In Kornwestheim hat in einer bisher schwierigen Location ein neues Café eröffnet. Angebot und Konzept überzeugen und die Betreiber wollen eine Marktlücke schließen.
Seit ein paar Tagen hat auch Kornwestheim eine Anlaufstelle für die neuesten Café-Trends, von Matcha bis Egg-Drop-Sandwich. Umid Arkan Adnan hat das Café Verde auf dem Bahnhofsplatz 2 eröffnet.
Adnan ist mit seinen 28 Jahren noch jung, baut aber auf viel Erfahrung in der Gastronomie auf. Sein Vater, der mit der Familie einst aus dem Irak nach Deutschland floh, betreibt den Dönerladen „Erkan Chef“ in Kornwestheim. Er selbst hat unter anderem bei der nun ehemaligen Eisdiele „Il Gelato“ in Kornwestheim und bei Sausalitos in Heilbronn gearbeitet.
„Wir haben uns gefragt, was fehlt in Kornwestheim“, sagt Adnan zu seiner Herangehensweise. Das Café Verde biete etwas, das es so in der Stadt noch nicht gebe. „Wir wollen, dass sich die Kunden bei uns wohlfühlen. Deshalb legen wir nicht nur Wert auf die Speisen, sondern auch auf die Ausstattung“.
In den vergangenen Monaten haben Adnan und sein Team deshalb viel geschuftet. Das Interior wirkt hochwertig und die grüne Farbe zieht sich als Idee durch das gesamte Café. „Wir haben viel investiert“, sagt Adnan und meint damit nicht nur Geld, sondern auch Eigenleistung.
Aber wieso ist das Café eigentlich in Grün gehalten? Das komme wegen seiner grünen Augen und dem schönen spanischen Wort „verde“, sagt der 28-Jährige. Das passe zu seiner Vorstellung für das Design des Cafés.
Ich will helfen, die Innenstadt zu beleben.
Umid Arkan Adnan, Inhaber Café Verde
„Ich bin in Kornwestheim aufgewachsen und will helfen, die Innenstadt zu beleben“, sagt Adnan. Gerade ist er noch mitten im Masterstudium an der Hochschule Heilbronn. Neben KI und Wirtschaftsinformatik in Heilbronn geht es in Kornwestheim eher um den richtigen Touch bei Sandwiches, Salaten und Smoothies.
Ein Spagat, den Adnan nur wegen familiärer Unterstützung durch seinen Vater und seinen guten Freund Serkan Yücel schafft. „Er ist ein harter Arbeiter und tut alles dafür, hier erfolgreich zu sein“, sagt Yücel über seinen Freund.
Kein leichter Standort
Auch wenn das Konzept stimmig und das Team erfahren ist, weiß Adnan um die Aufgabe am Bahnhofsplatz. „Der Standort hier hat leider nicht den besten Ruf“, sagt der Masterstudent. In der Tat haben sich Cafés in den vergangenen Jahren dort kaum halten können. Aber auch das hat der 28-Jährige analysiert. Oft sei kein stimmiges Konzept dahinter gestanden, den Betreibern hätten Sprachkenntnisse und Erfahrung gefehlt, oder die Öffnungszeiten seien zu unregelmäßig gewesen.
Dagegen gibt es beim Verde nun eine klare Linie: Bis auf den Ruhetag am Montag hat das Café immer von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Frühstück gibt es jeweils bis 14 Uhr. Neben Kaffee aus der Siebträgermaschine, einer großen Teeauswahl und den erwähnten Speisen, gibt es auch jeden Tag ein wechselndes Kuchenangebot sowie einen Mittagstisch.
Konzept und Design erinnern an eine andere Neueröffnung im Kreis: Das Café Mosh in Bietigheim. Man kenne sich gut, sagt Adnan über dessen Betreiber. Der einzige Unterschied zwischen Mosh und Verde: In Kornwestheim ist kein Alkoholausschank geplant.
Das Verde soll wie das Mosh in Bietigheim ein Anlaufpunkt in der Innenstadt werden. Die beiden Bäckereien mitsamt Cafés sowie das neue Wohncafé in der Güterbahnhofstraße sind zwar in der Nähe, Adnan sieht diese aber nicht als Konkurrenz: „Es ist genug Raum für alle, wir bieten etwas Eigenes. Wir sind selbst unsere Konkurrenz, denn wir wollen jeden Tag besser werden.“