Verabschiedet sich als Meistertrainer bei Beograd: Ratko Milic. Foto: Günter Bergmann

Die SG West rettet sich durch Sieg im Feuerbach und präsentiert einen neuen Trainer. Im Tabellenkeller wird dem Verbandsligisten Calcio Leinfelden Echterdingen die Daumen gedrückt.

Die Entscheidung über den Aufstiegs- und den Abstiegsrelegationsplatz ist auch nach dem 29. und vorletzten Spieltag der Kreisliga A, Staffel 1, Stuttgart/Böblingen noch nicht gefallen. Vor allem im Keller drückt man dem Verbandsligisten Calcio Leinfelden-Echterdingen am Samstag im Heimspiel gegen die Sportfreunde Dorfmerkingen die Daumen, dass dieser nicht auf einen Abstiegsplatz rutscht. Ansonsten erhöht sich aller Voraussicht nach die Absteigerzahl auf vier. Nur dann nicht, wenn der Oberliga-Zweite VfR Mannheim sich im Dreierturnier um den Aufstieg in die Regionalliga Südwest durchsetzt.

 

SG Weilimdorf – OFK Beograd Stuttgart 2:1

Insgesamt ein kurioses Spiel mit zwei wetterbedingten Unterbrechungen, wovon die Letztere in der 62. Minute eine Besonderheit mit sich brachte. Kurz zuvor hatte der Weilimdorfer Shawn Christiansen sein Team mit 2:1 in Führung gebracht, als praktisch im Gegenzug der Schiedsrichter auf Elfmeter für die Gäste entschied. Was dann folgte, ist alles andere als alltäglich. Zwischen der Entscheidung und der Ausführung des Strafstoßes lagen rund 25 Minuten. Aufgrund eines erneuten Gewitters ließ der Schiedsrichter den Elfer nicht mehr ausführen, sondern schickte die Spieler erneut in die Kabine. „Den Elfmeter hätte man noch schießen lassen können“, sagt Beograds Coach Ratko Milic, der insgesamt von der Leistung des Unparteiischen alles andere angetan war. „In den vergangenen Partien hatten wir echt gute Schiris, dieses Mal nicht.“ Ein Schubser von Shawn Christiansen nach einem Laufduell hat den Beorgrad-Coach zusätzlich erzürnt. „Für mich eine ungeahnte Tätlichkeit, unser Spieler Vladan Stevanovic fiel auf die Rippen und musste wenig später aufgrund von Atemproblemen mit dem Krankenwagen abtransportiert werden“, sagt Milic.

Für den Weilimdorfer Spielleiter Philip Baltsios war besagte Aktion „bedauerlich, aber nicht absichtlich“, sagt er. Zudem sei auch einer seiner Spieler nach einem Rempler eines Beograd-Spielers unglücklich gefallen und hätte sich den Rücken aufgeschirmt.

Doch zurück zu besagtem Elfmeter. Nach 25 Minuten durften die Spieler wieder aufs Feld und Nikola Lakovic mit deutlicher Verspätung zum Strafstoß antreten. Die Bedenkzeit, wohin er hinschießen solle, war wohl zu lang. Sein Versuch landete über dem Tor.

Besser machte es der Torjäger Lakovic nach eine „starken ersten halben Stunde von uns“, so Milic. Der Toptorjäger der Liga markierte mit seinem 45 Saisontreffer die Gästeführung. Leon Üblacker und eben Christiansen sorgten mit ihren Toren letztlich dafür, dass die Weilimdorf vor dem abschließenden Spieltag weiterhin punktgleich mit dem Zweiten Türkspor sind, aber ein deutlich schlechteres Torverhältnis aufweisen und auf einen Ausrutscher hoffen müssen.

Derweil ist für den Meistertrainer Milic nach dieser Runde aus privaten Gründen Schluss. „Die Suche nach einem Nachfolger läuft aktuell auf Hochtouren“, sagt er.

Gleichwohl laufen auch bei Weilimdorf die Planungen auf Hochtouren. Einige A-Jugendliche stoßen zum Kader, darüber hinaus ist die Verpflichtung von Allrounder Rafffaele Di Muccio (TSV Höfingen/Bezirk Enz-Murr) fix. Den Verein verlassen wird nach drei Jahren Weilimdorf Ioannis Nedos. Er versucht sein Glück bei Ermis Metanastis Stuttgart. Indes ist die Personalie Argon Gaxherri noch nicht geklärt. Der interne Toptorjäger mit 29 Treffern wird von höherklassigen Clubs umworben. „Wir hoffen, dass er bleibt“ so Baltsios, „wollen ihm aber auch keine Steine in den Weg legen“.

Tore: 0:1 Lakovic (35.), 1:1 Überlacker (42.), 2:1 Christiansen (60.).

Besonderes: Zweimalige Unterbrechung – insgesamt rund 50 Minuten – wegen Gewitters. Beograds Lakovic schießt Elfmeter aus der 61. Minuten 25 Minuten später über das Tor.

Türkspor Stuttgart – TB Untertürkheim 4:0

Der bereits abgestiegene TBU ist „tief gestanden, hat gekämpft, doch letztlich ist es uns gelungen, das Abwehrbollwerk zu knacken“, sagt der Türkspor Coach Memik Erdogan. Damit hat das türkische Team vom Neckarpark vor dem abschließenden Spieltag zu Hause gegen die Sportvg Feerubach den zweiten Tabellenplatz verteidigt. „Nun wollen wir das letzte Spiel konzentriert angehen und dann versuchen, über die Relegation in die Bezirksliga aufzusteigen“, sagt Erdogan, der um ein weiteres Jahr verlängert hat.

1:0 Emir Dogansoy (6.), 2:0 Tobias Bitsch (57., Eigentor), 3:0 Shkemb Miftari (70., Fourlefmeter), 4:0 Miftari (76.).

Besonderes: –

TSV Mühlhausen – TV Zazenhausen 5:2

Dem TV Zazenhausen hätte ein Remis zum vorzeitigen Klassenverbleib gereicht, die Hausherren aus Mühlhausen waren indes zum Siegen verdammt. Und sie gingen laut ihrem Trainer Armend Mehmeti sehr gut mit dem Druck um und „haben nie einen Zweifel aufkommen lassen, wer das Feld als Sieger verlassen wird“, sagt der Coach. Einzig nach der 3:0-Führung nach 27 Minuten – es trafen Milos Bjelkic, Elmen Ese, Marcel Fidler – sei seine Mannschaft unbegreiflicherweise etwas ins Straucheln geraten und die Gäste hätten praktisch aus dem Nichts heraus auf 2:3 verkürzt. Derweil spricht Zazenhausens Coach Stefan Schuon nicht etwa von der Übermacht des Gastgebers, vielmehr hätten die Seinen die erste halbe Stunde verschlafen, den Hausherren mehr oder weniger die Tore geschenkt. Eine Änderung brachte der Griff zur Flasche sprich die Trinkpause. „Da konnte ich die Jungs wachrütteln und plötzlich ging was“, konstatiert Schuon. Nico Friedlein und Sinan Serce waren die Schützen bis zum 2:3. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff „müssen wir den Ausgleich machen“. Doch Sören Frank vergab aus sechs Metern kläglich. „Er schoss über das Tor, normalerweise ist das für ihn eine sicherer Sache“, so Schuon.

Während die Gastgeber laut Mehmeti „konzentriert und souverän“ weitergespielt hätten, schafften es die Gäste nicht mehr, zu gefährlichen Aktion zu kommen. „Wir haben keinen Druck mehr erzeugen können, während Mühlhausen durchaus das ein oder andere Mal gefährlich vor unserem Gehäuse aufgetaucht ist und letztlich verdient gewonnen hat“, sagt Schuon. Dennoch ärgerte er sich maßlos über das 4:2 der Hausherren nach 69 Minuten per verwandeltem Elfmeter von Lorik Bytyci . „Das war niemals Hand, hat aber zum Auftritt des Schiedsrichters gepasst und bedeutete die Entscheidung.“

Den Schlusspunkt – und zwar einen herrlichen – setzte Mühlhausens Ahmed Elqayem (79.). Aus 30 Metern hämmerte er den Ball volley in den Winkel. „Wohl das schönstes Tor der Saison“, sagt Mehmeti begeistert.

Gebannt schauen beide Parteien auf das Samstagspiel des Verbandsligisten Calcio Leinfelden-Echterdingen gegen die Sportfreunde Dorfmerkingen. Sollten die Italo-Schwaben nicht noch auf einen Abstiegsplatz rutschen, dann haben beide Seiten zumindest die Relegation sicher. Dennoch sagen Mehmeti und Schuon unisono: „Wir müssen unser letztes Spiel gewinnen.“ Mühlhausen spielt in West, Zazenhausen empfängt Uhlbach. Die jeweiligen Gegner sind beide schon „safe“.

Tore: 1:0 Milos Bjelkic (8.), 2:0 Elmen Ese (10.), 3:0 Marcel Fidler (27.), 3:1 Nico Friedlein (38.), 3:2 Sinan Serce (42.), 4:2 Lorik Bytyci (69., Handelfmeter), 5:2 Ahmed Elqayem (79.).

Besonderes: –

Sportvg Feuerbach – SG West 0:1

Es ist geschafft!!! Mit dem dritten Sieg in Serie hat die SG West nun endgültig den Nichtabstieg perfekt gemacht. Das Tor des Tages erzielte Niclas Klausmann nach schöner Vorarbeit von Mario Fetsch. „Nun können wir uns beruhigt in den Bereich der Spieler eingliedern“, sagt der Spielertrainer Benedikt Goos. Er und sein spielender Trainerkollege Senai Tasfaldet hören als Anleiter auf, bleiben dem Verein aber als Spieler erhalten. Übernehmen wird Mark Weidmann. Dieser pausierte zuletzt, war aber bereits jahrelang Trainer des VfL Kaltental. „Wir haben uns bewusst für einen Mann nur an den Außenlinie und weg vom Spielertrainermodell entschieden“, sagt Goos.

Bei den Feuerbachern kam einmal mehr die Perspektivlosigkeit zu tragen, das Team von Sven Damnig hält sich seit Wochen im gesicherten, aber langweiligen Mittelfeld auf. „Ein Fehler wurde uns zum Verhängnis und insgesamt haben wir einfach zu wenig Druck nach vorne aufgebaut“, sagt Coach Damnig, der bereits nach zehn Minuten von einer Vierer- auf eine Dreierkette umstellen musste. Grund: Eric Gursch hat sich die Schulter ausgekugelt und „es sind Bänder gerissen“, bedauert Damnig.

Tore: 0:1 Klausmann (26.).

Besonderes: Rot für Feuerbachs Ramaj (90. + 2, Tätlichkeit), Gelb-Rot für Wests Derichs (90. + 3).

TSV Uhlbach – TSV Münster 4:4

Das Remis hat den Götzenberg-Kickern gereicht, um auch in der kommenden Runde in der Kreisliga A auf Tore- und Punktejagd gehen zu können. Dabei gaben die Gastgeber eine 3:0-Führung durch Shawn Ogayo und zweimal Spielertrainer Joshua Menger nach 22 Minuten sowie eine 4:2-Führung – es traf erneut Ogayo – noch aus der Hand. Die Münsterer bewiesen indes Moral – könnte man meinen. Ihr Trainer Angelo Nigro bestätigt dies zwar, lobt „den Kampfgeist“ der Seinen, spricht aber vor allem im ersten Abschnitt „von reichlich vergebener klarester Möglichkeiten, um selbst nach dem deutlichen Rückstand mit einer Führung in die Pause gehen zu können.“ Immerhin: Ismet Alkan traf noch vor der Pause doppelt, Marko Sorgic und Bent Andert sorgten noch für die Treffer zum Remis.

Tore; 1:0 Ogayo (2.), 2:0 Menger (11.), 3:0 Menger (22., Foulelfmeter), 3:1 Alkan (28.), 3:2 Alkan (35.), 4:2 Ogayo (43.), 4:3 Sorgic (51.), 4:4 Bent Andert (84.).

Besonderes: –

SSV Zuffenhausen – TSV Weilimdorf II 4:2

Zuffenhausens Coach Nevzat Dursun weilt aktuell im Türkei-Urlaub. Was ihm aber sein Vertreter Fabian Eichner von der Partie berichtet hat, hat ihn erfreut: „Wir haben uns gegen einen Gegner durchgesetzt, der stärker ist als es sein Tabellenplatz verrät“, sagt Dursun. Nach der 2:0-Führung durch Oktay Yilmaz und Freddy Mendoza und dem Anschlusstreffer von Denis Windhager per verwandeltem Handelfmeter nach 25 Minuten haben die Weilimdorfer „uns ordentlich unter Druck gesetzt und mehrmals die Chance zum Ausgleich gehabt“, hat sich Dursun erzählen lassen. Doch die Seinen hielten den Druck aus und erhöhten durch Robert Kottwitz auf 3:1. Selbst der erneute Anschluss durch Sascha Kraft nach 63 Minuten machte die Hausherren nicht unsicher. Dennis Wagner verwandelte dann kurz vor Schluss einen Elfmeter zur endgültigen Entscheidung für die Hausherren. Diese haben neben Routinier Harun Kuzu vom Ortsrivalen TV in Kai Mährle, Jonathan Kahsaym, Enes Fetahi und Danny-Shane Jerominiak gleich vier Spieler aus der zweiten Mannschaft der Sportvg Feuerbach verpflichtet. „Allesamt vielversprechend“, sagt Dursun.

Derweil ist der TSV Weilimdorf auf den viertletzten Platz (Relegation oder Abstiegsplatz) abgerutscht und muss im abschließenden Spiel zuhause gegen das Schlusslicht SC Stammheim unbedingt gewinnen.

Tore: 1:0 Yilmaz (5.), 2:0 Mendoza (21.), 2:1 Windhager (25., Handelfmeter), 3:1 Kottwitz (49.), 3:2 Kraft (63.), 4:2 Wagner (88., Foulelfmeter).

Besonderes: –

SC Stammheim – TV89 Zuffenhausen 5:6

Ein wildes Spiel mit elf Toren, bei dem es für beide Seiten um nichts mehr ging. Stammheim ist schon längst abgestiegen, Zuffenhausen seit längerem im gesicherten Mittelfeld. Dass es so eine knappe Angelegenheit wurde, dafür sieht Zuffenhausens Trainer Ümüt Yürük einzig und alleine sein Team verantwortlich. „Wenn wir das Gaspedal gedrückt haben, haben wir dominiert und getroffen, sind wir mit dem Fuß wieder etwas runter vom Pedal, haben wir Stammheim zurück ins Spiel gebracht.“ Dass es letztlich doch zum Sieg gereicht hat, ist mit ein Verdienst des 42-jährigen Yürük. Mangels Personals lief er im Sturm auf uns netzte zweimal ein.

Derweil hofft der Coach, der um ein weiteres Jahr verlängert hat, dass seine spielerischen Dienste in der nächste Runde nicht mehr gebraucht werden. Was sich verändern wird, sei noch nicht ganz sicher, jedoch der Abgang seines Sechsers Harun Kuzu zum Ortskonkurrenten SSV. Yürük: „Das ist sehr schade.“

Tore: 0:1 Alieu Darbone (18.), 1:1 Ekrem Sahin (37., Eigentor), 2:1 Diem Palenfo (45.), 2:2 Anwar Moutor (46.), 2:3 Erdem Eraslan (48.), 2:4 Umut Yürük (62.), 3:4 Nikitas Skordooulis (65.), 3:5 Yürük (71.), 4:5 Silvio Tsiapi (81.), 4:6 Darboe (84.), 5:6 Skordoulis (87.).

SV Prag – SportKultur Stuttgart 3:0/Urteil

Es war abzusehen, dass es dem bereits abgestiegenen SportKultur an Spielern mangeln würde. Deshalb kam die Anfrage nach einer Spielverlegung. „Das ließ sich von unserer Seite spontan nicht umsetzen und letztlich kam am Freitag dann die finale Absage von der SportKultur“, sagt Frederik Bruder, der Trainer des SV Prag. Die Partie wird somit mit 3:0 für die Seinen gewertet. Bedeutet: Prag ist definitiv gerettet. „Auch wenn es einen Absteiger mehr geben sollte“, sagt Bruder. Dementsprechend laufen die Planungen für die nächste Runde. Konkret sei noch nicht viel, jedoch die Zukunft von Torjäger Otis Raiser. Dieser habe zwar einige Angebot, wird aber „stand jetzt bleiben“, so Bruder.