Mit dem TB Untertürkheim, der ein entscheidendes Tor „zurückgab“, steht nach dem 28. Spieltag der dritte Absteiger fest. Feuerbach muss auf 14 Berlin-Fahrer verzichten.
Zerrissen ist er, der 28. Spieltag der Kreisliga A, Staffel 1, Stuttgart/Böblingen und immer noch nicht vollständig abgeschlossen. Am Mittwoch (20 Uhr) steht noch eine Partie an, die nun nicht mehr von Bedeutung ist: Der OFK Beograd Stuttgart empfängt den TV89 Zuffenhausen, ist aber ohne Schweißvergießen bereits Meister – Verfolger Türkspor Stuttgart hat entscheidend gepatzt.
Türkspor Stuttgart – SG Weilimdorf 4:7
Nach der Niederlage im Spitzenspiel gegen Beograd vor einer Woche kassierte Türkspor nun die nächste Pleite. Das bedeutet: Beograd ist mit neun Punkten Vorsprung nicht mehr einzuholen, wurde auf dem Sofa vorzeitig Meister – der Spitzenreiter spielt – wie erwähnt – erst am Mittwoch gegen den TV Zuffenhausen.
Gleichwohl ist die SG Weilimdorf mit dem türkischen Team gleichgezogen, muss aber auf einen erneuten Ausrutscher des Teams von Coach Memik Erdogan hoffen – zwei Spieltage vor Schluss ist dessen Trefferverhältnis um 15 Tore besser als das der Nord-Stuttgarter.
Tore waren auch ein großes Thema im direkten Duell Zweiter gegen Dritter. Der neutrale Zuschauer war sicherlich begeistert von dem offensiv geführten Spiel mit elf Toren. Die Trainer indes waren weniger erfreut über den Tag der offenen Tore. „Jetzt sind wir in den vergangenen Wochen außer gegen Beograd sehr gut hinten gestanden und nun kassieren wir sieben Tore. Das geht gar nicht“, schimpft Erdogan, der zwar trotz Ausfällen immer noch eine starke Truppe zusammen hatte, jedoch so manchen Akteur auf einer für ihn fremden Position hat spielen lassen müssen. Weilimdorfs Coach Tilmann Janik relativiert die Torflut: „Die brutale Türkspor-Offensive ist nicht leicht zu verteidigen. Im ersten Abschnitt ist uns dies nicht gut gelungen, nach der Pause dann deutlich besser.“
In besagter Türkspor-Offensive gab es keine Veränderungen und bis zum 4:4 nach 53 Minuten hatten die üblichen Verdächtigen – Shkem Miftari (2), Emir Dogansoy und Ugur Capar – getroffen. Auf der Gegenseite trafen ebenfalls keine Unbekannten: dreimal Argon Gaxherri und einmal Shawn Christiansen. Dass danach aber nur noch die Gäste durch den eingewechselten Nikola Marinovic und Doppelpacker Lino Glück trafen, hat laut Erdogan nichts mit fehlender Fitness der Seinen zutun. Vielmehr: „Die haben Geschenke verteilt und wir haben Geschenke verteilt. Weilimdorfer hat sie aber angenommen und wir eben nicht“.
Für Janik war der Sieg letztlich aber verdient, weil „wir ab der 70. Minuten alles im Griff hatten, über weite Strecken eine gute Leistung abgeliefert und dann auch unsere Chancen weiter genutzt haben.“
Freude bei Weilimdorf über den Sieg, aber auch immer noch Hadern über die 0:2-Vorwochen-Niederlage gegen das Kellerkind West. „Bei einem Sieg wären wir jetzt an Türkspor vorbeigezogen, nun müssen wir beide Spiele gewinnen und auf einen erneuten Patzer von ihnen hoffen. Der Glaube an Platz zwei lebt bei uns aber immer noch.“
Tore: 0:1 Gaxherri (5.), 1:1 Miftari (7.), 2:1 Miftari (12., Foulelfmeter), 2:2 Gaxherri (28.), 3:2 Dogansoy (29.), 3:3 Gaxherri (34.), 3:4 Christiansen (49.), 4:4 Capar (53.), 4:5 Marinovic (77.), 4:6 Glück (80.), 4:9 Glück (88.).
Besonderes: –
SG West – TB Untertürkheim 4:3
„Ganz großen Respekt“, sagt Benedikt Goos. „99 Prozent der Spieler hätten das nicht gemacht“, ist sich der Spielertrainer der SG West sicher und richtet seinen speziellen Dank und Anerkennung an TBU-Spieler Michael Höschele. Dieser erzielte nach 83 Minuten die vermeintliche 4:3-Gästeführung. Wobei: „Der Ball war nicht im Tor, sondern sehr deutlich vor der Linie“, berichtet Goos. Der Schiedsrichter zeigte aber zur Mittellinie. „Wir haben mit Michael Höschele gesprochen und er hat dann die Situation mit dem Unparteiischen geklärt und dieser den Treffer zurückgenommen.“ Bitter für den TBU: Im Gegenzug erzielte Niclas Klausmann mit seinem zweiten Treffer des Tages das Tor zur 3:4-Niederlage und gleichzeitig – damit verdient Höscheles-Aktion noch mehr Respekt – ist damit der Abstieg des TB Untertürkheim besiegelt. Bei einem Sieg hätte die Truppe von Trainer Michael Kienzle noch theoretische Chancen gehabt – aber die beiden Spiele gegen den Meister Beograd und Türkspor vor der Brust gehabt.
Für die SG West war der zweite Sieg in Serie sehr wichtig. „Durch sind wir aber noch nicht, müssen nächste Woche gegen Feuerbach noch mal nachlegen“, weiß Goos.
Tore: 1:0 Klausmann (10.), 1:2 Höschele (28.), 1:2 Camara (46.), 2:2 Reiter (52.), 2:3 Bauer, 3:3 Fetsch (82.), 4:3 Klausmann (84.).
Besonderes: TBU-Spieler Michael Höschele weist den Schiedsrichter daraufhin, dass der Ball bei seinem vermeintlichen Treffer zur 4:3-Führung (83.) nicht über der Linie war. Woraufhin das Tor zurückgenommen wird.
TV Zazenhausen – Sportvg Feuerbach 5:3
„Die ganze Rückrunde über hat meine Mannschaft Mentalität bewiesen, so auch in der Partie gegen die Sportvg Feuerbach“, sagt Zazenhausens Coach Stefan Schuon. Bei den heißen Temperaturen haben die Hausherren erst den schnellen 0:2-Rückstand durch die Treffer von Jonathan Kahsay und Ahmet Simsek ausgeglichen und dann auch noch den erneuten 2:3-Rückschlag von Guga Iosav nach 65 Minuten egalisiert. Es trafen für die Hausherren Jonathan Jaus und zweimal Sören Frank. Mehr noch. Marvin Kellner brachte die Zazenhausener per Doppelschlag in der Schlussphase auf die Siegerstraße. „Die Mannschaft hat, wie gesagt, Moral bewiesen, es kam uns aber auch zugute, dass die Gäste mit einem dezimierten Kader angetreten sind“, sagt Schuon, dessen Team sich durch den Dreier eine gute Ausgangsposition in Sachen Klassenverbleib verschafft hat.
Das mit dem dezimierten Team kann Feuerbachs Coach Sven Damnig nur unterstreichen. „14 Spieler haben mit gefehlt, die allesamt beim DFB-Pokalfinale in Berlin waren“, sagt er. Die Gästeelf setzte sich aus ein paar Akteuren der „Ersten, Zweiten und Dritten und A-Jugend zusammen“, klärt Damnig auf und spricht seiner zusammengewürfelten Truppe ein Kompliment aus: „Mein allerhöchster Respekt, die haben gefightet wie die Blöden und sich top verkauft.“
Tore: 0:1 Kahsay (4.), 0:2 Simsek (14.), 1:2 Jaus (37.), 2:2 Frank (58.), 2:3 Iosava (65.), 3:3 Frank (71.), 4:3 Kellner (87.), 5:3 Kellner (90.).
Besonderes: –
SC Stammheim – SSV Zuffenhausen 0:9
Nach der 0:9-Niederlage steht das abgestiegene Schlusslicht aus Stammheim bei 171 Gegentreffer. Die Zuffenhausener haben durch den Kantersieg ihr Torekonto aufgebessert und sind dem Klassenverbleib einen gehörigen Schritt näher gekommen.
In der ersten Hälfte hielt sich Ergebnis noch in Grenzen, führten die Gäste nur mit 2:0. Nach der Pause stellten diese ihr Visier besser ein. Allen voran Denis Klose. Dieser war mit vier Treffern bester Schütze des Spiels, darunter ein lupenreiner Hattrick binnen sechs Minute.
Tore: 0:1 Dallas (20., Eigentor), 0:2 Yilmaz (44.), 0:3 Khostwal (50.), 0:4 Yilmaz (55.), 0:5 Klose (56.), 0:6 Klose (60.), 0:7 Klose (62.), 0:8 Lopez Mendoza (73.), 0:9 Klose (75.).
Besonderes: -
SportKultur Stuttgart – TSV Uhlbach 1:5
Das Spiel fand bereits am Donnerstagabend statt. Denn mehr als die Hälfte des Teams hätten sich auf den Weg Richtung DFB-Pokalfinale nach Berlin gemacht, sagt der Uhlbacher Spielertrainer Joshua Menger, selbst ein Teil der Reisegruppe. Doch bevor es zur Unterstützung des VfB in die Landeshauptstadt ging, sollten die eigenen Hausaufgaben gegen die bereits abgestiegene SportKultur erledigt werden, weitere drei Punkte im eigenen Kampf um den Klassenverbleib aufs Tableau gebracht werden. Doch davon war zu Beginn nichts zu erkennen. „Die erste Hälfte war schwach von uns“, sagt Menger. Dementsprechend führten die Gastgeber nach 24 Minuten durch das Tor von Elias Tweneboa nicht unverdient mit 1:0. „Doch irgendwie haben wir das Spiel gedreht und sind mit einem guten Gefühl in die Pause gegangen“, so der Spielertrainer. Shawn Ogayo traf zum Ausgleich, Marc Thöne sorgte für die 2:1-Gästeführung nach 45 Minuten. Als der eingewechselte Malte Sponer – Menger: „Er brachte viel Schwung in unser Spiel“ – kurz nach Wiederbeginn auf 3:1 stellte, habe seine Mannschaft die Partie clever runtergespielt. Mehr noch. Benjamin Mang und Johannes Kurrle trafen noch bis zum 5:1. Fünf Tore, fünf unterschiedliche Schützen – „das freut mich besonders“. Endgültig den Klassenverbleib fix machen wollen Menger und seine Götzenberg-Kicker am kommenden Spieltag zu Hause gegen den TSV Münster.
Tore: 1:0 Elias Tweneboa (24.), 1:1 Shawn Ogayo (33.), 1:2 Marc Thöne (43.), 1:3 Malte Sponer (48.), 1:4 Benjamin Mang (61.), 1:5 Johannes Kurrle (80.).
Besonderes: –
TSV Münster – TSV Mühlhausen 4:1
Auch diese Parte fand bereits am Donnerstag statt. „Der Sieg war wichtig für die Moral“, sagt der Münsterer Trainer Angelo Nigro. Konkret in Zahlen ausgedrückt: Nach vier Spielen mit der mickrigen Ausbeute von einem Zähler haben die Gründ-Hemden erstmals wieder den vollen Ertrag eingefahren. Was war anders als zuvor? „Ganz einfach“, sagt Nigro, „dieses Mal haben wir nicht nur die erste Hälfte gut gespielt, sondern in der zweiten weiter durchgezogen“. Zudem haben sich die Gastgeber nach Rückschlägen – wie dem Ausgleichtreffer von Marcel Fiedler nach elf Minuten – nicht aus „dem Konzept bringen lassen und zurück zu unserem Spiel gefunden“, so Nigro, für dessen Team Ismet Alkan den Doppelpack schnürte, Marko Markovic und Ferid Schauki Djelassi die weiteren Torschützen waren.
Derweil war die Partie für die abstiegsgefährdeten Gäste ernüchternd. „Nach zwei Siegen in Serie war die Hoffnung auf den nächsten Dreier groß“, gibt Mühlhausens Trainer Armend Mehmeti zu. Doch seine Mannschaft habe nicht an die Leistungen der Vorwochen anknüpfen können und letztlich Münster verdient gewonnen. Gleichwohl der Mühlhausener Coach über so manche Schiedsrichterentscheidung haderte. Vor dem 0:1 habe sein Torhüter Christian Tadic beide Hände auf dem Ball gehabt, dann sei ihm dieser herausgespitzelt worden und das Tor gefallen. „Ein klares Foul, auch weitere 50:50-Entscheidungen wurden meistens gegen uns gepfiffen.“ Doch wie gesagt, ausschlaggebend sei die schwächere Leistung der Seinen gewesen – vor allem einige individuelle Fehler hätten zu Gegentoren und letztlich der Niederlage geführt. Damit ist Mühlhausen wieder auf den Relegationsplatz oder gar ersten Abstiegsplatz zurückgefallen – abhängig davon, wie sich die Situation in den höheren Ligen speziell in der Oberliga entwickelt.
Tore: 1:0 Ismet Alkan (11.), 1:1 Marcel Fiedler (13.), 2:1 Marko Markovic (26.), 3:1 Alkan (37.), 4:1 Ferid Schauki Djelassi (69.).
Besonderes: –
TSV Weilimdorf II – SV Prag Stuttgart 3:1
Es war das Spiel (es fand bereits am Dienstag statt und wir haben auch schon berichtet) der zu Ende gehenden Serien für beide Vereine. Nach drei Siegen hat es den SV Prag wieder erwischt. Beim Blick auf die Tabelle „schade, wir hätten den Klassenverbleib wohl endgültig fix machen können“, sagt Prags Coach Frederik Bruder. Auf der anderen Seite indes durchatmen. Die Horrorzeit von sieben Pleiten in Serie ist Geschichte. „Vor der Begegnung standen noch drei Endspiele um den Klassenverbleib an, eines haben wir davon gewonnen“ konstatiert Weilimdorfs scheidender Coach Jürgen Zeyer.
In einem recht ausgeglichenen Spiel, da waren sich beide Seiten einig, hatten wir, anders als in den Wochen zuvor das Momentum auf unserer Seite, die Tore zum richtigen Zeitpunkt erzielt.“ Der reaktivierte Abteilungsleiter und Co-Trainer der Weilimdorfer Verbandsliga-Truppe, Patrick Härle, traf bereits nach vier Minuten, Philipp Pless legte nach 35 Minuten nach. Nach dem Abschlusstreffer durch Leoluca Cimino nach 66 Minuten schwankte die Hausherren-Truppe etwas. Aber nur zwei Minuten, dann stellte Andrew Addo den alten Abstand wieder her.
„Es wäre sicherlich mehr für uns dringewesen, aber die Weilimdorfer Akteure aus der Verbandsliga und aus dem Futsal-Team haben den Unterschied gemacht“, sagt Bruder.
Der TSV Weilimdorf II hat sich damit vorerst wieder vom Relegationsplatz entfernt , der SV Prag steht zwar weiter auf dem siebten Tabellenplatz, ist aber – wie gesagt – noch nicht aus dem Schneider.
Tore: 1:0 Härle (4.), 1:1 Pless (35.), 2:1 Cimino (66.), 3:1 Addo (68.).Besonders: –