Wo heute Regionalzüge auf der Panorambahn durch die Stuttgarter Halbhöhe rollen, sollen spätestens 2035 S-Bahnen fahren. Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich

Eine neue S-Bahnlinie in der Region nimmt Gestalt an. Stuttgart steuert eine Million Euro bei, drei neue Halte in der Stadt sind geplant. Der Erhalt der Panoramabahn wäre gesichert.

Die Pläne für eine neue S-Bahnlinie zwischen Heimerdingen und Stuttgart-Vaihingen werden konkreter. Das Land, die Region, der Zweckverband Strohgäubahn sowie die Infrastrukturtochter der Südwestdeutschen Landesverkehrs-Gesellschaft (SWEG) schließen eine Rahmenvereinbarung, in der die nächsten Schritte zur Planung der neuen Verbindung festgezurrt werden. Es bleibt aber nicht bei Papieren und Absichtserklärungen. Die Stadt Stuttgart stellt für die nächsten Planungsphasen trotz knapper Kassen eine Million Euro zu Verfügung.

 

Die neue Linie soll in Heimerdingen starten und zunächst die Strecke der Strohgäubahn bis Korntal nutzen. Von dort geht es via Porscheplatz und Zuffenhausen nach Feuerbach. Nach der Fahrt durch den Pragtunnel biegen die Züge der neuen Linie auf die Panoramabahn ab. Entlang dieser Strecke sollen drei neue Haltestellen eingerichtet werden.

Umsteigemöglichkeiten zur Stadtbahn

Der Halt bei der Heilbronner Straße erschließt nicht nur das dort liegende Schulzentrum und die Wagenhallen, sondern bietet auch Umsteigemöglichkeiten zur Stadtbahn an der Haltestelle Pragfriedhof. Der nächste Halt liegt an der Lenzhalde in unmittelbarer Nähe zum Eberhard-Ludwigs-Gymnasium. Die dritte Station entsteht am Herderplatz, wo über Stege und Aufzüge ein Umstieg auf die Stadtbahnlinien 2 und 9 ermöglicht werden soll. Bis zur künftigen Endhaltestelle in Stuttgart-Vaihingen würden die Bahnen von dort ohne Halt durchfahren. Optionalen Stationen am Dachswald und am Österfeld bescheinigen die Gutachter „geringere Wirkungen“.

Die Million aus der Stadtkasse soll der weiteren Planung der neuen Haltestellen auf Stuttgarter Markung dienen. Für OB Frank Nopper ist das gut angelegtes Geld. „Die geplante neue S-Bahn-Linie zwischen Stuttgart-Vaihingen und Heimerdingen stärkt den ÖPNV in Stuttgart und in der Region enorm.“ Diese Planungen sicherten den Erhalt der Panoramabahn, die damit auch als Ausfallroute für die Stammstrecke zur Verfügung stünde.

OB Frank Nopper Foto: Lichtgut

Neue S-Bahnlinie soll spätestens 2025 an den Start gehen

Der Verband Region Stuttgart hat seine Beteiligung an der Rahmenvereinbarung am Mittwoch hinter verschlossenen Türen verhandelt und will in der Sitzung der Regionalversammlung am 25. März einen Beschluss fassen. Tatsächlich ist Eile geboten. Die beiden nächsten Planungsphasen sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Und auch der weitere Zeitplan ist ambitioniert. Spätestens wenn die Züge, die heute auf der Strohgäubahn zwischen Korntal und Heimerdingen pendeln, im Jahr 2035 ans Ende ihre Nutzungszeit kommen, soll die neue S-Bahnlinie an den Start gehen.

Dazu muss aber die bislang eingleisige und nicht elektrifizierte Strecke ausgebaut werden. Zwischen Münchingen und Schwieberdingen soll ein zweites Gleis gelegt werden und die gesamte Strecke für den elektrischen Zugbetrieb mit einer Oberleitung versehen werden. Zusammen mit der Sanierung der Panoramabahn soll das Vorhaben rund 307 Millionen Euro kosten.

Neue Züge für besondere Herausforderungen

Darin nicht enthalten ist die Anschaffung von zehn Zügen, an die besondere Ansprüche gestellt werden. Insbesondere die engen Radien auf der Strecke gelten als Herausforderung. Als herkömmliche S-Bahnzüge während der sommerlichen Stammstreckensperrungen zwischen dem Stuttgarter Hauptbahnhof und Vaihingen via Panoramabahn pendelten, nahmen die Fahrzeuge Schaden an den Rädern.