwicklung der Steinenbergschule durchaus Differenzen zwischen ihr und ihm gegeben habe.

Martin Bizer habe immer mit vollem Einsatz und manchmal mit harten Bandagen gekämpft, attestierten ihm seine Schulleiterkollegen Sabine Albrecht und Andreas Passauer und fügten lobend hinzu, dass er aber immer sportlich fair geblieben sei. „Ein Macher

mit Ecken und Kanten, der alles gibt und das Herz am richtigen Fleck hat“, dankten Kathrin Behfeldt, Vorsitzende des Schulvereins, und die Elternbeiratsvorsitzende Stefanie Berner dem scheidenden Schulleiter. Der, so die Schülerinnen Janna Reif und Angeliki Theodoridou, auch immer ein offenes Ohr und einen Draht zu den Schülern hatte.

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