Der Cannstatter Bezirksbeirat spricht sich dafür aus, dass bald am Neckarknie eine Zwergflusspferd-Anlage gebaut wird. Foto: dpa

Einstimmig hat sich der Bezirksbeirat Bad Cannstatt für das vom Förderverein der Wilhelma geplante und finanzierte Projekt ausgesprochen und die Stadt zum baldigen Handeln aufgefordert.

Die Pläne für eine Zwergflusspferd-Anlage der Wilhelma am Neckarknie am Ufer der Anlagestelle des Neckar-Käpt’n gibt es schon seit vielen Jahren. Bereits seit 2024 liegt der Stadt Stuttgart eine Bauvoranfrage des Vereins der Freunde und Förderer der Wilhelma für das Projekt an der Neckartalstraße vor. Das Gelände, welches mittlerweile auch von Baucontainern frei geräumt ist, will der Verein von der Kommune pachten. Bauherr ist der Verein, der mit Kosten von zuletzt drei Millionen Euro rechnete. Er steht in den Startlöchern. Doch bislang gab es keine Rückmeldung von der Verwaltung. Sie kündigte zuletzt Baugrunduntersuchungen an, die das Projekt wohl weiter in die Länge ziehen.

 

Bezirksbeirat Bad Cannstatt erhöht den Druck

Nun erhöht der Bezirksbeirat Bad Cannstatt den Druck. Die Grünen-Fraktion fordert von der Stadtverwaltung einen umfassenden Bericht zum Sachstand und Zeitplan der Zwergflusspferd-Anlage und will wissen, aus welchen konkreten Gründen bislang keine Bewilligung erteilt wurde und mit welchem zeitlichen Ablauf zu rechnen sei. Zugleich wollen die Antragssteller wissen, warum das Projekt nicht Teil der Internationalen Bauausstellung Stuttgart 2027 ist. Im Antrag wird außerdem nach dem bereits feststehenden kleineren IBA-Projekt flussaufwärts am Wasen gefragt und nach der Neckarinsel sowie den geplanten Maßnahmen rund um die Schönestraße.

So könnte die Anlage in der Visualisierung am Neckarufer aussehen. Foto: mkk Architekten

Alle Fraktionen im Bezirksbeirat stimmten dem Antrag einstimmig zu, wie Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler erklärt. Der Antragssteller, Grünen-Fraktionschef Eberhard Wachter, freute sich über das Ergebnis: „Das klare Votum zeigt, dass sich über Parteigrenzen hinweg alle Cannstatter Bürgerinnen und Bürger wünschen, dass der Neckar endlich wieder erlebbar wird.“

Aufwertung eine riesige Chance für Bad Cannstatt

Er sieht in der Aufwertung der Bereiche am Neckar samt Neubau der Rosensteinbrücke eine „riesige Chance für Bad Cannstatt“. Wenn man es richtig mache, könne der Neckar zu einem zugänglichen und attraktiven Flussraum im Stadtbezirk gemacht werden. Zum Flusspferde-Projekt betont der Grünen-Fraktionssprecher: „Dank der gesicherten Finanzierung des Wilhelma-Fördervereins erwarten wir nun eine zügige Klärung der baulichen Voraussetzungen, um das Neckarufer direkt an der Wilhelma endlich nachhaltig aufzuwerten und für uns Menschen vor Ort erlebbar zu machen.“

Fundel: Historisch waren Zwergflusspferde im Neckartal

Auch der Vorsitzende des Wilhelma-Fördervereins, Georg Fundel, hofft: „Für den Freundeskreis der Wilhelma wäre es schön, wenn das fertig geplante Objekt, das in Abstimmung mit der Wilhelma geplant wurde, umgesetzt werden könnte.“ Wer heute am Neckar entlang gehe oder radele, erlebe die Wilhelma nicht. „Es wäre die große Chance durch ein Gehege, direkt am Neckar die Wilhelma zu erleben. Historisch waren die Zwergflusspferde im Neckartal.“

CDU-Bezirksbeirat Roland Schmid: Passt auch für IBA’27 und BUGA

Einer der ersten, der sich seit vielen Jahren, auch schon im Jahr 2014 und davor für die Anlage am Neckarknie stark gemacht haben, ist CDU-Bezirksbeirat und -Regionalrat Roland Schmid: „Ich fand es immer eine tolle Idee, die Wilhelma zum Fluss zu bringen, doch das Stadtplanungsamt hat es nie gewollt.“ Er blickt neben der IBA 2027 auch auf den Landschaftspark Fluss der Bundesgartenschau 2043. „Auch da passt es ins Bild und auch zur IBA.“ Zudem gehöre die Weiße Flotte ans Neckarknie und dort gefördert, betont Schmid. Die Wilhelma sei ein Leuchtturm in der Stadt. Vermutlich sei die Flusspferd-Anlage sogar weltweit einzigartig.

Für Fahrradfahrer und Passanten eine besondere Schaustelle. Foto: mkk Architekten

Der Sprecher des Neckar-Käpt’n, Heiko Volz, sagte: „Seit vielen Jahren warten wir gespannt auf die Zwergflusspferde. Wir haben jährlich bis zu 80.000 Fahrgäste an unserer Anlegestelle vor der Wilhelma. Vor allem für die vielen Kinder, die an unseren Kinderpiratenfahrten teilnehmen, wäre das ein Highlight.“ Es stünden oft bis zu 100 Kinder, die auf die Fahrten warteten. Da wäre es klasse, wenn es die Anlage gebe.

Der Platz wäre auf der Freifläche oberhalb der Schiffsanlegestelle gedacht. Foto: Iris Frey

Detailliert ausgearbeitete Pläne für die Anlage sind bereits von den mkk-Architekten aus Schwerin erarbeitet worden. Bislang ruht die Bauvoranfrage. Fundel hatte zuletzt erklärt: „Wir brauchen sechs Monate bis zur Baustelle und in neun Monaten ist die Anlage gebaut.“ Auf die Stadt kämen keine Kosten zu.

Es müssten lediglich zwei Verträge gemacht werden mit der Stadt über den Grundstücksvertrag und zum Bau der Anlage unter Aufsicht der Stadt.