Das Tatfahrzeug raste laut Anklage mit 150 Kilometern pro Stunde durch Ludwigsburg. Foto: KS-Images.de / Andreas Rometsch

Ein halbes Jahr nach dem tödlichen Autorennen beginnt ab Dezember eine hohe Taktung an Prozesstagen. Den Männern werden unter anderem Mord und versuchter Mord vorgeworfen.

Es ist ein halbes Jahr her, dass Merve (23) und Selin (22) ihr Leben verloren, als ein Raser den Ford Focus der beiden Frauen auf der Schwieberdinger Straße in Ludwigsburg mit seinem Wagen zertrümmerte. Nachdem Ende September bekannt wurde, dass drei Männer unter anderem wegen Mordes und versuchten Mordes angeklagt sind, steht nun der Termin für den Prozessbeginn fest.

 

Am Freitag, 5. Dezember, um 13.30 Uhr beginnt am Landgericht Stuttgart die Suche nach Antworten – und nach einer gerechten Strafe. Im Dezember sind fünf weitere Verhandlungstage in kurzer Folge angesetzt. Im Januar und Februar folgen jeweils vier weitere Termine. Insgesamt hat das Gericht bislang 20 Prozesstage vorgesehen.

Darum geht es im Prozess

Die interessanteste Frage vor Gericht: Kann das rücksichtslose Rasen der Männer mit bis zu 150 Kilometern pro Stunde innerorts als Mord gewertet werden – haben die Männer Todesfälle wissend in Kauf genommen?

Die Anklage wiegt jedenfalls schwer. Dem 32-jährigen Hauptangeklagten wird Mord in zwei tateinheitlichen Fällen, ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge, Gefährdung des Straßenverkehrs sowie die Beteiligung an einem weiteren illegalen Rennen vorgeworfen, das rund eine halbe Stunde vor dem tödlichen Unfall stattgefunden haben soll.

Sein 35-jähriger Bruder muss sich laut Anklage unter anderem wegen versuchten Mordes in zwei Fällen, wegen des Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge und wegen Gefährdung des Straßenverkehrs verantworten.

Der 25-jährige Cousin soll das Rennen mit initiiert haben: Ihm wird zur Last gelegt, bei einem früheren Rennen in der Ludwigsburger Innenstadt das Startzeichen gegeben und Teile des Geschehens gefilmt zu haben.