Nach Abpfiff warfen die Spieler des FSV Waldebene Stuttgart-Ost ihren Meistertrainer Rocco Cesarano in die Luft. Foto: Günter Bergmann

Außer dem Titelgewinn für den FSV Waldebene Stuttgart-Ost stehen in der Fußball-Kreisliga A2 Stuttgart/Böblingen der nächste Absteiger und der künftige Sillenbucher Coach fest.

Der 27. Spieltag der Kreisliga A Stuttgart, Staffel 2, sorgte für Klarheit an beiden Enden der Tabelle: Der FSV Waldebene Stuttgart-Ost krönte sich im Spitzenspiel gegen den GFV Ermis Metanastis zum Meister und besiegelte damit den Aufstieg. Im Abstiegskampf steht der TSV Heumaden als zweiter Absteiger fest. Zudem gibt es Nachrichten vom Trainerkarussell beim SV Sillenbuch und KV Plieningen, während der MK Makedonija Stuttgart dem SV Hoffeld einen schwarzen Tag bescherte.

 

FSV Waldebene Stuttgart-Ost – GFV Ermis Metanastis Stuttgart 2:1

Nach dem Abpfiff flog der Trainer Rocco Cesarano durch die Luft. Die Spieler des FSV Waldebene Ost warfen den Meistermacher mit ihren Händen in die Höhe. Cesarano hatte das als Chaoshaufen verschriene Team im Sommer übernommen und zur souveränen Meisterschaft und zum Aufstieg geführt. Der 2:1-Sieg gegen den Verfolger und Platzmieter GFV Ermis Metanastis Stuttgart besiegelte am vierten Spieltag vor Schluss das, was seit Wochen nur noch Formsache war. „Es gibt kein besseres Spiel, Meister zu werden, als im Spiel Erster gegen Zweiter. Und die Jungs haben über 97 Minuten gezeigt, wer das beste Team in der Liga ist“, freut sich Cesarano.

Bereits weit vor dem Spiel hatte sich der Spitzenreiter getroffen, um sich bei einem gemeinsamen Waldspaziergang auf den Matchball einzuschwören. „Die Jungs waren heiß und motiviert, das zu nutzen“, sagt der Waldebene-Coach. Dennoch verlief das Topspiel lange chancenarm, weil beide Teams zunächst abwartend agierten. Bemerkenswert: Alle Treffer im Topspiel fielen vom Elfmeterpunkt. Mit einem verwandelten Foulelfmeter kurz nach Wiederanpfiff brachte Alexander Schulz sein Team auf die Siegerstraße. Leon Renner erhöhte nach 60 Minuten mit einem Foulelfmeter auf 2:0. „Direkt danach wird es mit dem Platzverweis für Ioannis Potsou noch einmal knackig“, erzählt Cesarano. Der Anschlusstreffer durch Vladimiros Gkiagkiaev kam dann jedoch zu spät. Das Waldebene-Team brachte das knappe Ergebnis über die Zeit und feierte danach ausgiebig die Meisterschaft. „Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Da waren die Jungs auch wirklich meisterlich“, verrät Cesarano. Am Ende der Saison ist eine gemeinsame Feier mit dem Frauen-Team, das am Sonntag den Aufstieg in die Regionalliga schaffte, geplant.

Auch der GFV Ermis Metanastis Stuttgart will am Ende der Saison feiern. Die Griechen, die seit einigen Jahren auf dem Gelände des FSV Waldebene Ost beheimatet sind, wollen den Aufstieg über die Relegation schaffen. „Ein verdienter Sieg für die Waldebene. Für uns war es ein Dämpfer, wir haben es aber noch in der eigenen Hand“, sagt der Trainer Jetmir Fetai. Aktuell beträgt der Vorsprung auf den Dritten ABV Stuttgart drei Punkte. Am Donnerstag kann der Bezirksliga-Absteiger im Nachholspiel gegen den FV Germania Degerloch jedoch nachziehen.

Tore: 1:0 Schulz (46., Foulelfmeter), 2:0 Leon Renner (60., Foulelfmeter), 2:1 Gkiagkiaev (81., Foulelfmeter).

Besonderes: Gelb-Rot für Potsou (Waldebene, 61.).

KF Kosova Bernhausen – KV Plieningen 5:3

Der KF Kosova Bernhausen bleibt mit dem deutlichen 5:3-Heimsieg am GFV Ermis Metanastis Stuttgart dran und bewahrt sich damit die theoretische Chance auf den Relegationsrang. Der Rückstand des Aufsteigers auf Platz zwei beträgt sechs Punkte.

Die Plieninger dagegen sind noch immer nicht gänzlich gerettet. Der Vorsprung auf den Relegationsrang ist auf sieben Punkte geschmolzen. Abteilungsleiter Martin Schmid macht sich jedoch keine Sorgen: „Wir werden unsere Punkte noch holen.“ Aktuell fehle dem Team einfach das Glück. Zudem kam gegen Bernhausen eine schlechte Chancenverwertung hinzu. „Es war deutlich mehr drin. Der Einsatz und die Moral stimmen“, sagt Schmid. Über weite Strecken hatte sich das ersatzgeschwächte Team gut geschlagen und dreimal einen Rückstand egalisiert. Unter anderem hatte der eigentliche Stammtorhüter Florian Horn, der erneut als Stürmer auflief, getroffen. Der Handelfmeter in der Nachspielzeit war jedoch der Nackenschlag. Direkt nach dem Anstoß wurden die Plieninger dann noch einmal ausgekontert.

Derweil haben die Plieninger ihre Trainersuche für die kommende Saison abgeschlossen. „Wir werden es der Mannschaft am Dienstag mitteilen“, verkündet Schmid. Bis zum Saisonende werden Kewin Garwecki und Patrick Sauter das Team interimsweise betreuen.

Tore: 1:0 Makaj (12.), 1:1 Stepan (14.), 2:1 Makaj (25.), 2:2 Horn (57.), 3:2 Babaj (62.), 3:3 Stepan (65.), 4:3 Babaj (90.+3, Handelfmeter), 5:3 Babaj (90.+5).

Besonderes: Rote Karte für Elezaj (Bernhausen, 85./Beleidigung des Schiedsrichters; Vogelgeste).

MK Makedonija Stuttgart – SV Hoffeld 8:0

Drei Spiele, drei Siege, 21:5 Tore. Der MK Makedonija Stuttgart gibt im Endspurt des Abstiegskampfes noch einmal Vollgas. „Jedes Spiel ist für uns ein Endspiel“, sagt der Torjäger Aleksandr Stoilov. Schon nach 17 Minuten führten die Gastgeber mit 3:0. Der Doppelschlag vor der Pause sorgte dann für die Entscheidung. „Respekt an die Mannschaft, jeder hat alles gegeben“, sagt Stoilov. Insbesondere Kapitän Ljupco Kolev ging 90 Minuten voran und war an sechs der acht Tore direkt beteiligt. „Er ist richtig aufgeblüht“, erkennt Teamkollege Stoilov an. Entscheidend für den zuletzt guten Lauf sei, dass die Mannschaft endlich vollzählig sei. „Dann sind wir auch eine richtig gute Mannschaft und können jeden schlagen“, weiß der Angreifer. Aktuell belegt der MK Makedonija Stuttgart den Relegationsrang 13 und hat zwei Punkte Rückstand auf Konkurrent Möhringen. Am letzten Spieltag empfangen die Vaihinger die Spvgg Möhringen zum direkten Duell und haben damit sogar den direkten Klassenverbleib in der eigenen Hand. „Alles ist möglich, ich schließe es nicht aus“, sagt Stoilov.

Und beim SV Hoffeld? Da ist die Stimmung nach der deutlichen Niederlage gedämpft. „Das ist der schwärzeste Tag, seit ich beim SV Hoffeld bin“, sagt der Trainer Grigorios Dimoulatos. Eine solch heftige Niederlage habe er in seinen über 100 Spielen mit dem Club noch nicht erlebt. „Dass sich meine Spieler so aufgeben, kannte ich auch noch nicht“, ist der Coach enttäuscht. Letztlich habe man sich schon in der Anfangsphase zu viele individuelle Fehler erlaubt, erkennt der Coach des Tabellensechsten.

Tore: 1:0 Ljupco Kolev (1.), 2:0 Stoilov (6.), 3:0 Genter (17.), 4:0 Ljupco Kolev (43.), 5:0 Jeremic (45.), 6:0 Genter (54.), 7:0 Danilo Mihajlovic (77.), 8:0 Turco (85.).

Besonderes: -

Spvgg Möhringen – Sportfreunde Stuttgart 6:0

Die Sportfreunde Stuttgart haben im Kellerduell mit der Spvgg Möhringen den Befreiungsschlag verpasst und stehen damit kurz vor dem Abstieg aus der Kreisliga A, Staffel 2. Der Rückstand auf den Relegationsrang beträgt bei nur noch drei Spielen sieben Punkte, auf Möhringen sind es mit einer deutlich schlechteren Tordifferenz neun Zähler.

Für den Tabellenzwölften war es entsprechend ein wichtiger Sieg. Insbesondere weil der MK Makedonija Stuttgart seine Partie ebenfalls gewonnen hatte. „Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt. Ärgerlich natürlich, dass sie nachgezogen haben. Wir müssen jetzt immer vorlegen, haben es aber in der eigenen Hand“, sagt Möhringens Trainer Tobias Fuchs. Nach dem Führungstreffer von Maximilian Braun nutzten die Möhringer ihr Momentum und bauten zügig den Vorsprung aus. „Wir hatten auch das Glück auf unserer Seite“, weiß Fuchs.

Tore: 1:0 Braun (59.), 2:0 Agovic (69.), 3:0 Breitung (74.), 4:0 Stolz (83.), 5:0 Munz (90. +4), 6:0 Laudel (90. +5).

Besonderes: Gelb-Rot für Hassoun (Sportfreunde, 79.); Rote Karte für Breitung (Möhringen, 89./Beleidigung).

TSV Heumaden – Spvgg Stetten 2:4

Jetzt ist es amtlich: Der TSV Heumaden steigt aus der Staffel 2 der Kreisliga A ab. Der 13-Punkte-Rückstand auf den Relegationsrang ist nicht mehr aufzuholen. Doch selbst bei einem eigenen Sieg wäre der Gang in die Kreisliga B unausweichlich gewesen. „Wir waren alle darauf gefasst, trotzdem ist es am Ende natürlich enttäuschend“, sagt der Trainer Adnan Shakir Mannan. Seit Jahren sei die Entwicklung in die entsprechende Richtung gelaufen. Eine eigene A-Jugend gibt es schon seit Jahren nicht mehr im Verein. Vor der Runde verließen dann mehrere Leistungsträger den Verein. Dazu verletzten sich während der Runde die verbliebenen Stammkräfte. Adnan Shakir Mannan und sein Trainerteam hatten bereits während der Saison ihren Abschied zum Saisonende verkündet. Den Neuaufbau in der Kreisliga B muss nun ein anderer verantworten.

Gegen Stetten erwischte Torhüter Yunus-Emre Gebeci nicht seinen besten Tag. Die direkten Freistößen von Dogan Gül aus 25 Metern zum 1:2 und von Mike Gruber aus der eigenen Hälfte zum 2:3 ließ der Keeper passieren. „Der zweite Freistoßtreffer hat dann die Moral gebrochen und die Luft war raus“, sagt Mannan. Max Quetschlich erhöhte dann noch auf 4:2.

Stettens Trainer Erdinc Cakir lobt die Heumadener für ihren Auftritt: „Sie haben gut gekämpft und dagegengehalten.“ Dennoch habe sein Team das Spiel verdient gewonnen und damit nach zwei Niederlagen in Serie wieder ein Erfolgserlebnis gefeiert.

Tore: 0:1 Shevaki (7.), 1:1 Giordano (43., Foulelfmeter), 1:2 Gül (49.), 2:2 Asomah (56.), 2:3 Gruber (66.), 2:4 Quetschlich (85.).

Besonderes: -

TV Kemnat – SV Sillenbuch 2:3

Die deutliche 1:6-Niederlage im Bezirkspokalendspiel gegen den TSV Weilimdorf II vom Donnerstagabend steckte dem SV Sillenbuch noch in den Knochen. Auch deshalb tat sich der Tabellenachte lange gegen den feststehenden Absteiger schwer. Doch in der Nachspielzeit überschlugen sich die Ereignisse: Zunächst hatte Nico Hering die vermeintliche Entscheidung erzielt, ehe Robel Semre die Partie in der 90. Minute noch einmal spannend machte. „Wir hatten gedacht, es sei schon durch“, berichtet der spielende Co-Trainer Hering. In der dritten Minute der Nachspielzeit stellte Berbig den alten Zwei-Tore-Vorsprung wieder her, doch Reinhardt Eißler sorgte mit dem erneuten Anschlusstreffer nur eine Minute später für den Schlusspunkt. „Es war ein verdienter Sieg, wenn auch ohne spielerischen Glanz“, sagt Hering. Bereits am Dienstagabend tritt der SV Sillenbuch zum wegen des Pfingsturniers seit Monaten geplanten vorgezogenen Spiel gegen die Spvgg Möhringen an.

Derweil steht fest, wer in der kommenden Saison Nachfolger von Zvonimir Topalusic werden wird. Matthias Schumacher übernimmt den SV Sillenbuch zur kommenden Saison. „Wir wollten nach neun Jahren einen neuen Weg gehen, mit einem jungen und ambitionierten Trainer“, erklärt der neue Abteilungsleiter Fabio di Cerbo. Schumacher, ehemaliger U-19-Trainer des SV Vaihingen, habe mit seinem Gesamtpaket überzeugt. „Er passt menschlich super zum Verein und unserer Ausrichtung, auf junge Spieler zu setzen“, sagt di Cerbo. Der Student der Sportwissenschaften verfügt außerdem über eine Trainer-B-Lizenz.

Tore: 0:1 Gerber (66., Foulelfmeter), 0:2 Hering (89.), 1:2 Semere (90.), 1:3 Berbig (90. +3), 2:3 Eißler (90. +4).

Besonderes: -

TSV Rohr – SV Vaihingen II 2:2

Leistungsgerechtes und unaufgeregtes Nachbarschaftsduell. „Wenn man alle Statistiken und Analysen durchgeht, dann haut der Punkt auf beiden Seiten gut hin“, sagt der Trainer Oliver Heringhaus. Auffällig auf Vaihinger Seite: Cian Garvey. Der Angreifer war in der Hinrunde noch für den SV Hoffeld aktiv, schloss sich im Winter jedoch den Vaihingern an. Gegen Rohr stach der Deutsch-Ire mit seinen zwei Treffern im erst zweiten Spiel für Vaihingens Zweite heraus. Zuvor musste er wegen einer Wechselsperre mehrere Monate zuschauen. „Er ist ein mannschaftsdienlicher Spieler und tut dem Team sehr gut“, lobt Heringhaus.

Während es bei der ersten Mannschaft zu einem Trainerwechsel in der kommenden Saison kommt, macht der Coach der zweiten Mannschaft gemeinsam mit seinem Trainerteam auch im kommenden Jahr weiter.

Tore: 1:0 Garvey (3.), 1:1 Hauner (42.), 1:2 Jochim (70.), 2:2 Garvey (75.).

Besonderes: -