Der SGV Höpfigheim verliert Abstiegsduell, Pleidelsheim II festigt Platz über dem Strich, Murr patzt in Asperg, Erdmannhausen kommt unter die Räder und Affalterbach siegt 4:1.
„Der Stecker ist doch noch drin“, hatte Gianni Bellarosa am Sonntagabend gut Lachen. Mit 2:1 (0:0) gewann der Trainer des TSV 1899 Benningen mit seinem Team das Abstiegsduell der Fußball-Kreisliga A1 Enz-Murr beim GSV Höpfigheim und hat damit ein deutliches Lebenszeichen gesendet. Tief frustriert war hingegen sein GSV-Gegenüber Thomas Lembeck: „Meine Mannschaft schafft es einfach nicht, zwei gute Auftritte hintereinander abzuliefern“, stöhnte er. In der Tabelle schlossen die Benninger damit nach Punkten zum GSV auf. Beide liegen auf Abstiegsrängen, doch der Relegationsplatz ist nur drei Zähler entfernt – verloren ist also noch nichts.
Hochklassigen Fußball hatten beide Teams zuvor erwartungsgemäß nicht aufgetischt: „Viele Stockfehler und kein schönes Spiel“, sah Lembeck, als „dem Tabellenstand entsprechend“, ordnete Bellarosa das Gebotene ein. Nach ereignisarmen und torlosen ersten 45 Minuten brachte der zur Pause eingewechselte Fabian Bochmann die Höpfigheimer in Führung (56.). „Damit hatten wir das Momentum voll auf unserer Seite, haben aber den Gegner wiederbelebt“, haderte Lembeck.
„Glockenfrei“, so der frustrierte Coach, konnte bald darauf Benningens Julian Hofacker nach einer Ecke am Fünfmeterraum hochsteigen und zum 1:1 einköpfen (66). Das von Lembeck beschworene Momentum wechselte die Seiten. Als der Ball nur eine Minute später erneut im Höpfigheimer Netz zappelte, rettete zunächst noch eine strittige Abseitsentscheidung den GSV vor dem Rückstand. Nach weiteren 120 Sekunden war es dann aber soweit: Erneut Hofacker traf aus dem Gewühl heraus zum 2:1 (69.). Dabei blieb es, da der GSV nichts Zwingendes mehr zustande brachte. „Benningen hat im Gegensatz zu uns Herz und Leidenschaft gezeigt“, resümierte Lembeck, während Bellarosa nach dem ernüchternden Auftritt in der Vorwoche festhielt: „Mir war es wichtig, dass die Jungs heute ihre Chance suchen. Das haben sie getan.“ Nichtsdestotrotz werden sich im Sommer die Wege von ihm und dem TSV 1899 trennen. „Ligaunabhängig und einvernehmlich“, betont Bellarosa.
Gewinner im Tabellenkeller ist der GSV Pleidelsheim II
Klarer Gewinner des Spieltags im Tabellenkeller war der GSV Pleidelsheim II. Beim nun auch rechnerisch abgestiegenen Schlusslicht VfB Tamm gewann der GSV ungefährdet mit 3:0 (2:0), festigte seinen Platz über dem Strich und weist nun ein Vier-Punkte-Polster auf den Relegationsrang auf. „Das könnte ein Meilenstein auf dem Weg zum Klassenerhalt gewesen sein“, freute sich Coach Gert Ranzinger. Auf dem großen Rasen in Tamm habe seine Elf vor allem „die Laufarbeit und den Kampf angenommen“, stellte er heraus und urteilte: „In der Rückrunde haben wir einen klaren personellen Stamm. Das macht sich inzwischen bemerkbar.“ Die Tore erzielten Sven Willems, Mick Glücker und Marcel Ott.
Eben jenen Relegationsplatz hat weiterhin der TSV Asperg inne, der beim Tabellendritten SGV Murr trotz fast halbstündiger Unterzahl zu einem überraschenden torlosen Remis kam. Die Murrer verpassen es damit, noch einmal dem Zweiten VfB Neckarrems 1913 auf die Pelle zu rücken, der ebenso unerwartet mit 1:2 gegen den SKV Eglosheim patzte.
Erdmannhausen geht gegen wahrscheinlichen Aufsteiger unter
Klar auf Meisterkurs liegt daher nun Pokalfinalist TSV Grünbühl, der den GSV Erdmannhausen mit 6:1 (3:1) schlug. „Wir brauchen noch drei Punkte, um sicher zu sein, aber die müssen wir gegen andere Gegner holen“, räumte GSV-Trainer Ulli Stiegler ein. Sein Team begann zwar gut und ging durch Sebastian Leon sogar in Führung (4.), doch eine „klare Fehlentscheidung“, so Stiegler, leitete die Wende ein. Als ein Ball unkontrolliert zu Keeper Hannes Wunsch zurücksprang und dieser ihn aufnahm, werte der Unparteiische dies zur Überraschung aller als Rückpass. Den indirekten Freistoß verwerte Ligatoptorjäger Daniel Schick aus Kurzdistanz zum 1:1. „Das hat uns aus der Spur gebracht“, ärgerte sich Stiegler.
„Ich bin sehr zufrieden“, kommentierte dagegen Dennis Grab, der Trainer des TSV Affalterbach. Mit 4:1 (3:1) setzte sich sein Team ungefährdet beim FSV Oßweil durch. Jannik Stephan, Yannick Arendt und Dominik Janzer schossen ein 3:0 heraus, ehe Oßweil mit dem Pausenpfiff per Elfmeter verkürzten konnte. Affalterbach ließ aber nichts anbrennen und sorgte mit Nico Haußmanns 4:1 (62.) für klare Verhältnisse. „Am Ende kann es dann auch 7:1 ausgehen“, fand Grab.