Oliver Stierle als Co-Trainer beim TSV Weilimdorf sowie als Spieler bei den Kickers und beim FC Bayern. Foto: Günter Bergmann, imago/Rudel, imago/Ulmer/Cremer

Der Co-Trainer Oliver Stierle trifft im WFV-Pokal-Achtelfinale mit dem TSV Weilimdorf auf seinen Ex-Verein Stuttgarter Kickers. Mit welchen Erwartungen?

An diesem Mittwoch (17.15 Uhr) geht es für den Fußball-Verbandsligisten TSV Weilimdorf im WFV-Pokal-Achtelfinale gegen Regionalligist Stuttgarter Kickers. Für den Co-Trainer und Ex-Kickers-Profi Oliver Stierle (42) ein ganz besonderes Duell. 

 

Herr Stierle, Sie hatten es offenbar geahnt, dass es zu diesem Duell kommt?

(lacht) Irgendwie schon. Ich war am Nachmittag vor der Auslosung beim Regionalligaspiel der Kickers gegen Eintracht Trier im Gazi-Stadion und habe schon mal fleißig gescoutet. Ich saß dann sogar mit Marco Wildersinn und einigen anderen aus dem Kickers-Staff im Vip-Raum zusammen, als die Nachricht vom Los kam.

Und?

Ich habe gesagt, Jungs, jetzt wisst ihr, warum ich da war. Und Marco meinte, Du warst früher schon ein Fuchs (lacht). 

Sie waren Mannschaftskollegen bei den Blauen. . .

Ich spielte links in der Viererkette, Moritz Steinle rechts, Marco zusammen mit Marcel Rapp in der Innenverteidigung.  Wir haben uns super verstanden, auch außerhalb des Platzes hatten wir immer viel Spaß zusammen. Ich wünsche Marco, dass er wie „Rappo“ (Anmerkung: Marcel Rapp, jetzt Trainer von Holstein Kiel) den Sprung in die Bundesliga schafft.

Jetzt geht es für Marco Wildersinn erst einmal nach Weilimdorf.

Darauf freue ich mich riesig. Darauf freuen sich weitere Ex-Blaue in unserer Mannschaft riesig, wie Enis Küley oder Bastian Joas, unser Leader, Kapitän und Torjäger. Darauf  fiebert der ganze Verein hin. Wir sind in die Verbandsliga aufgestiegen, sind hinter VfB und Kickers nun dritte Kraft in Stuttgart. Das ist das absolute Highlightspiel für unseren Verein. 

Vor zwei Jahren setzte es in der dritten Runde vor 1250 Zuschauern gegen die Kickers eine 0:7-Packung. . .  

Erst einmal erhoffe ich mir am Mittwoch ein paar Zuschauer mehr, und vor allem muss es wesentlich spannender zugehen als vor zwei Jahren, aber da spielte der TSV Weilimdorf auch noch in der Landesliga.

Rechnen Sie sich Chancen aus?

Im Fußball weiß man doch nie, was passiert. Und im Pokal schon gar nicht. Vielleicht gelingt uns ein frühes Tor und wir wachsen über uns hinaus. Wir werden die Jungs richtig heiß machen und ihnen ein paar Erfahrungen mitgeben.

Welche?

Ich habe zweimal mit den Kickers den WFV-Pokal gewonnen. Wir warfen im DFB-Pokal  unter Trainer Robin Dutt den Hamburger SV aus dem Wettbewerb. Der Vater meines damaligen Mitspielers Recep Yildiz hat seinem Sohn damals ein Auto versprochen, wenn wir gewinnen. Das sind Wahnsinnserinnerungen. Wir spielten dann noch gegen Hertha BSC. Das Spiel mit dem legendären Becherwurf. Das alles prägt einen unglaublich. 

Genauso wie Ihre Zeit beim FC Bayern II zwischen 2008 und 2010?

Die vier Wochen, die ich unter Jürgen Klinsmann bei den Profis mittrainieren durfte, waren überragend. Er stellte mir einen Profivertrag in Aussicht, doch dann flog er raus. Louis van Gaal übernahm – und dem war ich mit 26 Jahren zu alt. Doch die 15 Minuten im Abschiedsspiel von Oliver Kahn im September 2008 gegen die deutsche Nationalmannschaft vor 70 000 Zuschauern, die nimmt mir keiner mehr. Alle brüllten „Olli, Olli“, sie meinten den Falschen (lacht). 

Wie lautet das richtige Ergebnis am Mittwoch im WFV-Pokal? 

Wir gewinnen 3:2, zur Not auch nach Verlängerung.