Die einen pressen Trauben aus, wir pressen unsere prominenten Gäste aus – auf die nette Art: beim „Weindorf-Treff“.
Für den diesjährigen Weindorf-Treff gilt: An einem Termin gibt die Polizei den Ton an. Gleich dazu mehr, doch vorab das Wichtigste: Man kann uns auch in diesem Jahr nicht verfehlen. Wer vom Schlossplatz aus aufs Stuttgarter Weindorf schlendert, kommt unweigerlich an der BW-Kulturlaube vorbei. Sie ist hübsch gelegen zwischen Alter Kanzlei und Altem Schloss. Dort geht auch in diesem Jahr wieder der „Weindorf-Treff“ von SWR-Studio Stuttgart, den Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung über die Bühne – und zwar an vier Tagen, von Dienstag, 26. August, bis Mittwoch, 4. September. Los geht es jeweils um 17 Uhr. Die Treffs dauern jeweils rund eine Stunde.
Auch wenn die Laube von einer Bank gesponsert wird, wir werden (Obacht, Kalauer!) auf keiner sitzen, sondern hinter Weinfässern stehen. Und am dritten Termin, dem 2. September, sind tatsächlich zwei Gäste dabei, die mit der Polizei was am Hut haben. Und das sind unsere Gäste beim Weindorf-Treff 2025:
Dienstag, 26. August Patrick Bopp, Musiker und Chorleiter; Timm Sigg, Mathe-Prof, Kabarettist; Jana Beuschlein, VfB-Kapitänin; Weinprinzessin Ines Pfeiffer.
Mittwoch, 27. August Yules, Foodblogger; Gerlinde Kretschmann, First Lady; Helmut Zierl, Schauspieler: Weinkönigin Kim Weißflog.
Dienstag, 2. September Tom Weller, Sportfotograf des Jahres; Luan, Polizist und Comedian; Stefan R. Halder, Dirigent und Hotelier; Weinprinzessin Ines Pfeiffer.
Mittwoch, 3. September Musicalstars Kim Fölmli und Kai-Luis Lucke („Die Eisprinzessin“); Marko Špehar-Piehler, Opernsänger und Bäcker; Florian Weber, SWR-Moderator; Weinprinz Moritz Ocker.
Die Veranstaltung ist öffentlich, gleichwohl verlosen wir an Abonnentinnen und Abonnenten zwei mal zwei Plätze mit Verzehrgutscheinen für die beiden ersten Veranstaltungen.
Einsendeschluss ist Sonntag, 24. August. Moderieren werden Diana Hörger (SWR) und Tom Hörner (StN/StZ).
Näheres zur Verlosung erfahren Sie unter:
www.zeitung-erleben.de/weindorftreff
Patrick Bopp, Musiker
Über viele Jahrzehnte war er Teil der A-Cappella-Gruppe Die Füenf. Wäre man böse, könnte man sagen, Patrick Bopp ist nur ein Fünftel Musiker. Wer ihn allerdings einmal erlebt hat, weiß, der Mann ist Vollblutmusiker. Ganz egal, ob er einst im Kreis seiner Kollegen sang oder ob er, wie er es inzwischen nicht selten tut, den Vorsänger gibt und einen Chor dirigiert, wie etwa seit 2015 in dem Format „Aus voller Kehle für die Seele“. Studiert hat er übrigens auch, Klavier, Chor- und Orchesterleitung an der Musikhochschule Stuttgart. Glernt isch halt glernt.
Timm Sigg, Mathe-Prof und Kabarettist
Noch bevor er die Bühne betritt, sind ihm die Lacher sicher. Nicht beim Namen „Timm Sigg“, auch nicht bei „Musikkabarettist“, sondern bei „Mathematikprofessor“. Offenbar löst es hierzulande Heiterkeit aus, wenn ein Mathe-Prof zu Unterhaltungszwecken auf die Bühne geht. Dass Timm Sigg, Lehrer an der Hochschule für Technik Stuttgart, das tut, ist einem Zufall zu verdanken: Im Sommer 2014 wurde er gefragt, ob er sich vorstellen könnte, zur Gala „100 Jahre Hochschule Esslingen“ ein paar Kabarettnummern vorzutragen. Noch nie hatte er eine Nummer geschrieben. Doch er sagte zu. Und die Entscheidung war mindestens so richtig wie die, Mathematik zu studieren.
Jana Beuschlein, VfB-Kapitänin
Am Anfang war der Abstieg – von der ersten in die vierte Liga. Vom 1. FC Köln zum VfB Stuttgart, der damals mit seiner Frauenmannschaft noch in der Oberliga spielte. Warum tat sich das Jana Beuschlein an, zumal ihr auch Angebote aus der ersten und zweiten Liga vorlagen? Sie habe ein Wochenende lang überlegt, sagte sie damals einem Reporter, und sich für das Projekt VfB entschieden. „Dass ich hier was bewegen und mitgestalten konnte, das hat mich gepackt.“ Und offenbar hat’s funktioniert. Die Frauen mit dem roten Brustring spielen in dieser Saison in der zweiten Liga. Und was sagt die Kapitänin Beuschlein: „Vor der neuen Saison ist mir überhaupt nicht bange.“
Ines Pfeiffer, Weinprinzessin
Wer glaubt, im heiligen Korntal sei nur der Pietismus daheim, der irrt. Weinprinzessin Ines Pfeiffer ist in Korntal-Münchingen aufgewachsen – und sie bezeichnet sich als „echte Weinliebhaberin – sowohl beruflich als auch privat“. Beruflich ist sie verantwortlich für Social Media und das Online Marketing der Echt Württemberger Weinmacher. Ihre Leidenschaft für Wein, sagt sie, wuchs durch viele Begegnungen mit Winzern. Für die anerkannte Beraterin für „Deutschen Wein“ ist der vergorene Traubensaft einzigartig und die Rolle als Weinhoheit demnach Ehrensache.
Yulia Slavinskaya – aka Yules, Influencerin
Wann immer ein neuer Essens-Spot in Stuttgart eröffnet wird, ist Yules nicht weit. Ob Matcha-Softeis, Ramen oder Burger: Nichts entgeht ihren Geschmacksknospen und ihrem Urteil. Deshalb folgen der Influencerin allein schon auf TikTok mehr als 400 000 Personen. Weshalb sie so erfolgreich ist? „Ich habe einfach schon immer gerne gegessen und war schon immer gerne viel unterwegs“, sagt sie. Passion zum Beruf und alles richtig gemacht. Jetzt kommt Yules zu uns, verkostet unseren Wein und verrät uns vielleicht sogar noch, wo es die besten gebrannten Mandeln gibt auf dem Weindorf.
Gerlinde Kretschmann, First Lady
Endlich bekommt sie ihren gefragten Ehemann wieder! Die First Lady des Landes zählt aber sicher nicht die Tage bis zum letzten Amtstag von Ministerpräsident Winfried K. Vielmehr ist Gerlinde Kretschmann viel beschäftigt, optimistisch, zupackend und ehrlich. Und daran hat auch ihre Brustkrebs-Diagnose vor ein paar Jahren nichts geändert. Dass sie mit dem Krebs so offen umging, hat ihr viel Anteilnahme und Respekt beschert, und auch ihre politische Haltung und ihr ehrenamtlicher Einsatz. Selbst saß sie 15 Jahre im Stadtrat von Sigmaringen. Natürlich für die Grünen. Was ihr privat noch wichtig ist: ihre Kinder und die Enkel, das Singen im Kirchenchor und sehr viel wandern. Wohin sie die erste gemeinsame Wandertour mit Winfried nach der Landtagswahl führen wird? Verrät sie uns hoffentlich beim Weindorf-Treff.
Helmut Zierl, Schauspieler
Es gibt nicht viel, was er noch nicht gemacht hat, der Schauspieler, Autor und Synchronsprecher Helmut Zierl. Es dürfte kaum eine TV-Serie in den vergangenen Jahrzehnten geben, in der er nicht mitgewirkt hat. Wer die Bandbreite des Mannes erleben will, schaue die TV-Doku „Unsere Geschichte – Lebensader Autobahn“ von 2024, in der er wunderbar zig Politiker unterschiedlicher Couleur verkörpert. Im Alten Schauspielhaus ist Zierl jetzt mit dem Zwei-Personen-Stück „Blind“ von Lot Vekemans zu sehen. Es geht vordergründig um einen Vater-Tochter-Konflikt, aber genau genommen um viel mehr. Bliebe noch die Frage, ob es eigentlich was gibt, was Helmut Zierl noch nie gemacht und gern mal tun würde.
Kim Weißflog, Weinkönigin
Wenn es stimmt, dass im Wein die Wahrheit liegt, dann ist Kim Weißflog aus Lauffen a.N. wie geschaffen für das Amt der Württembergischen Weinkönigin. Kim studiert Bildungswissenschaften. Die Wahrheit ist aber auch, dass ihr Lebensgefährte angehender Winzer ist. Durch ihn und die Zuneigung zu ihm, sagt Kim, habe sie die Liebe zum Wein entdeckt. Als Weinkönigin ist es selbstverständlich, dass sie auf dem Familienweingut des Freundes mit anpackt – wenn ihr Studium und der Job als Weinhoheit noch Zeit dafür lassen.
Tom Weller, Sportfotograf des Jahres
Wenn man ihn anruft, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man am anderen Ende der Welt landet. „Hier Tom Weller.“ Und dann erzählt er, dass er gerade in Brasilien sei, bei der WM der Rhythmischen Sportgymnastik. Tom Weller ist Sportfotograf, einer der besten der Branche. Das Problem besteht darin, dass die Objekte seiner Begierde sich bewegen, meist in einiger Entfernung. Deshalb arbeitet Weller mit schwerem Gerät. Schon mehrmals wurde er zum „Sportfotografen des Jahres“ gekürt. In Filderstadt kam er zur Welt, in Donzdorf hat er Abi gemacht, in Hannover Fotojournalismus und Dokumentarfotografie studiert. Was bei seiner Arbeit herauskommt, ist schwer in Worte zu fassen. Oft sind es Momentaufnahmen, bei denen einem der Atem stockt.
Luan, Polizist und Comedian
Wenn er auf der Bühne steht, dann nie allein. Er bringt immer auch gleich seine Freunde Ivica, Dirk und Fatmir mit. Der Humorist Luan weiß, wie er in unterschiedliche Rollen schlüpfen kann. Und in Sachen kuriose Geschichten kann er aus dem Vollen schöpfen. Denn Luan ist auch Polizist – genauer gesagt Oberkommissar, und die schrägsten Geschichten schreibt das Leben, wie man weiß, auf Streife. Geboren im Kosovo, aufgewachsen in Stuttgart, nennt sich Luan mittlerweile einen albanisch-schwäbischen Polizisten. Bei unserem Weindorf-Treff muss er hoffentlich niemanden einlochen, aber die Pointen, die sitzen. Versprochen!
Stefan R. Halder, Dirigent und Hotelier
Wer meint, die Polizei könne nur Tatütata, der hat das Landespolizeiorchester Baden-Württemberg nie gehört. In einem Radiointerview hat Stefan R. Halder, der Chefdirigent der Uniformierten, mal klargestellt: „In seinem Orchester spielen keine Laien, denen das Tatütata der Streifenwagen zu eintönig erschien, sondern ausgebildete Musiker.“ Neben seiner Tätigkeit beim Landespolizeiorchester Baden-Württemberg ist Halder Honorarprofessor an der Hochschule für Musik Trossingen für Blasorchesterleitung und Klarinette. Und weil ihm das alles noch nicht genug ist, betreibt er auf dem ehemaligen Fabrikgelände der Weltfirma Hohner ein Hotel und Hostel.
Kim Fölmli, Musicalstar
Meist haben wir es beim Weindorf-Treff mit Weinhoheiten zu tun. Doch nun, eine leibhaftige Prinzessin. Zumindest im Musical ist Kim Fölmli das. Der Name lässt es erahnen, Kim ist eine Alpenländerin aus der Schweiz. Die Rolle der Anna in Disneys frostigem Kassenschlager „Die Eisprinzessin“ hatte sie schon drauf, aber nun ist sie Erstbesetzung. Davor gab sie die „Heidi“ in dem gleichnamigen Musical auf der Walensee-Bühne. Doch Kim ist keineswegs auf Stücke mit alpinem Ambiente abonniert. Ihre Musical-Ausbildung absolvierte sie 2019 an der Royal Central School of Speech and Drama in London. Außerdem hat sie ein musikalisches Soloprojekt als Kim Dekker.
Kaj-Luis Lucke, Musicalsänger Olaf in „Die Eisprinzessin“
Der gebürtige Österreicher Kaj-Luis Lucke hat schon als Kind Theater gespielt. Nach der Schule wurde es dann professionell, er studierte in Wien Musical und Operette. Das erste große Musical, in dem er mitgespielt hat, war „ganz was Dramatisches“, sagt der 33-Jährige: „Les Misérables“. Mit der Figur Olaf geht es für ihn in der „Eisprinzessin“ nun auf der Bühne deutlich lustiger zu. Für den stets gut gelaunten Schneemann muss er seine Stimme verstellen. „Olafs Stimme ist heller als meine. Und er klingt immer ein bisschen verwirrt und schusselig.“ Mal schauen, welchen Ton er beim Weindorf-Treff trifft.
Marko Špehar-Piehler, Opernsänger und Bäcker
Wenn Marko Špehar-Piehler über Sauerteigbrot spricht, schrieb eine Kollegin, möchte man stundenlang zuhören: Milchzucker, Säure, Fermentation, knusprige Kruste und karamellisierte Krume – dem Stuttgarter ist die Liebe zum Backhandwerk förmlich anzusehen. Dass Menschen ihm gern zuhören, ist für den Mann nicht neu: Marko Špehar-Piehler wuchs im Osten Kroatiens auf einem Bauernhof auf. Nach dem Abschluss des Musikgymnasiums im Jahr 2000 zog es ihn nach Stuttgart, um seinen Traum, Opernsänger zu werden, zu verfolgen. Nach 20 Jahren nationaler und internationaler Karriere auf diversen Opernbühnen, hat es Marko zu seiner zweiter Leidenschaft gezogen, dem Backen mit Naturfermentation.
Florian Weber, SWR-Moderator
Bei ihm ist es einfacher zu sagen, was er noch nicht macht. Vielleicht singen? Oder etwa jonglieren? Ansonsten ist Florian Weber auf allen Bühnen des Landes zuhause und nicht nur bekannt als „Landesschau“-Moderator beim SWR. Er führt mittlerweile auch durch die Sendung „Zur Sache Baden-Württemberg“ und hat einen eigenen Podcast, in dem er die Tücken des Älterwerdens mit einem Therapeuten bespricht. Deswegen können wir an dieser Stelle auch verraten: Florian Weber ist 40+, so heißt nämlich die Podcast- Therapie. Und die kann man bald auch live auf der Theaterbühne verfolgen. Wer so lange nicht warten will – ab zum Weindorf-Treff. Da gibt es Florian Weber live, in echt und in Farbe ohne Tickets oder Fernbedienung.
Weinprinz Moritz Ocker
Endlich auch ein Mann, der die Früchte der Emanzipation ernten darf. Wir erinnern uns: Emanzipation steht für Gleichberechtigung. Über all die Jahre haben wir uns gewundert, dass im Kreise der Weinhoheiten nur Frauen das Sagen hatten. Doch jetzt endlich wurde auch ein Mann, früher mal als Krönung der Schöpfung verklärt, gekrönt. Moritz Ocker heißt er, kommt aus Ilsfeld und befindet sich in den letzten Zügen seines Lehramtsstudiums. Wer Schülerinnen und Schülern etwas beibringen kann, der vermag es auch, das Servicepersonal in einem Weingut anzuleiten. Dort ist er unter anderem für die Betreuung von Veranstaltungen verantwortlich. Na dann: Prost Mahlzeit!