Ein Opfer der Flammen – zerstörte Telefonzelle an der Gerlinger Stadtbahn-Haltestelle Foto: Simon Granville

Die historische englische Telefonzelle, ein Geschenk an Gerlingen, wurde durch Flammen zerstört. Die Stadt will sie wieder instandsetzen – die CDU setzt auf Überwachung.

Die Stadt Gerlingen hat eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise ausgelobt, die zur Aufklärung des Brandanschlags führen, der Ende Januar auf dem Europaplatz verübt worden war. Bisher unbekannte Täter hatten eine dort stehende englische Telefonzelle angezündet, die als öffentliche Bücherbox diente.

 

Gerlingens Bürgermeister Dirk Osteringer (parteilos) erklärte dazu im Gemeinderat, dass die Stadt „eine Nulltoleranzpolitik gegenüber Menschen verfolge, die auf keine bessere Idee kommen, als das Eigentum anderer zu zerstören“. Hinweise zur Aufklärung der Tat könnten sowohl bei der Polizei in Gerlingen als auch im Rathaus gegeben werden.

Telefonzelle – ein Geschenk der Gerlinger Partnerstadt Seaham

Die erheblich beschädigte Telefonzelle war eine originale englische Telefonzelle, die Gerlingen 1988 von der Partnerstadt Seaham geschenkt bekommen hatte. Zunächst war sie in der Nähe des Rathausplatzes als öffentliches Telefon betrieben worden. Seit 2014 diente sie als Bücherbox auf dem Europaplatz. Bei dem Brand sind alle darin aufbewahrten Bücher zerstört und die Zelle schwer beschädigt worden.

Die CDU-Gemeinderatsfraktion hat unterdessen beantragt, den Europaplatz künftig mit Videokameras zu überwachen. Auf dem Platz sei es neben dem Brandanschlag in den vergangenen Monaten „wiederholt zu sicherheitsrelevanten Vorfällen“ gekommen, begründete die Fraktion ihren Vorstoß.

CDU will das „Sicherheitsgefühl“ stärken

„Ziel des Antrags ist es, durch den Einsatz einer Videoüberwachung Vandalismus, Gewalt und andere Straftaten einzudämmen sowie das Sicherheitsgefühl für Bürgerinnen und Bürger, Pendler und Anwohner nachhaltig zu stärken“, so die CDU.

Bürgermeister Oestringer kündigte an, dass die Stadt die englische Telefonzeller wieder instandsetzen wird. „Man wird Brandmerkmale aber danach weiterhin sehen können“, erläuterte der Rathauschef.