Peter Beye zum 85. Happy Birthday, Mr. Staatsgalerie

Von nbf 

Von 1969 bis 1994 Direktor der Staatsgalerie Stuttgart: Peter Beye Foto: Staatsgalerie
Von 1969 bis 1994 Direktor der Staatsgalerie Stuttgart: Peter Beye Foto: Staatsgalerie

Mr. Staatsgalerie. Gäbe es diesen Titel, Peter Beye hätte ihn verdient. Von 1969 bis 1994 lenkte er die Staatsgalerie Stuttgart und prägte eine ganz eigene Souveränität seines Teams. An diesem Sonntag wird Beye 85 – und die „Stuttgarter Nachrichten“ gratulieren herzlich.

Stuttgart - Galeristen loben nur zu gerne den Ernst, mit dem sich der am 26. Februar 1932 geborene Kunstwissenschaftler Peter Beye bis heute der Kunst nähert. Peter Beye? Am 31. März 1994 schritt er, der Grandseigneur mit dem schier ewig jungenhaften Lächeln, nach 25 Jahren ein letztes Mal als Direktor durch die Sammlungsräume der Staatsgalerie Stuttgart, den Oberkörper leicht nach vorne gebeugt, die Hände hinter dem Rücken gekreuzt. Der Dank galt seinerzeit Beye als einem, der das Angebot des Architekten James Stirling angenommen hatte, mit der Neuen Staatsgalerie ein Haus zu bespielen, das mit geradezu snobistischer Nonchalance den Eigenwert der Architektur demonstriert.

Vertrauen in die Kraft der Kunst

Einzelgänger stellte Beye Stirlings Demonstration der Vielfalt entgegen. Allen voran: Schlemmer, Picasso, Beuys und die Amerikaner Barnett Newman, Mark Rothko und Ad Reinhardt in der Sammlung – sowie Francis Bacon oder Alberto Giacometti in großen Einzelausstellungen. Karin von Maur und Gudrun Inboden, im Staatsgalerie-Gefüge seinerzeit für die Pflege der Klassischen Moderne und der Gegenwartskunst verantwortlich, antworteten mit kongenialen Projekten. Unvergessen ist der Triumph der von Karin von Maur verantworteten Dalí-Retrospektive, unvergessen ist auch die Erwiderung des von Gudrun Inboden eingeladenen französischen Künstlers Daniel Buren auf Stirlings Architektur.

Noch einmal auf den Spuren Willi Baumeisters

Mit Peter Beye verbindet sich der ganz große Glanz der Staatsgalerie. Ein Glanz, der sich ebenso glücklichen finanziellen Umständen wie dem präzisen Blick und einem souveränen Verständnis von Kollegialität verdankte. Dass er sich nach dem Abschied gemeinsam mit Felicitas Baumeister daranmachte, die Gemälde Willi Baumeisters in einem Bestandskatalog zu erfassen (erschienen 2002), verdeutlichte Beyes kunstwissenschaftlichen Wirkungswillen. An diesem Sonntag wird Peter Beye 85 Jahre alt – und die Glückwünsche werden zu Recht aus aller Welt kommen.

Lesen Sie jetzt