Im Landkreis Böblingen ist 2025 die Zahl der Straftaten gesunken. Foto: Eibner-Pressefoto/Jürgen Biniasch

Ob Jugendkriminalität, Körperverletzungen oder Ladendiebstähle: Die polizeiliche Statistik für den Kreis Böblingen zeigt positive Tendenzen.

Zahlen, Daten, Fakten – und dahinter zahlreiche Schicksale. Die Polizeiliche Kriminalstatistik schlüsselt die Entwicklungen des Jahres 2025 in verschiedenen Deliktbereichen im Landkreis auf. Es ergibt sich ein detailliertes Bild zu Tötungsdelikten, Einbruchsdiebstählen oder Körperverletzungen. Die Vizepräsidentin des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, Silke Kübler, bringt die komplexen Ergebnisse beim Besuch im Sozialausschuss des Kreistags dennoch auf eine einfache Formel: „Die Bürger leben in einem sicheren Landkreis.“

 

Insgesamt ist die Zahl der erfassten Straftaten 2025 kreisweit um 15,3 Prozent gesunken. Absolut gesehen waren es 14 987 Straftaten (2024: 17 702). Zurückgegangen sind Rohheitsdelikte (-16,3 Prozent) wie Körperverletzungen (-18,8 Prozent) sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte (-18,3 Prozent). Auch gab es präsidiumsweit weniger einfache Ladendiebstähle (-23,2 Prozent).

Weniger Jugendkriminalität

Positiv hervorzuheben war auch die Entwicklung bei einem besonders häufig in der Diskussion stehenden Phänomen: der Jugendkriminalität. „Von Jugendlichen begangene Straftaten sind im Kreis Böblingen um 17,4 Prozent deutlich gesunken. Das ist positiv“, sagt Kübler. Präsidiumsweit hat sich die Zahl der jugendlichen Tatverdächtigen von 2067 (2024) auf 1618 im Jahr 2025 reduziert. Zu jugendlichen Tätern gehören Menschen bis 21 Jahre.

Ebenso nach unten gegangen ist der Anteil der „nicht deutschen Tatverdächtigen“ – und zwar um 18,3 Prozent. Auch vermindert haben sich die durch Asylsuchende begangenen Straftaten. Hier sogar um 31 Prozent. Auch bei einem immer wieder in der Diskussion stehenden Ort, dem Böblinger Bahnhofsviertel, kann die Leiterin des Polizeipräsidiums Positives vermelden: „Das Gebiet um den Bahnhof war 2025 kein Ort, an dem vermehrt Straftaten verübt wurden.“ Konkret seien dort Ladendiebstähle um 39,5, Rohheitsdelikte um 10,7 und Rauschgiftdelikte um 20,5 Prozent zurückgegangen.

Kein Kriminalitäts-Hotspots – der Böblinger Bahnhof. Foto: Eibner-Pressefoto

Zehn Tötungsdelikte im Kreis Böblingen

Differenziert stellt sich das Bild bei den schwersten Taten, den „Straftaten gegen das Leben“ dar, denn die Landkreise Böblingen und Ludwigsburg verzeichneten 2025 bei diesen Verbrechenarten gegensätzliche Tendenzen. Während im Kreis Böblingen die Zahl der Kapitalverbrechen – also Mord, Totschlag und fahrlässige Tötung – von elf im Jahr 2024 auf zehn Fälle sank, stieg die Zahl im Nachbarlandkreis deutlich um neun Fälle (16 auf 25). Das ist ein Plus von 56,3 Prozent. „Bei diesen insgesamt 35 Straftaten handelte es sich um zehn Morde, 22 Totschlagsdelikte und drei fahrlässige Tötungen“, erklärt Silke Kübler.

In einem dieser Kapitalverbrechen konnte die Polizei einen Ermittlungserfolg verbuchen. Bei dem Ende Februar 2025 verübten Mord an einer 38-jährigen Frau im Sindelfinger Wald ist es der Böblinger Kriminalpolizei nämlich gelungen, einen Täter zu ermitteln. Der Mann hatte seine Bekannte auf deren Nachhauseweg aufgelauert, sie ermordet und in einen Amphibiendurchlass geworfen. Er wurde im März 2026 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Angriffe auf Polizeibeamte bleiben ein Problem

Ambivalent fällt das Urteil der stellvertretenden Präsidiumsleiterin im Bereich „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ aus. Zwar seien 23,4 Prozent weniger Fälle, bei tätlichen Angriffen knapp 13 Prozent, bei den Beleidigungen 50 Prozent und den Bedrohungen 18,5 Prozent registriert worden, doch Grund zur Freude gibt es nicht: „Die 268 Fälle im Kreis Böblingen sind im Zehnjahresvergleich noch immer der zweithöchste Wert. Wir bewegen uns hier also leider auf hohem Niveau“, unterstreicht Silke Kübler.