Mit Hardrock-Klängen hat am Dienstag „Kornwestheim rockt“ begonnen. Zum Auftakt gab es AC/DC-Musik von The Jack. Wie war das Konzert? Und wie geht es mit der Reihe weiter.
Wie bei einem Hardrockkonzert nicht anders zu erwarten, waren die Songs der fünf Vollblutmusiker um den charismatischen Sänger Suni nichts für empfindsame Gemüter oder schwache Hörnerven. Nicht ohne Grund hatten fürsorgliche Mamas und Papas den kleinen Nachwuchs im Bollerwagen vorsichtshalber mit einem Gehörschutz ausgestattet.
Die meisten im altersmäßig bunt gemischten Publikum sahen das mit der Lautstärke aber eher locker. Die, denen die treibenden Beats von Bass und Schlagzeug direkt in die Beine gingen, rockten im Fanbereich direkt vor der Bühne ab. Wer lieber mit Freunden quatschte, fand im hinteren Teil des Marktplatzes Gelegenheit dazu.
Spirit von AC/DC auf der Schwäbischen Alb eingefangen
Seit 1973 gibt es AC/DC um das Urgestein Angus Young schon. Die Band hat es verstanden, sich trotz wechselnden Besetzungen und verschiedensten musikalischen Entwicklungen sich selbst treu zu bleiben. Diesen Spirit fängt das kongeniale Quintett von The Jack hervorragend ein. Ergänzend dazu schaffen sie hervorragend den Spagat zwischen der Musik von Down Under und ihrer eigenen Herkunft „vo d´r Alb ra“.
Sänger Suni mit der markanten Stimme, die dem Original frappierend ähnelt, spielte mit seinem urtümlichen Dialekt und dem englischen Original. „Mädle, ihr dürfet euch da no hocka“, lud er freundlich Zuhörerinnen ein und leitete damit nur scheinbar gemütlich über zum Kracher „Can I sit next to you“, einem der ersten Titel von AC/DC überhaupt. Die Damen ließen sich natürlich nicht lange bitten und nahmen Platz vorne an der Bühne. Wie gut AC/DC und The Jack zusammenpassen, konnte man an den Outfits von Besuchern sehen. Da liefen Träger von T-Shirts mit beiderlei Aufschriften friedlich hintereinander her. Auch sonst war outfit-technisch vieles zu einem Hardrock-Konzert passend. Da gab es „Linkin Park“-Tour-T-Shirts oder Erinnerungs-Shirts an „Wacken“-Festivals.
Konzert von The Jack war keine reine Männersache
Im Gegensatz zu früher war dieses Hardrockkonzert absolut keine reine Männersache mehr. Viele Frauen waren entweder mit ihren Partnern da oder hatten sich in „Mädelsgruppen“ verabredet. Frauen ohne Begleitung gab es hingegen wenige. Sie grüßten sich dafür solidarisch. Während auf der Bühne die Musik voll abging, war an den Rändern des Marktplatzes allerlei für hungrige und durstige Besucher und Besucherinnen geboten. Foodtrucks, teilweise original amerikanisch silbern glänzend und mit gemütlich abgerundeten Seitenteilen, luden mit verlockenden Düften zu den verschiedensten Arten von Gaumenfreuden ein. Da gab es Süßes wie Poffertjes, Fleischig-Deftiges oder Maultaschen in allerlei originellen Variationen. Für die Durstigen gab es verschiedenste alkoholische oder alkoholfreie Getränke.
In früheren Jahren war vom Veranstalter bemängelt worden, dass viele Besucher ihre Speisen und Getränke selbst mitbrachten. Auch diesmal konnte man sehen, dass ab und zu vor dem Konzert lieber im nahe gelegenen Supermarkt eingekauft worden war, statt sich vor Ort zu verpflegen. Doch die meisten hatten Getränkebecher der Foodtrucks vom Platz in der Hand.
Beim Blick auf den Teil des Publikums, der mit der Band älter geworden ist, hätten manche Veranstalter von Seniorenveranstaltungen in einigen Jahren ins Grübeln kommen können. Zumindest was deren musikalische Gestaltung angeht. Nicht jedem oder jeder mit grauen oder weißen Haaren wird man da mit Liedern von Roy Black oder Wencke Myhre einen Gefallen tun. So richtig geht nämlich bei manchen im Rentenalter die Post offenbar erst bei Musik aus ihrer wilden Jugend ab.
„Kornwestheim rockt“ findet bis Ende August jeweils dienstags statt. Kommenden Dienstag gibt es Musik von Coldplay.