Bei vielen Familien im Rems-Murr-Kreis gehört es in den Sommerferien einfach dazu: Das Maislabyrinth der Familie Kolb in Alfdorf. In diesem Jahr konnte es erst etwas später öffnen – wir haben uns dort umgesehen.
Maispflanzen, so weit das Auge reicht. Plötzlich eine Kreuzung – nach rechts oder nach links? Oder waren wir hier schon einmal? Alles scheint auf den ersten Blick gleich auszusehen, währen da nicht diverse Hinweise, versteckt zwischen den scheinbar endlosen Reihen von Maispflanzen. Im Maislabyrinth bei Alfdorf begeben sich die Besucher in einen Irrgarten voller Drehungen, Wendungen und Sackgassen.
Das Labyrinth ist seit 25 Jahren ein lohnender Ausflugstipp
Seit 25 Jahren legt die Familie des Landwirts Günther Kolb das Labyrinth an. Jedes Jahr ist der Irrgarten ein anderer. Kolb und sein Sohn Mathias pflanzen das Feld, das später zum Labyrinth wird, extra dicht, um später auf der Basis ihres ausgeklügelten Plans die Gänge und Sackgassen hinein zu mähen. In diesem Jahr gibt es auch einen Bereich, in dem statt Maispflanzen hohe Gräser wachsen – der vermeintliche Ausgang aus dem Labyrinth entpuppt sich hier als besonders vertrackter Irrgarten. Auch die Dekoration variiert von Jahr zu Jahr. Im letzten Jahr begrüßte etwa ein Minion aus Strohballen die Gäste, dieses Jahr prangt ein riesiger Sonnenblumentopf aus Stroh am Eingang. Für viele Familien aus der Region gehört ein Besuch zum festen Programm in den Sommerferien. Normalerweise ist das Alfdorfer Labyrinth während der gesamten Sommerferien zugänglich. In diesem Jahr war die Eröffnung etwas später dran: Erst am vergangenen Sonntag war alles komplett gerichtet. Der 71-jährige Günther Kolb erklärt, die Witterung der vergangenen Monate – inklusive Überflutungen und Starkregen – habe das Mähen des Labyrinths erschwert. Doch jetzt ist alles bereit für die freiwilligen, jungen und alten Irrläufer.
Das Maislabyrinth in Alfdorf hat auch 2024 wieder geöffnet
Die Regeln, die gelten, sind in all den Jahren gleich geblieben: Den Eintrittspreis auf Vertrauensbasis in das am Eingang bereithängende Kässlein werfen, eine Stempelkarte mitnehmen und im Labyrinth bitte auf den freigemähten Wegen bleiben. Unterwegs gilt es, sechs Stempelstationen zu finden, an denen knifflige Fragen beantwortet werden müssen.
Wer eine Chance auf den Hauptpreis – Karten für den bei Familien beliebten Schwaben-Park – haben will, tut gut daran, die Augen offen zu halten. Jedes Detail könnte wichtig sein: Welche Farbe hat die Hose einer der Figuren, die sich zwischen den Maispflanzen verstecken? Wie sieht der Weg zur Stempelstation von oben gesehen aus? Manchmal gibt es auch Schätzfragen zum Maislabyrinth oder zum Wissen rund um die Region zu beantworten.
Im Labyrinth stoßen die Irrläufer immer wieder auf Überraschungen, die die Kolbs zwischen den Pflanzen drapiert haben. So lauert irgendwo eine Gespensterfigur, auf einer Bassdrum können Kids Dampf ablassen, besonders beliebt ist auch das Maistelefon – ein Rohr, das quer durchs Feld verlegt wurde, und durch das man sich gegenseitig lustige, gruselige oder nützliche Botschaften zuraunen kann. All diese Details dienen nicht nur der Unterhaltung, sondern sind auch eine gute Hilfe bei der Orientierung.
Wer das Maislabyrinth besucht, sollte gut zu Fuß sein. Die gemähten Gänge sind zwar ebenerdig, aber trotzdem nicht gerade barrierefrei. Und beim Erkunden des Labyrinths kommt man, je nach Orientierungssinn, auch auf eine ganz schöne Strecke. Festes Schuhwerk ist also angebracht – eine Kopfbedeckung kann an heißen Tagen auch nicht schaden. Wer eine Erfrischung braucht, kann sich etwas mitbringen – oder den Pavillon in Anspruch nehmen, den die Kolbs aufgestellt haben. Dort stehen gekühlte Getränke und sogar Eis bereit, die gegen eine geringe Gebühr, ebenfalls in eine Selbstzahlerkasse, verzehrt werden können.
So findet man das Maislabyrinth
Bäuerlicher Irrgarten Das Maislabyrinth der Familie Kolb findet man im Bonholz 5 in Alfdorf. Dort gibt es ein paar Parkplätze, der Eintritt kostet für Erwachsene drei, für Kinder zwei Euro. Diese gilt es am Eingang ins Labyrinth in eine Selbstbedienungskasse zu entrichten. Da die Begehbarkeit auch von der Witterung abhängig ist, lohnt es sich, vor einem Besuch bei den Kolbs nachzufragen. Sie sind unter der Telefonnummer 0 71 72/35 04 erreichbar.