Ameen Al-Dakhil (li.) und Lazar Jovanovic besetzen im Spielerkader von VfB-Cheftrainer Sebastian Hoeneß aktuell nur Nebenrollen. Foto: Baumann/Julia Rahn (2)

Der Innenverteidiger und der Flügelstürmer des VfB sollen in der neuen Saison mehr Spielzeit erhalten. Daher deutet sich für das Duo ein Abschied auf Zeit an.

Sechs Spieltage vor Saisonschluss in der Fußball-Bundesliga steht der VfB ganz dicht vor seiner dritten Teilnahme am Europapokal in Folge. Zudem wurde mit dem Pokalsieg vom vergangenen Mai nach unzähligen Dürrejahren und zwei Abstiegen wieder mal ein Titel geholt – und obendrein der Marktwert des eigenen Spielerkaders in den vergangenen drei Jahren auf aktuell rund 381 Millionen Euro mehr als verdreifacht. Es läuft also bei den Cannstattern.

 

Doch bei allen Erfolgen gibt es immer auch die Sorgenkinder innerhalb eines Teams. Profis, die wie ihre Kollegen mit großen Hoffnungen und viel Vorschusslorbeeren zum VfB gekommen sind, die einen ganzen Haufen Geld gekostet haben – deren Entwicklung aber (bisher) nicht auf dem gewünschten Niveau angekommen ist.

Drei dieser Spieler im in Summe 30 Akteure umfassenden Kader des VfB sind Ameen Al-Dakhil (für neun Millionen Euro an Ablöse vom FC Burnley gekommen), Lazar Jovanovic (für vier Millionen Euro von Roter Stern Belgrad) und Badredine Bouanani (für 15 Millionen Euro von OGC Nizza). Gemein ist dem Trio, dass es aktuell so gut wie keine Rolle spielt: Denn Al-Dakhil hat in diesem Jahr ernüchternde 22 Bundesligaminuten gespielt, der lange verletzte Jovanovic überhaupt nicht – und Bouanani lediglich 126 Minuten, wovon 90 auf die Partie in Mönchengladbach (3:0) entfallen.

Mit Blick auf die kommende Saison müssen also Lösungen her – und die sehen im Fall von Al-Dakhil und Jovanovic Leihgeschäfte vor. So spricht momentan viel dafür, dass der belgische Nationalspieler Al-Dakhil in der kommenden Runde in der Jupiler Pro League, der ersten Liga des Königreichs, zum Einsatz kommen wird. So soll es dem Vernehmen nach mehrere Leih-Angebote aus Belgien für den 24-jährigen Innenverteidiger geben, der beim VfB bisher auch nach fast zwei Spielzeiten immer noch nicht richtig angekommen ist.

Bereits mit muskulären Problemen, aber mit dem Glauben an sein enormes Potenzial im Sommer 2024 vom englischen Premier-League-Club FC Burnley verpflichtet, wechselten sich bei Al-Dakhil Verletzungen, Krankheiten und eine Rotsperre ab. So kommt der im Irak geborene Abwehrmann für den VfB in zwei Saisons bisher nur auf 15 (Teil-)Einsätze in der Bundesliga.

Zu Beginn des Jahres noch für die Europa League nachnominiert, hat Al-Dakhil auf internationaler Bühne letztlich kein Spiel gemacht. Weil Cheftrainer Sebastian Hoeneß zuletzt ganz ohne ihn plante, der Spieler in Stuttgart einen Vertrag bis 2028 besitzt und ein Verkauf aktuell ein deutliches finanzielles Minus mit sich bringen würde, soll Al-Dakhil nun per Leihe wieder in Form kommen.

Ähnlich verhält es sich bei Lazar Jovanovic, der zunächst forsch startete, sich dann aber von Hoeneß auch öffentliche Kritik an seinem taktischen Spielverständnis anhören musste – und der bereits vor seiner langwierigen Verletzung an der Wirbelsäule ganz wenig Einsatzzeit erhielt.

Nun ist Jovanovic nach Wochen der Abwesenheit wieder so gut wie fit – und soll sich ebenfalls mittels einer Leihe an die arrivierten Kräfte herankämpfen. Schließlich ist man beim VfB weiterhin vom enormen Potenzial des Flügelspielers aus Serbien überzeugt. Damit das 19-jährige Toptalent, das in Stuttgart bis 2029 unterschrieben hat, weiter Deutsch lernt und künftig deutlich mehr spielt, ist bei ihm eine Leihe in den deutschsprachigen Raum angedacht.

Im mit 0:1 verlorenen Play-off-Rückspiel der Europa League gegen Celtic Glasgow stand Badredine Bouanani zuletzt in der Startelf. Foto: Baumann/Hansi Britsch

Bleiben wird derweil Bouanani, bei dem die Kurve der Einsatzzeiten mit zunehmender Saison immer weiter nach unten zeigt. Mit 15 Millionen Euro an Ablöse hat der VfB viel Geld in den 21-Jährigen investiert, der seit anderthalb Jahren auch kein Länderspiel mehr für Algerien (bisher fünf Einsätze) bestritten hat.

Dennoch ist man von den Qualitäten des 21 Jahre jungen Flügelspielers beim amtierenden Pokalsieger weiterhin überzeugt. So hält man Bouanani zugute, dass es auf seiner Position viel Konkurrenz gibt. So ist Jamie Leweling auf rechts gesetzt, weil sich links der wieder erstarkte Chris Führich festgespielt hat. Zudem sah die taktische Ordnung im Hoeneß-System zuletzt auf den Außen häufiger Schienenspieler mit offensiven und defensiven Aufgaben als klassische Flügelflitzer vor. Dies alles sind Umstände, die Bouanani nicht entgegenkamen. Klar ist aber auch: Der ehemalige Junioren-Nationalspieler Frankreichs wird sich deutlich steigern müssen, will er beim VfB in die positiven Schlagzeilen kommen.