Große Teile des Stadtgebiets waren am Donnerstag von einem Stromausfall betroffen. Die Ursache steht inzwischen fest.
In der Landeshauptstadt ist am Donnerstagmorgen großflächig der Strom ausgefallen. Große Auswirkungen hatte der Abfall im Hochspannungsnetz auf das Leben im Kessel nicht. Die Stadtbahnen standen kurz still , in vielen Gebäuden flackerten kurz die Lichter, auch Internet und Telefon funktionierten in einigen Haushalten nicht mehr. In den Stuttgarter Kliniken fielen einige Untersuchungsgeräte kurzzeitig aus – ohne größere Folgen. Die meisten Stuttgarterinnen und Stuttgarter nahmen es gelassen.
Am stärksten betroffen waren die Autofahrer: In vielen Teilen der Stadt fielen die Ampeln aus, auf größeren Kreuzungen regelten Polizisten bis weit nach Mittag den Verkehr. „Es werden ständig neue Störungen bei Ampeln gemeldet. Die Bevölkerung ist zu besonderer Vorsicht im Straßenverkehr aufgerufen“, schilderte eine Polizeisprecherin die Situation am Vormittag. Ansonsten ging das Leben in Stuttgart schnell wieder seinen gewohnten Gang, viele Menschen hatten offenbar kaum registriert, dass „der Saft“ kurzzeitig weg war. „Das hat kurz ‚Bling’ gemacht, aber sonst hat man eigentlich nichts gemerkt“, sagte eine Bäckereifachverkäuferin am Charlottenplatz.
Stromausfall dauerte nur 0,06 Sekunden
Die Ursache für das „Bling“ war schnell klar: Ein Schaltfehler eines Mitarbeiters in einem Umspannwerk, in dem gerade Umbauten stattfinden, hatte nach Angaben der Stuttgart Netze zu einem kurzen Spannungsabfall im Hochspannungsbereich geführt. Das ganze dauerte gerade einmal 0,06 Sekunden. Betroffen waren demnach vor allem Gebäude mit hohem Stromverbrauch, diese mussten teils wieder manuell zugeschaltet werden. Eine Fremdeinwirkung hatte der Netzbetreiber schnell ausgeschlossen.
Weil an verschiedenen Stellen in der Stadt Brandmeldeanlagen auslösten, rückte die Feuerwehr aus. Brände habe es im Zusammenhang mit dem Stromausfall aber nicht gegeben, sagte der Feuerwehr-Sprecher Daniel Anand. Auch größere Rettungsaktionen, etwa wegen in Fahrstühlen eingeschlossener Menschen, blieben aus. Am Mittag ging die Zahl der Einsätze demnach deutlich zurück, sagte Anand.
Die Menschen in der Stadt konnten zudem zeitweise mit ihren Smartphones nicht mehr telefonieren, das Mobilfunknetz und das Internet fielen nach Angaben der Anbieter Telekom und Vodafone zeitweilig aus. „Insgesamt 5250 Kunden in der Landeshauptstadt konnten im Zeitfenster 9.45 bis 10.15 Uhr für jeweils etwa 15 bis 20 Minuten das Internet nicht nutzen und auch nicht telefonieren“, teilte ein Vodafone-Sprecher mit. Betroffen seien sowohl Mobilfunk- als auch Kabelkunden gewesen. Die Telekom konnte zunächst nicht sagen, wie viele Nutzerinnen und Nutzer betroffen waren.
Flughafen nicht betroffen – aber der Fernsehturm
Auch in den meisten Geschäften lief der Betrieb normal weiter. Die Polizei rückte zu einigen Einsätzen bei Juwelieren aus. Dort hatten Alarmanlagen wegen des Stromausfalls ausgelöst. Während sich viele Stadtbahnen auch im weiteren Tagesverlauf verspäteten, blieben die S-Bahnen und der Regionalverkehr der Deutschen Bahn einem Bahnsprecher zufolge verschont.
Auch am Flughafen hatte der Stromausfall keine Auswirkungen. Am Fernsehturm hingegen, der am Donnerstag 70. Geburtstag feierte, war der Stromausfall zu spüren. Die Türen an den Aufzügen funktionierten für kurze Zeit nicht mehr.