Immer wieder gelingt es dem CVJM Altbach namhafte Persönlichkeiten für die Unterstützung der Jugendarbeit des Vereins zu engagieren. Wie gelingt das dem Verein?
Zugegeben, es ist nicht immer ganz einfach. „Man benötigt Hartnäckigkeit und Überzeugungsarbeit“, sagt der Altbacher CVJM-Vorsitzende Jörg Reutter. Für den ersten Auftritt von Gerhard Polt im Jahr 2008 hätten sie drei Jahre Vorarbeit gebraucht, unzählige Telefonate geführt und E-Mails geschrieben. Manchmal muss auch Glück im Spiel sein, der Terminkalender der Prominenten mitspielen. Bei Reinhold Messner hat es beispielsweise auf den letzten Drücker doch nicht geklappt. Auch Harald Schmid steht schon lange auf der Wunschliste des CVJM Altbach. Manchmal müssen eben dicke Bretter gebohrt werden.
Inzwischen haben die CVJMler aber bei einigen Managern und Veranstaltern einen Fuß in der Türe. Uli Keuler, Biermösl Blosn, Christoph Sonntag – sie alle waren schon einmal da. Die Erlöse der Abende kommen der Jugendarbeit zugute.
Altbacher Verein ist auf die Erlöse angewiesen
Die Idee hinter den Veranstaltungen wurde vor fast zwanzig Jahren geboren. Einige Vereinsmitglieder seien schon immer von Gerhard Polts Humor begeistert gewesen und wollten ihn unbedingt mal kennenlernen, erinnert sich Reutter an die Anfänge. „Nach Polts erstem Auftritt bei uns im Jahr 2008, die gleichzeitig unsere erste Veranstaltung dieser Art überhaupt war, kam dann die Idee auf, dass wir mit den Einnahmen aus solchen Veranstaltungen doch auch die lang ersehnte hauptamtliche Stelle für die Jugendarbeit bei uns im Verein finanzieren könnten“, erklärt er. Seit dem Jahr 2004 habe es keine hauptamtliche Unterstützung mehr gegeben. Dies habe die Jungschararbeit und Mitarbeitergewinnung erschwert. Deshalb sei eine Zehn-Prozent-Stelle für die Jugendarbeit im Verein geschaffen worden, die bis heute die Gemeindediakonin der evangelischen Kirchengemeinde, Heike Klamert, innehat. Ohne die regelmäßigen Erlöse aus den Veranstaltungen könnte die Stelle nicht finanziert werden.
„Man benötigt Hartnäckigkeit und Überzeugungsarbeit.“
Jörg Reutter, CVJM-Vorsitzender Altbach
Der Schwerpunkt liegt auf Kabarett und Musikkabarett aus Baden-Württemberg und Bayern. „Wir hatten auch schon reine Musikgruppen da, allerdings ist da der finanzielle Aufwand für die Technik wesentlich größer“, sagt Reutter. Für Kinder sei schon einmal Willi Weitzel, bekannt aus der Sendung „Willi will’s wissen“, gekommen und im nächsten Jahr hat der Kindermusiker Mike Müllerbauer zugesagt. „Bei der Auswahl der Künstler geht es vor allem danach, was uns im CVJM persönlich gefällt“, erklärt Reutter.
Meist ist die Altbacher Gemeindehalle ausverkauft
Damit die Veranstaltungen stattfinden können, muss ein großer technischer und organisatorischer Aufwand betrieben werden. Die Verhandlungen mit den Künstlern beziehungsweise deren Management und die Organisation im Vorfeld liegen für die meisten Veranstaltungen beim CVJM-Vorsitzenden Reutter. Am Tag des Auftritts seien dann bis zu 25 Leute ehrenamtlich aktiv. Die meisten Künstler bringen Techniker für Ton und Licht aber selbst mit. Es gebe aber auch Vereinsmitglieder, die sich damit auskennen.
Ein gewisses unternehmerisches Risiko schwingt an den Abenden immer mit. Der Verein muss die Halle mieten. Die Künstler müssen ebenfalls bezahlt werden. Es habe auch Abende gegeben, da habe der Verein einen Verlust gemacht. Das sei während der Coronazeit gewesen. Normalerweise kämen aber stets genügend Zuschauer zu den Veranstaltungen, erklärt Reuter. Meist sei die Altbacher Gemeindehalle sogar mit deutlich mehr als 400 Tickets ausverkauft. Und manchmal reicht die Altbacher Gemeindehalle nicht aus. Es wurde auch schon ins doppelt so große Esslinger Neckarforum ausgewichen, wenn der Ansturm auf die Eintrittskarten zu groß war.
Der nächste Termin steht bereits. Am Samstag, 28. März, um 19.30 Uhr kommen die Well-Brüder zusammen mit ihren Schwestern von den Wellküren in die Gemeindehalle. Die Well-Brüder (früher Biermösl Blosn) sind bayrische Musikkabarett-Legenden und Multi-Instrumentalisten, die bayrische Volksmusik mit satirisch, scharfen und humorvollen Texten kombinieren. Sie treten regelmäßig mit Gerhard Polt auf und waren auch schon mehrmals mit einem gemeinsamen Programm mit den Toten Hosen auf Tour. Zusammen mit den Wellküren sind sie aktuell mit dem Programm „Familienbande“ unterwegs. Karten gibt es für 28 Euro beim Bioladen „BioLi“ in der Bachstraße 29 in Altbach und bei Easyticket.
Zum Verein
Mitgliederzahl
138 Mitglieder
Aktivitäten
Regelmäßige Gruppen: Jungschar „Abenteuerinsel“ (von 5 bis 12 Jahren), „Treffpunkt“ (für Jugendliche ab 14 Jahren), Posaunenchor zusammen mit dem CVJM Posaunenchor Deizisau
Veranstaltungen
Christbaumaktion, Kreuzweg, Kinderferienprogramm, Stände auf dem Dorffest und auf dem Weihnachtsmarkt, Parkplatzfest, Orangenaktion, Waldadvent
Kinder und Jugendliche
32 Kinder und Jugendliche sind Mitglieder. Nicht alle Jungscharkinder oder Jugendliche des „Treffpunkts“ sind auch Mitglieder im Verein.
Jüngstes/ältestes Mitglied
Das jüngste Mitglied ist sechs Jahre alt und das älteste 87.
Frauen/Männer
51 Prozent Frauen, 49 Prozent Männer