Der Spitzenreiter verliert nach elf Siegen mal wieder. Der KV Plieningen trennt sich von seinem Trainer. Drei A-Jugendliche gehen bei Degerloch voran. Und der erste Absteiger ist fix.
Die angedachte Meisterfeier des FSV Waldebene Stuttgart-Ost muss um mindestens eine Woche verschoben werden. Der KV Plieningen trennt sich nach der Ankündigung eines Wechsels umgehend von seinem Trainer, und der erste Absteiger steht fest. Der Blick auf die Spiele des 26. Spieltages der Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen, Staffel 2.
ABV Stuttgart – FSV Waldebene Stuttgart-Ost 4:2
Der ABV Stuttgart hat die Aufstiegsfeier des FSV Waldebene Stuttgart-Ost vertagt. Der Tabellendritte besiegte den Spitzenreiter in einem intensiven Duell mit 4:2. „Uns ist die Revanche für das Hinspiel geglückt“, sagt der Trainer Achim Häusler. Ende Oktober hatten die Seinen gegen denselben Gegner eine bittere 0:5-Pleite kassiert. Dieses Mal zeigten die Degerlocher ihr bisher bestes Spiel der Runde. Bereits nach zehn Minuten gingen sie durch Nicolas Gutzentat verdient in Führung. „Die Waldebene hat keinen Schlüssel gegen unsere Verteidigung gefunden“, sagt Häusler. Erst nach der Pause gelang Leo Christ aus dem Gewühl heraus der Ausgleich für den Tabellenführer. „Wir hatten an diesem Tag aber das Spielglück auf unserer Seite“, sagt der ABV‑Coach. Binnen 15 Minuten erhöhte sein Team auf 4:1. Auch mit dem zweiten Gegentreffer durch Leon Renner per Foulelfmeter kam keine wirkliche Spannung mehr auf.
Der Bezirksliga-Absteiger bleibt damit weiter im Rennen um den Relegationsrang zwei. Das Restprogramm mit dem auf den 21. Mai verlegten Derby beim FV Germania Degerloch sowie den folgenden Begegnungen mit dem TSV Heumaden, KF Kosova Bernhausen und SV Vaihingen II ist jedoch nicht zu unterschätzen. „Wir schauen nicht mehr so doll auf die Tabelle. Wir versuchen, unsere Spiele zu gewinnen, und schauen dann am Ende, wofür es reicht“, sagt der Coach. Zum Titelgewinn bestimmt nicht mehr, auch wenn es rein rechnerisch noch möglich wäre. „Die Waldebene wird sicher und verdient Meister, dazu habe ich ihnen auch schon gratuliert“, sagt Häusler.
Für den Spitzenreiter war es am Sonntag das Ende einer Serie von elf Siegen. Insgesamt war das Ost-Team seit 17 Spielen unbesiegt. „Irgendwann reißt jede Serie“, sagt der Trainer Rocco Cesarano gelassen. Diesmal sei vieles nicht für, sondern gegen sein Team gelaufen. Allein in der Schlussphase habe seine Mannschaft viermal Pfosten oder Latte getroffen. „Sie haben uns zu Beginn ganz schön überrascht, uns den Schneid abgekauft und es sich damit über das ganze Spiel über verdient“, sagt Cesarano mit Blick auf den Gegner. Die Partie sei ein Vorgeschmack auf die Bezirksliga gewesen. „Da ist es jede Woche so“, weiß der ehemalige Feuerbach-Coach aus eigener Erfahrung. Der Dämpfer sei deshalb auch zur richtigen Zeit gekommen.
Am kommenden Sonntag hat der FSV Waldebene Ost nun die Chance, im Spitzenspiel gegen den Verfolger GFV Ermis Metanastis Stuttgart auf eigenem Platz den Aufstieg klar zu machen. „Es gibt wahrscheinlich keinen besseren Zeitpunkt. Wir haben richtig Bock auf das Spiel“, sagt Cesarano.
Tore: 1:0 Gutzentat (10.), 1:1 Leo Christ (50.), 2:1 Kauderer (54.), 3:1 Omoregie (63.), 4:1 Kauderer (66.), 4:2 Leon Renner (74., Foulelfmeter).
Besonderes: Potsou (Waldebene) schießt Foulelfmeter an den Pfosten (71.).
GFV Ermis Metanastis Stuttgart – SpVgg Möhringen 3:0
Der Tabellenzweite könnte am kommenden Sonntag seinem Sportplatz-Vermieter hingegen die geplante Meisterfeier vermiesen. Es wird in jedem Fall das Topspiel sein: Erster gegen Zweiter, Waldebene gegen Ermis Metanastis. „Das Spiel ist der Schlüssel für uns zur Relegation. Wenn wir das gewinnen, dann fange selbst ich an, davon zu träumen“, sagt der Ermis-Coach Jetmir Fetai. Einstweilen, gegen die Spvgg Möhringen, erledigten die Waldebene-Griechen ihre Hausaufgaben trotz Personalmangels souverän. „Es war ein ungefährdeter Sieg“, berichtet Fetai. Die Gastgeber ließen nur wenig zu und schlugen selbst dreimal zu.
Im Saisonendspurt hat der GFV Ermis Metanastis Stuttgart fast das gleiche Programm wie sein Verfolger ABV Stuttgart. Nach dem Topspiel gegen den Spitzenreiter stehen die Begegnungen mit Degerloch, Heumaden und Kosova Bernhausen an.
Für die Möhringer wird der Endspurt spannender als erhofft. Der Vorsprung auf den Relegationsrang ist auf nur noch zwei Punkte geschmolzen. „Keiner von uns hat Lust auf ein Alles-oder-Nichts-Spiel am letzten Spieltag gegen Makedonija“, sagt der Möhringer Trainer Tobias Fuchs. Seine einfache Rechnung: „Es sind noch zwölf Punkte zu vergeben. Wenn wir diese holen, dann kann uns nichts mehr passieren.“ Kommende Woche geht es zunächst gegen die Sportfreunde Stuttgart. „Die müssen noch mehr als wir. Wir werden aber die nächsten Wochen alles reinhauen, um die maximalen Punkte zu holen“, kündigt Fuchs an.
Tore: 1:0 Gkiagkiaev (41.), 2:0 Kryeziu (44.), 3:0 Kryeziu (82.).
Besonderes: –
SV Vaihingen II – KF Kosova Bernhausen 4:3
Der KF Kosova Bernhausen hat nach einer ereignisreichen Derby-Niederlage gegen den Mitaufsteiger SV Vaihingen II seinen vierten Platz verloren. Die Vaihinger dagegen feierten einen Sieg der Moral. Dreimal lagen sie im Rückstand, drehten die Begegnung jedoch in doppelter Überzahl in der Schlussphase. Ihr Gegner kassierte zweimal Gelb-Rot. „Es lief uns natürlich in die Karten, dass die sich mit zunehmender Spieldauer selbst aus der Partie genommen hat“, sagt der Vaihinger Spielertrainer Oliver Heringhaus. Dennoch sei es enorm schwierig gewesen, die Bernhausener Hintermannschaft zu knacken. Den spielentscheidenden Vaihinger Treffer erzielte Nilson Jemixe in der dritten Minute der Nachspielzeit. Zuvor hatte eine Gäste-Neun ihrerseits noch einmal vorgelegt. „Das darf dir eigentlich nicht passieren“, moniert Heringhaus.
Tore: 0:1 Babaj (5.), 1:1 Kousol (45.+3), 1:2 Babaj (47.), 2:2 Irion (74.), 2:3 Sylaj (75.), 3:3 Günther (81.), 4:3 Jemixe (90.+3).
Besonderes: Gelb-Rot für Aron Zogaj (Kosova/40.) und Vesli (Kosova/48.).
Spvgg Stetten – FV Germania Degerloch 1:4
Mit ihrem souveränen 4:1-Sieg sind die Degerlocher auf den vierten Platz gesprungen und bleiben das Überraschungsteam dieser Saison. „Es läuft besser als erwartet“, sagt der Trainer Claudio Marques. Ursprünglich war die Saison nur als Vorbereitung für die kommende Runde gedacht – für dann planen die Degerlocher, ernsthaft anzugreifen. In diesen Plan passt, dass bereits jetzt drei Spieler in der Startelf stehen, die eigentlich noch für die A-Jugend spielberechtigt sind. Lovis Emil Hendriks, Matija Pavlovic und allen voran der aktuelle Dreifachtorschütze Emil Scheuermann sind in der ersten Mannschaft zu Leistungsträgern aufgestiegen.
Das Trio wird am Donnerstag auch im Kader der Degerlocher U 19 stehen, die dann gegen den TSV Bernhausen um den Bezirkspokal spielt. Scheuermann, der mit 23 Treffern die Torschützenliste der Kreisliga-A-Staffel 2 anführt, wird voraussichtlich jedoch nur als Joker eingesetzt werden.
Gegen Stetten traf der 18-Jährige mit einem direkten Freistoß mitten in die Drangphase der Gastgeber und brachte damit sein Team auf die Siegerstraße. „In den 15 Minuten nach der Pause war die Partie etwas auf der Kippe. Danach haben wir das Spiel aber wieder kontrolliert“, berichtet Marques. Scheuermann sorgte in der 78. Minute dann für die Entscheidung und sicherte den fünften Degerlocher Sieg in Serie.
Für die Stettener bedeutet das Ergebnis die zweite Niederlage in Folge. „Wir wollten unsere gute Bilanz zu Hause fortführen, das ist uns aber nicht gelungen“, bilanziert der Trainer Erdinc Cakir. Von Beginn an sei man nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen. „Wir haben verdient verloren. Man hat bei uns auch gemerkt, dass es um nicht mehr viel geht“, berichtet der Coach. Die Stettener bleiben Siebter und haben den Klassenverbleib bereits in der Tasche.
Tore: 0:1 Humbert (3.), 0:2 Scheuermann (20.), 1:2 Robin Hock (61.), 1:3 Scheuermann (70.), 1:4 Scheuermann (78.).
Besonderes: –
SV Hoffeld – TSV Rohr 2:1
Grigorios Dimoulatos hat in seinem 100. Spiel als Trainer des SV Hoffeld seinen 71. Sieg gefeiert. Für ihn war es nicht nur deshalb ein ganz besonderes Spiel: Nach mehr als drei Jahren schnürte der 44-Jährige mal wieder selbst die Kickschuhe. Bereits im Spiel der beiden zweiten Mannschaften in der Kreisliga B musste Dimoulatos für 62 Minuten aushelfen. Bei seiner eigenen Mannschaft wechselte er sich zur Halbzeit ein, nachdem sich Noah Greiner und Aldin Kadric verletzt hatten und zudem Rafael Mascio ausgewechselt werden musste. „Der Spaßfaktor war deshalb sehr hoch“, sagt der einstige Verbandsligaspieler. Ansonsten habe die Partie eher „Freundschaftsspielcharakter“ gehabt. Für beide Teams geht es in dieser Saison um kaum noch etwas. „Wir haben in der ersten Hälfte unsere Chancen nicht genutzt“, berichtet Dimoulatos. In der zweiten Hälfte schlug sein Team zweimal zu, hatte aber Glück, in der Schlussphase keinen weiteren Gegentreffer kassiert zu haben. „Ein Unentschieden wäre sicherlich gerecht gewesen“, sagt der Hoffelder Coach.
Der SV Hoffeld bleibt damit Sechster, der TSV Rohr rutscht auf Rang elf ab. Der Vorsprung der Gäste auf den Relegationsrang beträgt neun Punkte. Ein Sieg fehlt dem Bezirksliga-Absteiger damit noch, um den Klassenverbleib zu sichern.
Tore: 1:0 Wüst (50.), 2:0 Younis (65.), 2:1 Ruis (70.).
Besonderes: –
SV Sillenbuch – MK Makedonija Stuttgart 1:2
Wichtige Punkte für den MK Makedonija Stuttgart. Im Abstiegskampf haben die Mazedonier den Vier-Punkte-Vorsprung auf die Abstiegsplätze gehalten und dazu den Abstand zum rettenden Ufer auf zwei Zähler verkürzt. „Wir haben es jetzt selbst in der Hand und können alles aus eigener Kraft entscheiden“, sagt der Torjäger Aleksandar Stoilov. Am letzten Spieltag trifft sein Team auf den Tabellennachbarn Spvgg Möhringen. „Wenn wir alle vier Spiele gewinnen, dann steigen wir nicht ab. Es wird schwer, ist aber machbar“, blickt Stoilov voraus. Die kommenden Gegner heißen SV Hoffeld, TSV Rohr und TV Kemnat, ehe es in Vaihingen zum Showdown mit den Möhringern kommen könnte. „Jedes Spiel ist für uns ein Endspiel“, weiß Stoilov.
In Sillenbuch entschieden er und die Seinen das Spiel erst kurz vor Schluss. Zuvor war es eine ausgeglichene Partie auf Augenhöhe. Dem Gegner misslang mit seiner Niederlage die Generalprobe vor dem Pokalfinale gegen den TSV Weilimdorf II an diesem Donnerstag (Fleinsbachstadion Bernhausen, 18.30 Uhr). „Wir sind in erster Linie froh, dass sich niemand verletzt hat“, sagt der Co-Trainer Nico Hering. In der Liga bleiben die Sillenbucher auf dem enttäuschenden achten Platz. Der Cupgewinn würde freilich vieles überstrahlen.
Tore: 0:1 Stoilov (14., Foulelfmeter), 1:1 Harder (45.+1), 1:2 Vins (87.).
Besonderes: –
Sportfreunde Stuttgart – TV Kemnat 4:1
Jetzt ist es amtlich: Mit der Niederlage im Kellerduell gegen die Sportfreunde Stuttgart steht der TV Kemnat als erster Absteiger fest. Damit endet der Ausflug in die Kreisliga A für den Aufsteiger nach nur einer Saison. „Es war eigentlich mehr drin. Jetzt wollen wir uns noch ordentlich verabschieden“, sagt der Interimstrainer Kai Ansorge. Kommende Saison steht dann ein Neuanfang am Scharnhäuser Park an.
Aktuell zeigten die Kemnater ihre schlechteste Leistung der Runde und verloren verdient mit 1:4. „Wir haben gar nichts auf den Platz bekommen“, bilanziert Ansorge. Die Sportfreunde Stuttgart feierten dagegen einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf und bleiben weiter in Reichweite des Relegationsplatzes. Der Rückstand auf den MK Makedonija Stuttgart beträgt unverändert vier Punkte, zum rettenden Ufer sind es sechs. Kommenden Sonntag steht ein weiteres Kellerduell an. Dann ist die Spvgg Möhringen der Auswärtsgegner.
Tore: 1:0 Hermann (3.), 2:0 Amann (18.), 3:0 Hermann (30.), 3:1 Eckmann (58.), 4:1 Tieke (78.).
Besonderes: –
KV Plieningen – TSV Heumaden 0:0
Viel passierte im Duell des Tabellenzehnten mit dem Vorletzten nicht. Stattdessen sorgt eine Personalie neben dem Spielfeld für Gesprächsstoff. Der Trainer Nikolai Pozorski wurde am Dienstag vom KV Plieningen von seinen Aufgaben entbunden. Zuvor hatte der Coach, der erst vor dieser Runde am Wolfer angeheuert hatte, mitgeteilt, dass er für die kommende Saison zur SportKultur Stuttgart wechseln wird. Ausschlaggebend für die Entscheidung von Pozorski, der jüngst zum zweiten Mal Vater wurde und mit seiner Familie in Untertürkheim lebt, ist der kurze Anfahrtsweg. „Sie haben mir ein richtig familienfreundliches Konzept vorgelegt“, berichtet Pozorski. Beim in Wangen beheimateten Club trifft er zudem auf seinen ehemaligen Trainer Stefan Schullehner. „Ich habe mich in Plieningen wohlgefühlt und gehe nicht im Streit“, betont Pozorski.
Der Sportliche Leiter Martin Schmid bedauert die Entscheidung des Ex-Trainers: „Wir hätten ihn gerne behalten und über die Saison hinaus mit ihm weitergearbeitet.“ Aus Transparenzgründen habe man sich dann entschlossen, noch vor dem Ende der Saison die Trennung zu vollziehen. Vorerst betreuen der spielende Co‑Trainer Patrick Sauter und der Angreifer Kevin Gawecki die Mannschaft. Bereits kommende Woche wollen die Plieninger einen Nachfolger präsentieren.
Auch der TSV Heumaden befindet sich auf der Zielgeraden, einen Nachfolger für das scheidende Trainergespann Adnan Shakir Mannan und Akim Linke zu verpflichten, berichtet der stellvertretende Abteilungsleiter Ludwig Müller. Übernehmen wird der neue Coach dann mit ziemlicher Sicherheit in der Kreisliga B, denn der Abstieg des einst hochgehandelten Teams ist kaum noch abzuwenden. Gewinnen die Heumadener kommenden Sonntag gegen Stetten nicht oder der Konkurrent MK Makedonija Stuttgart schlägt den SV Hoffeld, ist auch der Relegationsrang nicht mehr erreichbar.
Tore: –
Besonderes: –