Die Namensliste der Athletinnen und Athleten bei den Olympischen Spielen ist voller Poesie – nicht nur wegen Francesca Lollobrigida und Christoph Danksagmüller.
Jeder Reporter lernt früh, dass Namen und Nachrichten tunlichst richtig zu schreiben sind. Und noch eine Regel gibt es: Keine Witze über und mit Namen! Olympische Namensforschung zu betreiben, ist dagegen nicht verboten.
Unvergessen ist die Biathletin Simone Greiner-Peter-Memm, die 1994 in Lillehammer mit dem deutschen Quartett Silber holte und über die ein Kollege schrieb: „Ein Name wie eine ganze Staffel.“ Ähnlich poetisch geht es auch diesmal zu, dafür bürgt allein schon das große italienische Team. Hervor sticht natürlich die wundervoll klingende Francesca Lollobrigida. Die Eisschnellläuferin holte nicht nur Gold über 3000 Meter, sie ist auch die Großnichte der vor drei Jahren verstorbenen Filmdiva Gina Lollobrigida.
Es müllert auch bei den Winterspielen
Im deutschen Team spielt wie schon 2024 in Paris der Name Müller die Hauptrolle. Florian Müller (Rodeln), Jonas Müller und Moritz Müller (beide Eishockey) wollen zeigen, dass ihr Name nicht nur im Fußball (Gerd, Dieter, Thomas) für Qualität bürgt, und sie bekommen dabei internationale Unterstützung: Bei den Winterspielen starten auch die Schweizerin Alina Müller (Eishockey), der Österreicher Jonas Müller (Rodeln) sowie die US-Amerikaner Marcus Mueller (Rodeln) und J. T. Miller (Eishockey). Für die Poesie braucht es allerdings einen österreichischen Ski-Freestyler – den wunderbaren Christoph Danksagmüller.
Die Suche nach Rekorden ist diesmal eine globale Sache. Allein 20 Athleten tragen den Nachnamen Lee (17x Südkorea, 2x Taiwan, 1x USA), 19 heißen Kim (16x Südkorea, 3x USA). Den längsten Namen hat der iranische Skifahrer Mohammad Kiyadarbandsari, mit den wenigsten Vokalen kommt die finnische Langläuferin Ryytty (Vorname: Vilma) aus. Ihr Landsmann Antti Aalto (Skispringen) war früher immer der Erste, der in seiner Klasse aufgerufen wurde – aber nur weil Langläuferin Ingrid Bergene Aabrekk (Norwegen) und Eishockeystar Mikkel Aagaard (Dänemark) woanders zur Schule gingen.
Kommen wir zum Schluss zu den Verbänden. Sollte das Internationale Olympische Komitee (IOC) eine Expertenmeinung zum weltweiten Anstieg der Temperaturen benötigen, wäre nicht nur der tschechische Curler Lukas Klima ein guter Ansprechpartner, auch Ski-Freestyler Airleigh Frigo (Australien) und Eishockeyspieler Luca Frigo (Italien) verfügen über viel Erfahrung – ihr Name bedeutet im Italienischen Kühlschrank. Und dann gibt es noch die Federation Internationale de Ski (FIS), deren bekanntester Repräsentant Marcos Fis bei den Winterspielen fehlt: Der Spanier wurde lieber ein Handball-Star.