Kenianische Bereitschaftspolizei feuert einen Tränengaskanister auf Demonstranten. Foto: dpa/Brian Inganga

Sie wollen nicht reden, sie wollen eine neue Regierung: Nach einer Woche relativer Ruhe demonstrieren in vielen Städten Kenias wieder viele junge Leute.

Bei Protesten in zahlreichen Städten Kenias fordern Demonstranten den Rücktritt von Präsident William Ruto. Die Proteste, die sich zunächst gegen ein umstrittenes Steuergesetz gerichtet hatten, sind inzwischen zu einer grundlegenden Kritik an der Regierungsführung, Verschwendung und Korruption geworden. In dieser Woche stehen sie unter dem Schlagwort „Tage des Zorns und des Muts“.

Eine massive Polizeipräsenz und Straßensperren verhinderten größere Proteste in der Hauptstadt Nairobi. Zahlreiche Demonstranten versammelten sich außerhalb des Zentrums, wo sie auch Straßen blockierten. Zahlreiche Geschäfte blieben geschlossen. Fernsehbilder zeigten Demonstranten in der Küstenstadt Mombasa, die Plakate mit der Aufschrift „Hört auf, uns zu töten“ und „Wir haben keine Angst“ trugen. In den vergangenen Wochen wurden nach Angaben von Menschenrechtsgruppen mindestens 39 Menschen bei Demonstrationen getötet. Vor drei Wochen stürmten Demonstranten das Parlament in Nairobi.