Als Brandursache wird falsch entsorgter Elektro-Schrott vermutet. Welche Folgen hat der Brand?
Elektroschrott ist die Abfallart, die derzeit am schnellsten anwächst. Und er ist mit erheblichen Risiken verbunden. Das musste auch an diesem Mittwoch festgestellt werden in der Leinfelden-Echterdinger Entsorgungsstation Sielminger Straße: Im Bereich der E-Schrott-Anlieferung ist ein Brand ausgebrochen.
Deshalb wurde im Bereich der E-Schrott-Anlieferung die Entsorgungsstation Sielminger Straße in Stetten vorübergehend geschlossen. Nach Abschluss aller Löscharbeiten soll die Anlage am Freitag wieder öffnen.
Feuerwehr löscht Brand schnell: Sachschaden im vierstelligen Bereich
Die Feuerwehr war mit drei Fahrzeugen vor Ort und konnte den Brand schnell löschen. Wie am Donnerstag mitgeteilt wurde, gab es keine Verletzten. Aber es entstand ein Sachschaden im „kleinen vierstelligen Bereich“, so der zuständige Abfallwirtschaftsbetrieb AWB des Landkreises Esslingen.
Dass der Brand glimpflich verlief, hatte vermutlich auch damit zu tun, dass er in einem gesondert aufgestellten Sammelcontainer ausbrach. So konnte sich das Feuer nicht weiter ausbreiten.
Derzeit brennen deutschlandweit jeden Tag etwa 30 Abfuhrfahrzeuge und Wertstoffhöfe, wo E-Schrott als Verursacher ermittelt wird. „Die Brandursache steht jetzt noch nicht genau fest, aber klar ist: Die Entsorgung von E-Schrott ist eine der größten Herausforderungen, mit der wir derzeit zu tun haben“, so Michael Potthast, Geschäftsführer der AWB.
AWB prüft neues Thekenmodell zur sicheren E-Schrott-Entsorgung
Das beginne schon häufig damit, dass E-Schrott gerne falsch entsorgt wird in der Restmülltonne. Und dann müsste bei der Anlieferung selbst eine fachgerechte Entsorgung sichergestellt werden. Deshalb prüft die AWB derzeit dazu ein so genanntes Thekenmodell an den E-Schrott-Annahmestellen. Potthast: „Die Frage ist, ob wir künftig jedes Gerät einzeln annehmen müssen“. Denn das würde etwa bedeuten, dass stets kontrolliert werden müsse, ob die Akkus ausgebaut sind. Denn vor allem von diesen gehe die Brandgefahr aus.
Was ebenfalls noch eine Rolle spielen sollte: „E-Schrott enthält oft seltene Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium, Gold oder Neodym. Ins Recycling überführt, könnte dies neu verbaut werden in anderen Elektrogeräten“, so Potthast. In einer Aufklärungswoche im Landkreis zu diesem Thema wird erläutert, was alles zu Elektroschrott zählt: Geräte mit Stecker und Akkubetrieb gehören natürlich dazu, aber auch beispielweise Leuchtdioden, E-Zigaretten von Geschenkkarten mit Musik.
Erst vor wenigen Tagen ist auf dem Gelände einer Elektrorecyclingfirma in Bad Harzburg (Niedersachsen) ein Großbrand ausgebrochen. Die Polizei schätzte den entstandenen Schaden auf rund 10.000 Euro. Nach Angaben der Polizei standen mindestens zehn Container mit Elektroschrott in Flammen. Aufgrund einer starken Rauchentwicklung hatte die Feuerwehr die Bevölkerung zeitweise aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.