Nick Woltemade wechselt zu Newcastle United Foto: Tom Weller/dpa

Nick Woltemade wechselt für eine Rekordsumme vom VfB Stuttgart zu Newcastle United. Das sagt die englische Presse dazu.

Nick Woltemade wechselt für 85 Millionen plus 5 Millionen in möglichen Boni zu Newcastle United nach England. Unsere Redaktion hat bereits über die Netzreaktionen der Fans in Deutschland und England berichtet. Doch wie sieht die internationale Presse den Transfer?

 

In England interessiert die Presse vor allem eine Frage: Was passiert jetzt mit Alexander Isak? Der schwedische Stürmer, der seit 2022 für Newcastle United spielt, streikt seit Wochen und versucht so seinen Transfer zum FC Liverpool zu erzwingen. Mit dem Wechsel von Woltemade könnten dafür nun die Weichen gestellt sein.

In England interessiert vor allem Isaks Abggang

Sowohl die Sun, Daily Mail, BBC und Sky Sports UK setzen in ihrem Titel den Fokus nur teilweise auf den Woltemade-Wechsel. Die BBC titelt zum Beispiel: „First step to end Isak saga? Newcastle close in on Woltemade“, also „Erster Schritt zum Ende der Isak-Saga? Newcastle steht kurz vor der Verpflichtung von Woltemade“.

In England fällt zudem das Interesse am Transfer etwas dürftiger aus als in Deutschland. Dort dominieren andere Schlagzeilen auf den Hauptseiten, wie der Transfer von Alejandro Garnacho von Manchester United zum FC Chelsea, oder der potenzielle Wechsel von Xavi Simons von RB Leipzig zu den Tottenham Hotspur. Ein weiteres Thema, das Fans des englischen Clubfußballs bereits gewöhnt sind, ist die andauernde Misere bei Manchester United rund um Trainer Rúben Amorim. Die verloren erst am Mittwoch in der zweiten Runde des EFL Cup gegen Viertliegisten Grimsby Town im Elfmeterschießen. Dementsprechend dominieren Fragen rund um die Kompetenz des Trainers und dessen Umgang mit Vereinstalenten wie Kobbie Mainoo.

Großartige Beobachtung erhält der Transfer also nicht. Lediglich vereinzelt wird auf die Hintergründe des Transfers abseits der Isak-Situation eingegangen. The Athletic, der Sportjournalismus-Ableger der New York Times, thematisiert zum Beispiel die bemühte, aber bis dato erfolglose Suche Newcastles nach einem Stürmerersatz. Dort wird auch Woltemades spezielles Spielerprofil analysiert und ein Vergleich zu Harry Kane und Kai Havertz gezogen.

Empörung und Überraschung in Deutschland

In Deutschland fallen die Reaktionen dafür umso stärker aus. Während die Transfersumme bei den Engländern lediglich erwähnt wird, diskutiert die Presse in Deutschland vor allem über die Höhe der Summe. Auch eine Grundsatzdiskussion zur Entwicklung der Transfersummen im Fußball ist Thema. So titelt der Kicker zum Beispiel: „Das ist nicht mehr mein Fußball!“. Der Spiegel bezeichnet Fußballer in einem Kommentar sogar als Aktien, Transfergeschäfte sollen zudem auf einer neuen Stufe angekommen sein.

Auch die Verhandlungen mit dem FC Bayern sind ein Thema. Die sehen sich prompt in Erklärungsbedarf. Auf einer Pressekonferenz erklärt Trainer Vincent Kompany den Wechsel mit einem Wort: „Geld“. Sportdirektor Christoph Freund beteuert die weiterhin internationale Relevanz der Bayern: „Wir als Bayern München sind sehr, sehr attraktiv, das merken wir immer wieder, wenn wir mit Spielern sprechen.“ Newcastle United ist für Freund zwar ein guter Verein, aber „nicht die oberste Kategorie.“

Lob für den VfB

Dem VfB Stuttgart jedenfalls wird zum Transfer-Coup beglückwunscht. Der Kicker titelt in einem Kommentar: „Kompliment, VfB: Alles richtig gemacht“. Nun muss der VfB bis zum Montag einen Ersatz finden, da endet nämlich das Transferfenster.