Ein Wohnmobil gefällig? Es gibt sie in allen Größen bei der CMT zu sehen – und zu kaufen. Foto: Lichtgut

Trotz aller Krisen: Die Deutschen wollen am Urlaub nicht sparen. Sie verreisen weiter fleißig. Und können sich dafür bei der Reisemesse CMT Ideen holen.

Es läuft bei der CMT. 1660 Aussteller präsentieren sich bis zum Sonntag, 25. Januar, bei der Reisemesse. Damit haben sich noch ein paar mehr Aussteller reingequetscht als noch im Vorjahr, dabei hieß es damals schon, alle Messestände seien ausverkauft. Wenn es das Wort geben würde, müsste man sagen, die CMT ist dieses Jahr noch ausverkaufter. Um Superlative ist man in der Branche nicht verlegen, und Worte schöpfen kann man auch ganz gut. Baden-Württembergs oberste Touristikerin Christine Schönhuber lobte die heimischen Betriebe, mahnte aber auch: „Wir müssen immer weiter innovaten!“

 

CMT in Stuttgart – Der Reisedrang ist ungebrochen

Wenn man allerdings Tourismus-Professor Martin Lohmann lauscht, denkt man, so viel Innovationen und Neues brauche es gar nicht, die Deutschen und speziell die Schwaben und Badener verreisen ohnehin. Doch blicken wir erst mal auf die Welt. 1,54 Milliarden Ankünfte verzeichnete man im Vorjahr, nachdem es 2024 noch 1,47 Milliarden waren. Die Deutschen trugen dazu mit 69 Millionen Urlaubsreisen bei, knapp zehn Millionen Reisen unternahmen die Baden-Württemberger. Dazu kommen noch 98 Millionen Kurzurlaube und Geschäftsreisen. Der Umsatz steigt dabei, er liegt sechs Prozent höher als noch 2024. Was damit zu tun hat, dass 22 Prozent der von Lohmanns Institut befragten 2700 Menschen sagt, „in meinem Urlaub habe ich es am liebsten richtig luxuriös, das darf dann auch richtig Geld kosten“. Das freut natürlich die Aussteller.

„Es gibt eine sehr stabile Nachfrage“, sagt Lohmann, die auch trotz aller Krisen nicht sinkt. Die Umfrage ist im Übrigen repräsentativ und sie ergibt, dass den Deutschen Lebensmittel wichtig sind, und die Gesundheit, aber dann geben sie ihr Geld am liebsten für Urlaub aus, vor Ausgehen und Wohnen. Und interessanterweise rechnen viele Deutsche damit, dass die allgemeine wirtschaftliche Aussicht trübe bleibt, ihre eigene finanzielle Situation aber ganz gut. Und dass sich auch ein Urlaub finanzieren lasse. Oder zwei. Oder drei.

Angola ist Partnerland der CMT Foto: Andreas Rosar

Partnerland der CMT ist 2026 Angola

Die Landeskinder verreisen am liebsten ans Mittelmeer. 44 Prozent aller Reisen führen dorthin. Dies soll auch dieses Jahr so bleiben. Aber 25 Prozent aller Urlaube verbringt man im eigenen Land, am Bodensee, im Schwarzwald oder auf der Alb. Die Wertschöpfung der Branche beträgt 26 Milliarden Euro. 300.000 Menschen arbeiten in Baden-Württemberg im Tourismus. Und so ist es auch kein Wunder, dass sich die einzelnen Regionen bei der CMT präsentieren und um Besucher buhlen. Die Sondermessen Wandern und Fahrrad sowie Golf setzen auch auf einen Urlaub, der nicht um die halbe Welt führt. Doch auch wer in die Ferne will, wird fündig. Partnerland ist Angola. Dessen Tourismusminister Márcio Daniel ist bei der CMT allgegenwärtig, er will sein Land unabhängig machen von der Ölförderung. Tourismus sei das „neue grüne Öl“.

Schmierstoff soll dabei die persönliche Ansprache sein. Denn so viel die Menschen online buchen, die Idee und Inspiration komme immer noch, oder sogar im steigenden Maße, über Begegnungen und Gespräche, hat Lohmann bei der Befragung erfahren. So wie bei der CMT also. Galten Messen während Corona als Auslaufmodell, dienen sie nun als Orientierung, um den Wildwuchs an Angeboten zu sortieren und der Überforderung im Digitalen Herr zu werden.

Viele kommen mit dem Wohnmobil zur CMT

Dies gilt im besonderen für die Caravan-Branche. 1200 Fahrzeuge sind in den Hallen zu sehen, viele kann man kaufen. Und bei einer oft sechsstelligen Investition ist es kein Wunder, dass viele die Gelegenheit nutzen, die Fahrzeuge anzuschauen und Probe zu liegen. Die Branche hat nach Corona gelitten, weil es trotz großer Nachfrage zu viele Fahrzeuge und Anbieter gab. Gerade Verleihfirmen gingen insolvent. Doch die Aussichten seien gut, betont Sabine Weber von der gsr Unternehmensberatung. 19 Millionen Interessenten gebe es, kaufkräftiger als der Durchschnitt in Deutschland.

Die CMT lädt ein. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Gäste, die man gerne bei der CMT begrüßen will. Und viele kommen tatsächlich mit dem Wohnmobil. Die Messe wird neun Tage lang Europas größter Caravan-Stellplatz. Doch dazu später noch mal mehr. Zunächst einmal zu einem anderen Verkehrsmittel. Wie schon in den vergangenen beiden Jahren kappt die S-Bahn pünktlich zur CMT an den Wochenenden die Verbindung zwischen Vaihingen und Filderstadt. Das heißt, die Straßenbahnen zur Messe werden voller werden. Was vermutlich ebenso für die Parkhäuser an der Messe gilt.

Doch zurück zu den Wohnmobilen. Die können dieses Jahr bei einem Projekt der Uni Stuttgart helfen. Die Forscher wollen Bio-Beton entwickeln. Und brauchen dafür Urin – 26.000 Liter pro Kubikmeter. Den Urin können die Camper spenden, es gibt eine Sammelstelle für den Urin aus den Caravan-Toiletten. Es läuft bei der CMT.

Öffnungszeiten
Die Reisemesse CMT beginnt am Samstag, 17. Januar. Und endet am Sonntag, 25. Januar. Die Hallen sind von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Karten
Die Tickets kosten unter der Woche 15 Euro, am Wochenende 18 Euro. Es gibt Mittagstickets, die zum Eintritt von 14 Uhr an berechtigen für 10 Euro, an den Wochenenden 13 Euro. Kinder von sechs bis 15 Jahren zahlen 5 Euro.