Die Autokrise hinterlässt auch beim Stuttgarter Technologiekonzern Spuren. Der Umsatz geht zurück, entsprechend fällt die Gewinnbeteiligung für die Mahle-Belegschaft aus.
Es hätte durchaus schlimmer kommen können, so lässt sich die Bilanz bei Mahle für das Jahr 2025 zusammenfassen. Andere Unternehmen der Autoindustrie hatten schließlich zuletzt deutlich höhere Rückgänge zu verzeichnen als jene, die das Stuttgarter Technologieunternehmen am Mittwoch bei seiner Jahrespressekonferenz bekannt gegeben hat.
Mahle: Erwartungen nicht erfüllt
„Wenn etwas sicher ist in diesen Zeiten, dann ist es die Unsicherheit“, begann Mahle-Chef Arnd Franz seine Ausführungen und nannte „US-Zölle, Lieferkettendisruptionen, geopolitische Verwerfungen und die Hängepartie um die künftige C02-Regulierung“ große Erschwernisse für die Planbarkeit. Unter diesen Rahmenbedingungen seien die Umsatzerwartungen im vergangenen Jahr auch nicht erfüllt worden“, so Arnd Franz.
2025 ging der Umsatz von 11,68 Milliarden Euro im Vorjahr auf rund 11,26 Milliarden Euro zurück. Das Konzernergebnis sank von 22 Millionen Euro auf 20 Millionen Euro, was der Finanzvorstand Markus Kapaun vortrug. Damit hat Mahle dennoch das dritte Jahr in Folge schwarze Zahlen geschrieben, was noch keine Selbstverständlichkeit ist nach zuvor mehreren Jahren mit Verlusten. Die Trendwende setzte im Jahr 2023 ein.
„Mahle ist auf dem Weg zu profitablem Wachstum“, sagte Mahle-Chef Arnd Franz und kam zu dem Fazit, dass sich die Strategie mit dem Fokus auf Elektrifizierung, Thermomanagement und Verbrennungsmotoren bewähren würde, trotz der Rückgänge im vergangenen Jahr.
Mahle: Bonus geringer als im Vorjahr
Die vorgelegten Zahlen wirken sich auch auf den Bonus für die Belegschaft aus. Gab es für das Jahr 2023 noch 1000 Euro pro Person, waren es ein Jahr später 900 Euro. Für 2025 können die Beschäftigten nach Informationen unserer Redaktion nun mit einer Gewinnbeteiligung von 800 Euro rechnen, die mit dem Juni-Gehalt überwiesen werden sollen. Wie sich die Zahlen in Zukunft entwickeln, lässt sich angesichts der weiteren Folgen des Iran-Kriegs weiterhin schwer prognostizieren.
Das gilt auch für den Stellenabbau. 2025 verringerte sich die Anzahl der Mahle-Beschäftigten von rund 67 700 auf 64 240. In Deutschland waren es 600 Jobs, die wegfielen. Weil Mahle in diesem Jahr 100 Millionen Euro an Einsparungen im Personalbereich plant, wird es zu weiteren „Anpassungen“ kommen. Darüber befindet sich die Geschäftsführung mit den Interessensvertretern der 9000 Mahle-Beschäftigten an den deutschen Standorten in Verhandlungen, die im Mai abgeschlossen sein sollen.
Es geht dabei auch um einen Ergänzungstarifvertrag. Eine Vereinbarung, die betriebsbedingte Kündigungen bei Mahle ausschließt, läuft am Ende des Jahres aus. Den Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen liegen individuelle Angebote für eine Abfindung beziehungsweise für eine Vorruhestandsregelung vor.
Forderungen an die Politik vom Mahle-Chef
Den Blick in die Zukunft verband Mahle-Chef Arnd Franz mit einer Botschaft an die kommende grün-schwarze Landesregierung in Stuttgart, an die Bundesregierung und nach Brüssel: „Ebnen Sie der Wirtschaft jetzt schnell den Weg zurück zum Wachstum. Weniger Regulierung, weniger Bürokratie. Mehr und breitere Energieangebote, runter mit den Lohnnebenkosten, mehr Flexibilisierung von Arbeit. Bringen Sie Bildung, Infrastruktur und Digitalisierung voran.“ Wo der Weg anderenfalls bei Mahle hingeht? Weg vom Standort Deutschland, daran ließ Franz keinen Zweifel.
Blick nach Indien macht Mahle Hoffnung
Beim Blick ins Ausland spielt weiterhin China als Absatzmarkt eine tragende Rolle. Indien wird als weltweit drittgrößter Pkw-Mark für Mahle aber immer wichtiger. 2023 hat Mahle in Indien bereits ein großes Entwicklungszentrum gebaut. „Wir streben an, unseren Umsatz dort in den kommenden vier bis sechs Jahren zu verdoppeln“, sagt der Mahle-Chef, der außerdem länderunabhängig viel Potenzial für sein Unternehmen im Bereich der Verteidigungstechnik sieht.