Direkt im Zentrum von Köngen will sich die neue Bürgerecke zum generationsübergreifenden Bürgertreff mausern – auch um wieder für mehr Leben in der Ortsmitte zu sorgen.
Mit der neuen Bürgerecke gibt es in Köngen einen neuen Raum für Begegnung und Engagement. Das Angebot richtet sich an alle Einwohner der Gemeinde, ebenso wie Vereine, Gruppen und Initiativen, die die Räumlichkeiten in der Ortsmitte kostenlos nutzen dürfen. „Die Bürgerecke ist ein Stück gelebte Demokratie oder ein guter Platz, um miteinander ins Gespräch zu kommen“, kündigte Köngens Bürgermeister Ronald Scholz bei der offiziellen Eröffnung an.
Geboren wurde die Idee aus der Not heraus – Mitte letzten Jahres gab die Inhaberin des dort jahrzehntelang beheimateten Bücherladens altershalber auf. Alle Bemühungen einen Nachfolger für das Geschäft zu finden, verliefen im Sand. Das Gebäude gehört der Gemeinde – die dem Gemeinderat dann ein innovatives Nutzungskonzept vorlegte, auch mit dem Hintergedanken weitere Leerstände im Zentrum der Gemeinde zu vermeiden.
Am 4. Mai beginnt der reguläre Betrieb
Die Idee, aus den kommunalen Räumlichkeiten einen generationsübergreifenden Bürgertreff zu machen, kam an – 30 000 Euro wurden bereitgestellt, um das Projekt voranzutreiben. Im Oktober lud die Gemeinde zu einer ersten Infoveranstaltung – das Interesse war groß. Die Aufgabe, die vielen bereits existierenden Köngener Player, die sich dem sozialen Miteinander in der Gemeinde verschrieben haben, zusammen zu bringen, allerdings auch. In weiteren Treffen kristallisierte sich ein Kernteam von rund 20 Ehrenamtlichen, engagierten Bürgern und Vereinsvertretern heraus, die sich intensiv mit dem Konzept beschäftigten. Parallel liefen von November bis Februar die Sanierungsarbeiten und am 4. Mai startet nun der Betrieb mit regulären Öffnungszeiten montags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr.
„Das ist aber erst der Anfang“, erklärte Scholz. Er hofft, dass das Angebot auf eine noch breitere Resonanz stößt. Einige regelmäßige Nutzer haben sich bereits gefunden: So nutzt etwa die FBA die Räumlichkeiten für eine Eltern-Kind-Gruppe (ab 24. April) und der Köngener Sozialfonds bietet ab dem 23. April jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat eine offene Sprechstunde an. „Menschen, die kurzfristig in finanzielle Schieflage geraten sind, können einfach vorbeikommen und sich beraten lassen. Ohne Anmeldung und die Diskretion wird gewahrt“, erklärte Sozialfonds-Vorstand Uwe Klein. Auch die Initiative „Köngen gärtelt“ hat mit der Bürgerecke bereits ihre Homebase gefunden. Das neue Urban-Gardening-Projekt will auf ausgewählten kommunalen Flächen und als Straßenpaten für mehr Grün in der Gemeinde sorgen. Ebenfalls ist geplant, dass sich Köngener Vereine und Institutionen mit ihren Angeboten samstags in der Bürgerecke vorstellen.
Keine gewerblichen Angebote in der Bürgerecke
„Die Nachfrage ist groß“, sagte Julia Opitz von der Gemeindeverwaltung, die mit dem Projekt betraut ist. Gewerbliche Angebote soll es in der Bürgerecke aber keine geben, auch werden die Räumlichkeiten nicht für private Feierlichkeiten vermietet. Neben Ausstellungen verschiedener Köngener Künstler ist auch eine „Bürgerbörse“ in der Mache – als Plattform fürs Ehrenamt aber auch ganz praktisch für „Suche und Biete“- Dienste, Ideen, Unterstützung und Kontakte, wie Scholz erläuterte. „Vielleicht wird hier nicht gleich Weltbewegendes entstehen, aber oft sind es ja die kleinen Gespräche, die großen Wandel vorbereiten. Die Bürgerecke soll zeigen, was möglich ist, wenn Engagement einen Raum bekommt“, kündigte Köngens Verwaltungschef an.
Als Kontakt und für Ideen zur weiteren Gestaltung der Bürgerecke können sich Bürger an j.opitz@koengen.de wenden oder einfach vorbeischauen.