Wenn es nach der ökosozialen Mehrheit im Gemeinderat geht, soll die Bus-Verbindung aus dem Hallschlag in die Cannstatter Altstadt verbessert werden. Allerdings gibt es ein Problem.
Wie kommt man mit dem öffentlichen Nahverkehr vom Hallschlag aus am Schnellsten in die Cannstatter Altstadt? Online-Kartendienste wie Google Maps empfehlen je nach Startpunkt meist, den Bus zu nehmen. Je nach Ziel verbunden mit einem rund zehnminütigen Spaziergang. Seit der Sperrung der maroden Rosensteinbrücke im Frühjahr 2022 enden die Linien 52 und 56 in der Neckarvorstadt. Wer nicht gut zu Fuß ist, kann auf die Stadtbahn umsteigen, muss jedoch Umwege und längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen. Und daran soll sich nach den Plänen des städtischen Tiefbauamts bis zur Fertigstellung der neuen Rosensteinbrücke nichts ändern – voraussichtlich bis zum Jahr 2032.
Es regt sich jedoch Widerstand. Bereits Anfang April hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vorgeschlagen, dass die Busse bis Ende des Jahres über die König-Karls-Brücke bis zum Wilhelmsplatz fahren sollen. Unterstützung erhalten die Umweltschützer von der Bürgerinitiative Burgholzhof, die in der Maßnahme eine „deutliche Verbesserung und Erleichterung für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung“ sehen. Auch im Gemeinderat findet die Idee Zustimmung. In einem gemeinsamen Antrag fordert die ökosoziale Mehrheit, dass spätestens ab dem Fahrplanwechsel 2026/2027 wieder eine durchgehende Busverbindung der Linie 52 zum Wilhelmsplatz eingerichtet wird.
Wie kommen die Busse zur König-Karls-Brücke?
Das Problem dabei ist jedoch, dass die Busse aus der Neckarvorstadt kommend die Bundesstraße 10 unterhalb der neuen Stuttgart21-Eisenbahnbrücke überqueren müssten, um die Linksabbiegerrampe an der König-Karls-Brücke zu erreichen. Doch eben diese Wegeverbindung existiert nicht – und nach Abschluss der Bauarbeiten ist die B10 dort zweispurig. Thomas Baur, verkehrspolitischer Sprecher des BUND-Kreisverbands Stuttgart, schlägt vor, den Verkehr auf der Bundesstraße kurzzeitig anzuhalten, damit die SSB-Fahrzeuge kreuzen können.
Doch ist solch eine „Busschleuse“ möglich oder drohen dann Staus im Rosensteintunnel? Das Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Volt sowie Die Linke SÖS Plus und PULS beantragen, diese Variante zu prüfen. Ergebnisse sollen im kommenden Jahr im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik vorgestellt werden. Alternativ dazu soll die Verlängerung der Buslinie 56 durch Münster, über die Reinhold-Maier-Brücke, bis zum Cannstatter Wilhelmsplatz untersucht werden. Weil sich in beiden Fällen die Fahrzeit im Vergleich zur früheren Route über die Rosensteinbrücke deutlich verlängern würde, soll dafür gesorgt werde, dass die Fahrzeuge der SSB möglichst schnell vorankommen. Denkbar ist, dass Busse an Ampeln Vorrang haben oder teils eigene Fahrspuren erhalten.