Im Norden der Stuttgarter Wilhelma startet nun der Abriss des alten Schaubauernhofs. Dann kann dort die neue Elefantenwelt gebaut werden.
Seit Kurzem sind im Norden der Wilhelma oberhalb des Asiatischen Schaubauernhofs die Bagger im Einsatz. Sie bereiten das Gelände vor, wo künftig die neue Elefantenwelt gebaut werden soll: Es wird der ehemalige Schaubauernhof abgerissen, der im Juli 1992 errichtet worden war. Die Anlage mit Schafen, Ziegen, Eseln und Kühen war im April 1993 eingeweiht und im November 2023 geschlossen worden.
Wie Christian Angermann von Vermögen und Bau mitteilt, sind die Arbeiten nun im Gange. „Derzeit befinden sich auf dem Baufeld neun abzubrechende Gebäude des Schaubauernhofs, darunter das Restaurant, ein Kiosk sowie zwei technische Betriebsgebäude und Stallungen, die im Zuge der Neugestaltung des Areals abgebrochen oder zurückgebaut werden.“ Dabei würden ebenso technische Anlagen, Leitungen der Infrastruktur, befestigte Flächen und Wege zurückgebaut.
Restaurant soll ebenfalls ersetzt werden
Schon vor Wochen wurden erste Bauzäune aufgestellt, um die kommende Baustelle vor den Besuchern zu sichern. Nach den Sommerferien war das obere Restaurant geschlossen worden. Es soll ebenfalls durch ein neues ersetzt werden.
Als besondere Herausforderungen beschreibt Angermann in dieser ersten Projektphase, ebenso wie in den folgenden, „die unter Natur- und Denkmalschutz stehenden Großbäume zu schützen und zu erhalten“. Zudem müsse die Bewirtschaftung der Wilhelma über den Wirtschaftsweg parallel zur Pragstraße weiterhin sichergestellt werden, so Angermann. Die Rückbauarbeiten sollen bis Ende Januar 2026 abgeschlossen sein.
Auf der rund zwei Hektar großen Anlage beginnen dann im Anschluss die Bauarbeiten für die neue asiatische Elefantenwelt, die den Angaben zufolge eine Nutzfläche von 1,5 Hektar haben wird. Das Land hat die Baukosten mit 68,5 Millionen Euro beziffert. Der Förderverein der Wilhelma wird 15 Millionen Euro für den Bau spenden und das Land als Eigentümer der Wilhelma zahlt, wie vom Landtag bewilligt, den fehlenden Betrag von 51,1 Millionen Euro.
Realisiert wird der Entwurf des Stuttgarter Büros Hermann + Bosch Architekten zusammen mit MKK Architekten und dem Ingenieurbüro Knippers Helbig. Die neue Anlage nördlich des asiatischen Schaubauernhofs wird zehnmal größer sein als das bisherige Gehege, Platz für eine Herde mit bis zu 14 Tieren bieten und in drei Bereiche aufgeteilt werden können. In der Wilhelma leben seit 1952 Elefanten, derzeit sind es die betagten Dickhäuterinnen Pama und Zella.
Elefanten bilden auch das Wappentier, das überall in der Stadt auf vielen Schildern den Weg in den Stuttgarter Zoo weist. Der Bau der Anlage soll von 2025 bis 2029 dauern. Das Land rechnet insgesamt bis zum Abschluss der Arbeiten 2029 mit Gesamtbaukosten von 87,73 Millionen Euro. Dabei sind schon Preissteigerungen bei den Baukosten in den kommenden Jahren eingerechnet, nämlich Kostenrisiken von etwas mehr als 19 Millionen Euro.