Gezielte Stromstöße gegen Vorhofflimmern: Die Medius Klinik in Ostfildern-Ruit setzt mit innovativen Operationsmethoden neue Maßstäbe. Wie Patienten davon profitieren.
Die Zukunft der Herzrhythmusmedizin ist in den kreiseigenen Medius Kliniken angekommen: Eigenen Angaben zufolge bietet das Krankenhaus am Standort in Ostfildern-Ruit als erste Einrichtung in Baden-Württemberg jetzt fünf unterschiedliche Pulsed-Field-Ablationssysteme zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen an. „Das ist ein entscheidender Schritt hin zu einer noch präziseren und personalisierten Medizin, ohne Kompromisse, wie sie in den letzten Jahren noch vorkamen“, betont Jürgen Schreieck, der leitende Oberarzt der Klinik für Innere Medizin, Herz- und Kreislauferkrankungen.
Die häufigste Herzrhythmusstörung ist Vorhofflimmern. Schätzungen zufolge leiden 1,5 bis zwei Millionen Menschen in Deutschland an dieser Erkrankung, bei der die Vorhöfe des Herzens unregelmäßig, rasch und unkoordiniert zucken. Das ist zwar nicht akut lebensbedrohlich, es erhöht aber das Risiko, einen Schlaganfall zu bekommen. Vorhofflimmern sollte daher frühzeitig behandelt werden.
Modernes Verfahren bei Herzrhythmusstörungen: Es gilt als präzise, schonend und sicher
Um unregelmäßigen Herzschlag zu korrigieren, kommt neben einer medikamentösen Therapie eine sogenannte Katheterablation infrage. Bei dem minimalinvasiven chirurgischen Eingriff werden die elektrischen Störfelder in den Vorhöfen, die das Herz aus dem Takt bringen, gezielt verödet. Das erfolgt in den meisten Fällen mittels Hitze oder Kälte. Erst seit wenigen Jahren steht auch eine nichtthermische Alternative zur Verfügung: die Pulsed-Field-Ablation (PFA), auch Elektroporation genannt.
Im Unterschied zu den traditionellen Verfahren wie der Radiofrequenzstrom- oder Kryo-Ablation setzt die Pulsed-Field-Ablation auf elektrische Felder. Über Katheter werden gezielt ultrakurze Hochspannungsimpulse eingesetzt. Mit pulsierenden Stromstößen werden die Herzmuskelzellen in den Vorhöfen, von denen die Störsignale ausgehen, ausgeschaltet – „präzise und mit hoher Sicherheit für umliegende Strukturen“, erläutert Herzspezialist Schreieck.
Medius Klinik Ruit kann jedem Patienten die optimale Behandlungsstrategie bieten
Mittlerweile gibt es verschiedene PFA-Methoden, die sich in der Form des Katheters und der Art der Energieabgabe unterscheiden – und die Medius Klinik in Ruit deckt jetzt ein breites Spektrum ab. Mit der parallelen Nutzung mehrerer Systeme setze man bei der Behandlung von Herzrhythmusstörungen neue Maßstäbe, heißt es in der Mitteilung der Medius Kliniken. „Dank der Verfügbarkeit von fünf verschiedenen Pulsed-Field-Systemen können wir jedem einzelnen Patienten die optimale Energieform, Ablationstechnik und Behandlungsstrategie bieten“, betont Schreieck. Der renommierte Kardiologe wendet die innovative Methode schon seit vier Jahren erfolgreich an.
„Mit der Einführung der fünf Systeme setzt der Standort Ruit einen wichtigen Impuls für die Weiterentwicklung der elektrophysiologischen Therapie in Baden-Württemberg“, unterstreicht Schreieck die Bedeutung dieses Angebots. Das erklärte Ziel sei, Behandlungsergebnisse weiter zu verbessern und individuelle Patientenbedürfnisse noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Nach Einschätzung der Deutschen Herzstiftung wird die Pulsed-Field-Ablation bald zum Standard der Rhythmologie gehören.