Vor dem Landgericht Stuttgart sind die drei Männer wegen der Tat in Altbach angeklagt. (Symbolbild) Foto: dpa

Weil sie versucht haben sollen, einen Mann auf offener Straße zu töten, müssen sich jetzt drei Männer vor dem Landgericht Stuttgart verantworten.

Laut Anklage haben sich Szenen beinahe unvorstellbarer Brutalität abgespielt. Weil sie versucht haben sollen, einen Mann in Altbach zu töten, müssen sich drei Männer (22, 26 und 27 Jahre alt) seit Montag vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Sie sind wegen versuchten Mordes angeklagt. Sie sollen ihr Opfer unter einem Vorwand zu einem Treffen am 5. Februar in den Amselweg in Altbach gelockt haben. Der kleine Weg liegt direkt an Gleisen. Es gibt dort nur wenige unmittelbare Anwohner.

 

Gerade in der dunklen Jahreszeit schien den Angreifern dieser Ort offenbar als optimal für ihre Tat geeignet. Zunächst sollen sich die drei Männer versteckt haben. Als das Opfer am vereinbarten Treffpunkt eintraf, sollen die mutmaßlichen Täter über den Mann hergefallen sein. „Er versuchte noch zu fliehen“, erklärte die Staatsanwältin beim Verlesen der Anklageschrift. Doch die Angreifer hätten den Mann rasch zu fassen bekommen.

Opfer wurde mit Reizgas besprüht

Es folgte laut Anklageschrift ein brutaler Gewaltexzess. Mit Messer und Machete sei auf das Opfer eingestochen und geschnitten worden. Der Schädel des am Boden liegenden Mannes sei mit Tritten traktiert worden. „Sie stampften auf seinen Kopf“, sagte die Staatsanwältin. Darüber hinaus sei das Opfer mit Reizgas besprüht worden. Erst als sich ein Passant einmischte und Lichter in den Häusern der Umgebung angingen, hätten die Täter von ihrem Opfer abgelassen. Die drei Angreifer seien geflohen, hätten den schwer verletzten Mann, der aus mehreren Wunden stark blutete, in einer großen Blutlache zurückgelassen.

Das Opfer habe laut Zeugen noch gebetet, bevor es das Bewusstsein verloren habe. „Die Verletzungen waren lebensgefährlich“, so die Staatsanwältin, die keine Zweifel an einer Tötungsabsicht hegte. Der herbeigerufene Krankenwagen habe den Schwerverletzten in eine Klinik gebracht, wo sein Leben gerettet worden sei.

Hintergrund ist wohl ein Disput im Drogenmilieu

Hintergrund der Tat soll ein Disput im Drogenmilieu gewesen sein. Das Opfer hatte wohl Schulden bei den Tätern. Zum Ausgleich sollte der Mann als Kurier einen Auftrag erledigen. Fünf Kilogramm Marihuana sollten von Stuttgart nach Regensburg gebracht werden. Als das Opfer sich weigerte, folgte der Angriff in Altbach.

Die Angeklagten hüllen sich in Schweigen zu den Vorwürfen. Es ist ungewiss, ob sie im Zuge des Verfahrens noch irgendwelche Angaben machen werden. Am ersten Verhandlungstag wurden nur wenige Details zu den Männern bekannt. Laut dem Vorsitzenden Richter Norbert Winkelmann sind die drei Angeklagten alle in der nordafrikanischen Stadt Tunis (Tunesien) geboren.

Das Urteil in dem Prozess soll voraussichtlich am 7. November gesprochen werden. (Symbolbild) Foto: dpa

Naheliegend ist, dass sie noch nicht lange in Deutschland leben. Sie folgten dem Prozess mit Hilfe eines Dolmetschers für die arabische Sprache. Vor ihrer Festnahme, die kurz nach der Tat erfolgte, waren die Angeklagten in Geflüchtetenunterkünften in Regensburg, Karlsruhe und Wörth an der Donau gemeldet. Seit ihrer Festnahme sitzen die Angeklagten in Untersuchungshaft. Es sind sieben Fortsetzungstermine geplant. Ein Urteil wird am 7. November erwartet.