Umtriebiger Volleyball-Trainer: Konstantin Bitter von Allianz MTV Stuttgart. Foto: Baumann

Konstantin Bitter, der Trainer von Allianz MTV Stuttgart, betreute die deutschen Volleyballerinnen bei den World University Games in Berlin.

Herr Bitter, Sie sind Coach der deutschen Volleyballerinnen bei den World University Games gewesen. Wie hat sich das angefühlt?

 

Sehr gut. Wir hatten eine Mischung aus einem U-23- und dem B-Nationalteam dabei, das ich als Bundestrainer seit 2024 betreue. Es war für uns alle eine sehr gute Möglichkeit, ein stark besetztes, großes Turnier zu erleben und viele Erfahrungen zu sammeln.

Wie lief es sportlich?

Anfangs sehr, sehr gut. Wir haben überraschenderweise in der Gruppenphase das Team aus China geschlagen, im Viertelfinale mit einer starken Leistung die Polinnen bezwungen. Und auch im Halbfinale haben wir uns trotz der 0:3-Niederlage gegen Italien sehr gut behauptet. Das war jedoch ein übermächtiger Gegner, der uns aufgezeigt hat, woran wir noch arbeiten müssen – an den Basics, aber auch daran, in stressigen Situationen die richtige Entscheidung zu treffen.

Leider hat es am Ende nicht zu einer Medaille gereicht.

Stimmt – und das lag auch an uns selbst.

Inwiefern?

Wir haben gegen die Brasilianerinnen in der Vorbereitung auf das Turnier gewonnen, im Spiel um Platz drei waren sie uns in Sachen Emotionalität und Leidenschaft aber deutlich voraus. Wir haben zudem volleyballerisch klar das schlechteste Spiel gemacht, qualitativ war das nicht ausreichend. Auch an Aktivität und Aggressivität hat es gefehlt.

Wie fällt Ihr Fazit aus?

Trotzdem sehr positiv. Leider haben wir es verpasst, uns mit einer Medaille zu belohnen – insgesamt war es aber ein super Turnier von uns. Das Ziel, wertvolle Erfahrungen zu gewinnen, haben wir auf jeden Fall erreicht.

Auch Sie persönlich?

Ja. Ich hatte viel Spaß mit dem jungen Team. Wir haben gesehen, dass es in Deutschland Spielerinnen mit einer sehr guten Mentalität gibt, die wir nun weiter fördern müssen – das tun wir im deutschen Volleyball bisher alle miteinander zu wenig.

Wie viel haben Sie vom Flair der Olympischen Spiele für Studierende mitbekommen?

Leider sehr wenig. Das Herz der Spiele schlägt ja in der Region Rhein-Ruhr, unser Turnier war in Berlin. Dort waren alle Volleyball-Teams im selben Hotel untergebracht, das hat sich sehr gut angefühlt, auch die Organisation war perfekt. Letztlich waren es für uns aber keine Olympischen Spiele für Studierende, es war eher eine Studenten-WM.

Ihr Team bei Allianz MTV mit Stuttgart pausiert gerade, Sie sind unterwegs. Brauchen Sie keine Auszeiten?

Viele Volleyball-Trainer arbeiten den Sommer durch. Ich bin meinen 35 Jahren noch ein junger Coach – wenn ich weiterkommen will, dann sind solche Erfahrungen sehr hilfreich. Zudem habe ich auch etwas einzubringen, das ich gerne in meinen Sport investiere. Es ist schön, auf diese Art und Weise dem Volleyball etwas zurückgeben zu können.