Das Dankeschön gibt es als Karte oder digital. Foto: dpa/Marijan Murat

Mit der Ehrenamtskarte gibt es exklusiv für Engagierte besondere Angebote. Neuerdings auch in Esslingen.

Ob Sport, Kultur, Bildung, soziale Dienste oder Bevölkerungsschutz – viele gesellschaftliche Bereiche würden ohne das große Engagement von Ehrenamtlichen zum Erliegen kommen. Um diesen Einsatz zu würdigen, hat der Landkreis Esslingen die Ehrenamtskarte eingeführt. Seit Anfang des Jahres bietet sie zahlreiche Vergünstigungen bei Freizeit- und Kultureinrichtungen.

 

Nun kommen weitere Angebote hinzu, denn auch die Stadt Esslingen beteiligt sich an der Karte. Dafür hat sich jüngst der Sozialausschuss ausgesprochen. So gibt es mit der Karte beispielsweise ermäßigten Eintritt im Merkel’schen Schwimmbad und im Neckarfreibad, vergünstigte Tickets für die Teilnahme am Altstadtrundgang des Esslinger Stadtmarketings sowie eine Rabattkarte der Volkshochschule. Die Angebote sind nicht x-beliebig ausgewählt. Mithilfe von Multiplikatoren wie der Freiwilligenagentur oder dem Stadtjugendring hat das Sozialamt zuvor abgefragt, was bei den Engagierten tatsächlich Anklang findet.

Die Bedeutung des Ehrenamts

„Mit der Beteiligung an der Ehrenamtskarte setzt die Stadt ein klares Zeichen für die Bedeutung des Ehrenamts als tragende Säule des kommunalen Zusammenlebens“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Damit verbunden ist laut Stadt aber auch die Hoffnung, neue Engagierte zu gewinnen oder langfristig zu binden.

Zudem hat die Stadt bei nicht-städtischen Einrichtungen in Esslingen dafür geworben, sich als sogenannte Akzeptanzstelle listen zu lassen. So machen beispielsweise die WLB, das Kulturzentrum Dieselstraße, der Tierpark Nymphaea oder das Kunstdruck Centraltheater mit. Ausgabe, Verwaltung und Antragstellung der knallgelben Dankschön-Karte erfolgt über das Landratsamt.
Der Esslinger Tierpark Nymphaea akzeptiert die Ehrenamtskarte. Foto: ff

„Das Ehrenamt ist unbezahlbar“, sagte Ulrike Gräter von der SPD. Ihre Fraktion hatte im vergangenen Jahr mit einem Antrag die Beteiligung an der Ehrenamtskarte angestoßen. Die Karte bringe Wertschätzung für die Ehrenamtlichen zum Ausdruck und habe zudem positive Mitnahmeeffekte, wenn dadurch Einrichtungen bekannter würden. Lob gab es auch von den Vertreterinnen und Vertretern der anderen Fraktionen.

Karte ist in ganz Baden-Württemberg gültig

Sabine Mickeler (CDU) schlug unter anderem eine Ermäßigung der Parkgebühren für Ehrenamtliche vor. Sozialbürgermeister Yalcin Bayraktar erteilte dem jedoch eine Absage. Dies entspreche nicht dem Sinn der Ehrenamtskarte. Gemeint haben könnte er damit, dass die Karte kein Ersatz für entstandene Kosten ist, sondern als freundliche Geste verstanden werden soll. Die vom Sozialministerium veröffentlichte Liste der Akzeptanzstellen zeigt jedoch, dass es landesweit durchaus einige ungewöhnliche Angebote gibt. Diese reichen von Rabatte auf Brillen und kostenlosen Umzugskartons bis zur Teilnahme an einem Marathon. In jedem Fall wird die Dankeschön-Karte umso attraktiver, je mehr mitmachen. Das Landratsamt Esslingen weist deshalb darauf hin, dass weitere private Anbieter und Kommunen sich jederzeit melden können.

Im vergangenen Sommer hatte der Esslinger Kreistag die Einführung der Ehrenamtskarte zum 1. Januar 2026 beschlossen. Die Aktion geht auf eine Initiative des Landes zurück, das auch die Kosten trägt. Die Karte ist in ganz Baden-Württemberg bei allen teilnehmenden Akzeptanzpartnern gültig. Neben dem Kreis Esslingen haben bislang zehn weitere Städte und Landkreise die Karte eingeführt.

Anspruch auf die Ehrenamtskarte haben Personen, die in den vergangenen zwölf Monaten mindestens 200 Stunden unentgeltlich in einer Organisation mitgearbeitet oder mindestens 100 Stunden freiwillig in einem gemeinwohlorientierten Projekt geholfen haben. Die Karte gibt es auch als digitale Version in einer App. Mehr Informationen findet man auf der Homepage des Landratsamts: www.landkreis-esslingen.de.