Die Gasdruckregelanlage in der Beethovenstraße erfüllt eine wichtige Funktion in der Gasversorgung. Nun ist der Kasten auch optisch von Wert. Foto: Stadtwerke Herrenberg

Bei einem Kunstprojekt besprüht eine neunte Klasse Gasdruckregelanlagen der Stadtwerke Herrenberg.

Allein der Name klingt schon schnöde – Gasdruckregelanlage. Wie mit viel Kreativität und Fantasie aus zwei grauen Kästen der Stadtwerke Herrenberg echte Hingucker werden, haben sechs Schülerinnen und Schüler des Schickhardt-Gymnasiums (SGH) bei einem lokalen Kunstprojekt unter Beweis gestellt. Die Jungen und Mädchen der Klasse 9c entwickelten gemeinsam mit dem Streetart-Künstler Nathan Grant Kitch im Auftrag der Stadtwerke zwei Graffiti-Motive und verschönerten damit die Gasdruckregelanlagen in der Beethovenstraße und in der Hildrizhauser Straße.

 

Gefüllt mit allerlei Rohren, Messgeräten und Ventilen bringen Gasdruckregelanlagen das Gas ins Zuhause der Herrenberger Bürgerinnen und Bürger und erfüllen damit eine wichtige Funktion in der Gasversorgung. Die optische Trostlosigkeit ist nun gewichen. „Mit dem Ergebnis sind wir mehr als zufrieden“, sagt Stadtwerkeleiter Steffen König.

Von der Idee zum fertigen Kunstwerk

Unter Anleitung des Künstlers Nathan Grant Kitch entwickelten die Schülerinnen und Schüler erste Ideen und Motive, die sie in Absprache mit den Stadtwerken in den letzten Wochen vom Papier auf die Gasstation brachten. Dabei opferten die Schülerinnen und Schüler einen Teil ihrer Freizeit – am Wochenende oder am Nachmittag griffen sie zur Sprühdose. Die Grundlagen wurden zunächst mit der gesamten Klasse 9c erarbeitet, bevor eine ausgewählte Schülergruppe das Konzept weiterentwickelt und praktisch umgesetzt hat. „Besonders schön war für mich zu sehen, dass dabei nicht nur die Idee gewachsen ist, sondern auch die Schülerinnen und Schüler selbst. Zu erleben, wie aus Schülerinnen und Schülern junge Künstlerinnen und Künstler werden, ist etwas ganz Besonderes“, erklärt Nathan Grant Kitch, künstlerischer Leiter des Projekts. Die Schüler hätten nicht einfach Motive umgesetzt, sondern die Werke mit ihren eigenen Gedanken, Farben und Perspektiven maßgeblich mitentwickelt. Genau das mache solche Projekte so wertvoll: Junge Menschen erleben, dass sie ihre Umgebung aktiv mitgestalten und sichtbar prägen können.

Ein Projekt, von dem alle Seiten profitieren

Auch die Anlage in der Hildrizhauser Straße ziert nun ein Graffiti. Foto: Stadtwerke Herrenberg

Für die Zukunft können sich die Stadtwerke weitere solcher Projekte vorstellen. Mögliche Flächen gibt es noch einige. Finanziert wurde das Projekt von den Stadtwerken sowie mit Fördergeldern der Stadt Herrenberg. „Kunst im öffentlichen Raum ist von unschätzbarem Wert – sie inspiriert und schafft Identifikation mit der eigenen Umgebung“, resümiert die Schulleiterin des SGH, Heike Bertsch-Nödinger.

Der Künstler Nathan Grant Kitch arbeitet bereits seit Jahren mit Schülerinnen und Schülern bei Kunstprojekten zusammen. Neben Streetart gehören auch Rap und Break Dance zu seinem Repertoire.