Die Abkürzung DHL kennt jeder, die Bedeutung kaum jemand. Foto: www.imago-images.de

Am Namen zeigt sich ein Trend, an wichtigeren Bereichen auch. Die Zustellung von Briefen wird noch weniger werden, kommentiert Christian Gottschalk.

Mit diesen Namen kann wohl kaum jemand etwas anfangen: Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn. Nie gehört? Die drei haben vor fast 60 Jahren in San Francisco einen Paketdienst gegründet. Vor knapp einem viertel Jahrhundert hat die Deutsche Post das Logistikunternehmen gekauft, das die Anfangsbuchstaben der Nachnamen ihrer Gründer in sich trägt: DHL. Nun wird die Deutsche Post hierzulande als Name verschwinden, DHL bleibt. Für Nostalgiker ist das noch schlimmer als das neue Logo der Lufthansa, in dem das ziemlich einmalige Gelb einem langweiligen Weiß weichen musste.

 

E-Mail macht es den Briefen schwer

Die Umbenennung hat Gründe. Während das Paketgeschäft boomt, haben E-Mail und Whatsapp dem Briefgeschäft einen schweren Schlag verpasst. Das macht sich nun auch im Namen bemerkbar, zudem in vielen anderen, deutlich wichtigeren Bereichen. Dass Briefe einen Tag nach ihrem Einwurf beim Empfänger zu sein haben, ist gesetzlich schon seit dem vergangenen Jahr nicht mehr vorgeschrieben. Montags ist die Post vielerorts nie da, die Zustellfrequenz wird künftig weiter abnehmen. Glück für Nostalgiker: So schlimm wie in Dänemark, wo sich die staatliche Post fast komplett aus dem Markt zurückgezogen hat, wird es nicht. In Dänemark werden behördliche Schreiben weitgehend digital versandt. In Deutschland zählen Arbeitsamt und Bußgeldstellen, Sozialbehörden und Gerichte zu den größten Kunden der Post. Daran wird sich in den nächsten Jahren mutmaßlich nicht viel ändern.