Benningens Julian Hofacker (links) gelangen in neuer Rolle drei Tore gegen den TSV Affalterbach. Foto: Avanti/Archiv

Großes Aufbäumen der Kellerteams in der Kreisliga A 1: Höpfigheim, Benningen und Pleidelsheim II überraschen. Murr holt ersten Rückrundensieg.

Das große Aufbegehren im Tabellenkeller brachte der 18. Spieltag der Fußball-Kreisliga A1 Enz-Murr. Paradebeispiel war der GSV Höpfigheim, dem es gelang, mit einem unerwarteten, aber keineswegs unverdienten 1:1-Remis sogar Tabellenführer TSV Grünbühl zu stürzen. Überraschende Siege gegen eigentlich klar favorisierte Gegner gelangen auch dem TSV 1899 Benningen mit einem 5:2 gegen den TSV Affalterbach und dem GSV Pleidelsheim II beim 3:0 gegen die SGM Hochberg/Hochdorf.

 

„Die entscheidende Eingebung für unsere Taktik hatte ich am Tag zuvor, als ich im Autoradio ein Stück von AC/DC hörte“, schmunzelte Thomas Lembeck, der Trainer des GSV Höpfigheim, nach dem 1:1 (0:1) gegen den bisherigen Spitzenreiter TSV Grünbühl. Mit einer Fünferkette hatte er seine Elf diesmal ins Rennen geschickt. „Wir wollten Grünbühls Diagonalbälle auf die Außenstürmer besser kontrollieren“, erklärte er. Dennoch geriet sein Team nach einem Ballverlust im Spielaufbau früh in Rückstand (3.). Der GSV wich in der Folge aber keinen Deut von seinem Plan ab. Grünbühl hatte als Konsequenz zwar viel Ballbesitz, wurde aber kaum gefährlich. Einen der Höpfigheimer Nadelstiche nutzte dann schließlich Routinier Christian Kreutter zum 1:1-Ausgleich (85.) und hatte dann in den Schlussminuten sogar zweimal den Siegtreffer auf dem Fuß.

TSV 1899 Benningen gibt die Rote Laterne ab

Mit einem 5:2 (2:0)-Sieg gegen den TSV Affalterbach überraschte auch der TSV 1899 Benningen, fuhr damit seine ersten Punkte in der Rückrunde ein und gab nach langen Wochen die Rote Laterne in der Tabelle ab. „Schön, dass wir endlich mal einen rausgehauen haben“, freute sich Coach Gianni Bellarosa, dessen Schachzug, seinen spielenden Co-Trainer Julian Hofacker diesmal ins Angriffszentrum zu beordern, voll aufging. Hofacker, eigentlich gelernter Stürmer, beim TSV 1899 aber in der Regel in deutlich defensiverer Rolle eingesetzt, war mit drei Treffern (21., 55., 79.) maßgeblich am Erfolg beteiligt. Robin Fleischmann und Aaron Burow trafen zudem für Benningen.

„Wir können uns heute nur bei unseren Fans entschuldigen. Das war der vielleicht schwächste Auftritt, seitdem ich hier Trainer bin“, sagte Affalterbachs Coach Dennis Grab, der restlos bedient war. Erst beim Stand von 0:4 betrieb sein enttäuschendes Team noch etwas Ergebniskosmetik und traf durch Marco Röthig und Olade Wassiou Salami.

GSV Pleidelsheim II holt mit Spaß drei Punkte

Ein „ganz tolles Spiel“ seiner Elf sah dagegen Gert Ranzinger, der Coach des GSV Pleidelsheim II, beim 3:0 (1:0) gegen die SGM Hochberg/Hochdorf. „Wir wollten heute Spaß haben und nicht mit Druck an die Aufgabe herangehen“, berichtete der Trainer und stellte besonders den Teamgeist heraus, der bei seinen Akteuren unübersehbar war. Belohnt wurde dieser durch Treffer von Jonathan Pasternak vor sowie Lukas Klein und Marcel Ott nach der Halbzeit. In der Tabelle bleibt die GSV-Zweite zwar auf einem Abstiegsrang, ist aber nur noch durch das Torverhältnis vom Relegationsplatz getrennt.

Weiterhin ungeschlagen im neuen Jahr bleibt der GSV Erdmannhausen nach dem 5:5 (3:2)-Torfestival beim SKV Eglosheim. Von einer „gefühlten Niederlage“ sprach jedoch hinterher GSV-Spielertrainer Alexander Berg, denn man gab eine eigentlich komfortable 3:0-Führung, die man bereits nach einer Viertelstunde herausgeschossen hatte, noch aus der Hand. Luca Heusel (2), Kevin Redieß, Moritz Rath und Dennis Schäfer hießen die GSV-Torschützen.

Trotz erstem Dreier in der Rückrunde ist Aufstieg für Murr weit weg

Endlich den ersten Dreier nach schwachem Rückrundenstart verbuchte der Tabellendritte SGV Murr mit einem 5:0 (4:0) gegen den FSV Oßweil. Dabei rückte ein ganz neuer Name in den Mittelpunkt: A-Junior Carl-Philipp Bürker glänzte bei seinem Startelfdebüt im SGV-Trikot gleich als dreifacher Torschütze (5. 43., 45.). „Er ist erst vor ein paar Tagen 18 Jahre alt geworden und kommt sogar noch aus dem jüngeren A-Jugend-Jahrgang“, freute sich Trainer Ben Blümle über den frechen Youngster, von dem man wohl noch einiges hören wird. Tekay Caliskan und Antonio Purkovic steuerten die übrigen Treffer bei.