Der Investor hofft, dass die ersten Wohnungen bereits 2027 fertig sind. Die Stadt will sich da nicht festlegen, betont aber, dass das Projekt Priorität habe.
Die Immobilienfirma Hines will das ehemalige Daimler-Grundstück an der Landhauskreuzung in Möhringen entwickeln. Das Projekt soll künftig mit dem sehr sachlichen Namen „Quartier Plieninger Straße/Kurt-Schumacher-Straße“ überschrieben werden. Weil sich die Pläne der Stadt und der Immobilienfirma in den vergangenen Monaten verändert haben, braucht es nun eine Fortführungsentscheidung zum Bebauungsplanverfahren.
Ursprünglich sollte auf dem 70 000 Quadratmeter großen Areal ein reines Gewerbegebiet mit bis zu 4000 Arbeitsplätzen entstehen. Dann geriet das Thema Wohnen in den Fokus. Nun soll lediglich der nördliche Teil mit vier Baublöcken Gewerbegebiet werden. Im südlichen Teil soll in Abweichung zum Aufstellungsbeschluss vom November 2019 ein urbanes Gebiet mit Schwerpunkt Wohnen ausgewiesen werden. Das ursprünglich vorgesehene Parkhaus wird gestrichen, stattdessen ist eine Tiefgarage geplant.
Die „Grüne Fuge“ als Durchlüftungsschneise bleibe
Weil nun doch Wohnungen entstehen, muss auch eine entsprechende soziale Infrastruktur geschaffen werden. Dazu zählen unter anderem Kitas, Pflegeeinrichtungen und Sportmöglichkeiten. „In Anbetracht der angestrebten hohen städtebaulichen Dichte für das Quartier ist eine entsprechend hochwertige gestalterische Qualität der Neubebauung und vor allem der Freiraumplanung von besonderer Bedeutung“, heißt es in der Vorlage für den Gemeinderat. In den Erdgeschossen sollen kleine Gewerbeeinheiten angesiedelt werden. Die „Grüne Fuge“ als Durchlüftungsschneise in Nord-Süd-Richtung, die schon Teil des ursprünglichen Entwurfs war, wird beibehalten. Dort darf nicht gebaut werden. Im Bereich des urbanen Gebiets sollen in dieser Fuge etwa Spielflächen und ein Quartiersplatz entstehen.
Was die Wohnungen betrifft, muss sich der Investor an das Stuttgarter Innenentwicklungsmodell (SIM) halten. Das bedeutet, dass 30 Prozent der fürs Wohnen neu geschaffenen Bruttogrundfläche geförderter Wohnungsbau sein muss. Zur Verfügung stehen 60 000 Quadratmeter Wohnfläche. „Es sind ausschließlich Mietwohnungen und keine Luxuswohnungen geplant“, sagte Emanuel Coskun, Managing Director und Standortleiter Stuttgart bei der Immobilienfirma Hines. Je nach Wohnungsgröße könne man 400, aber auch 600 Wohnungen darstellen. Durchschnittlich sollen die Wohnungen 70 Quadratmeter haben. Coskun hofft auf einen baldigen Baubeginn, sodass die ersten Wohnungen bereits 2027 bezugsfertig sind. Ruth Clemens-Martin von der Stadtverwaltung wollte sich da noch nicht festlegen, betonte aber: „Das Bebauungsplanverfahren wird mit höchster Priorität bearbeitet.“
Stadt plant Gesamtstudie für Möhringen-Ost
Mit dem neuen Quartier wird sich der Charakter des Gebiets verändern. Da auch im Umfeld, zum Beispiel in den Bereichen Sternhäule und SI-Centrum, weitere Veränderungen zu erwarten sind, möchte die Verwaltung eine städtebauliche Gesamtstudie für Möhringen-Ost in Auftrag geben. So soll der übergeordnete Bedarf an Verkehrsinfrastruktur, sozialen Einrichtungen und Einzelhandelsflächen ermittelt werden.
Der Bezirksbeirat votierte in seiner jüngsten Sitzung bei nur einer Gegenstimme für die Fortführung des Bebauungsplanverfahrens. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik entscheidet am 21. November.