Mit dem „Klimabonus“ unterstützt die Stadt Ludwigsburg die Energiewende. Die Grünen wollen das Programm trotz Haushaltskrise fortsetzen – das könnte zu Diskussionen führen.
Es geht nicht zu weit, das Ludwigsburger Förderprogramm Klimabonus ein Erfolgsmodell zu nennen. Zumindest, wenn es darum geht, wie das Programm bei den Bürgern ankommt. Bereits im September war der Fördertopf – immerhin 400.000 Euro – für das vergangene Jahr ausgeschöpft. Eine Neuauflage scheint naheliegend, steht durch finanzielle Krise und Haushaltssperre aber trotzdem auf der Kippe. Die grüne Gemeinderatsfraktion will das Programm fortsetzen – das birgt Konfliktpotenzial.
Mit dem Klimabonus konnten sich die Ludwigsburger Bürger in Sachen Energiewende finanzielle Unterstützung sichern. Bei der Komplettsanierung des Hauses hat die Stadt bis zu 50.000 Euro zugeschossen, für die Installation einer PV-Anlage gab es maximal 2500 Euro, für ein Balkonkraftwerk 1450 Euro.
Evaluation wertet Programm als Erfolg
In einer Evaluation aus dem Februar bezeichnete die Stadt das Programm als „effektives Instrument zur Erreichung der kommunalen Klimaziele in Ludwigsburg“. Positiv hob sie außerdem hervor, dass 90 Prozent der geförderten Investitionen von regionalen Handwerkern umgesetzt wurden, 41 Prozent davon sogar von Ludwigsburger Unternehmen.
Im ursprünglich verabschiedeten Haushalt 2026 war erneut ein Fördertopf von 400.000 Euro mit angepassten Maßnahmen enthalten. Das war allerdings, bevor der Gemeinderat im Februar eine Haushaltssperre beschloss. Ob das Klimabonus-Programm enthalten bleibt, wenn das Gremium Ende Juli den Nachtragshaushalt verabschiedet, ist offen – denn eigentlich muss die Stadt sparen.
Geht es nach den Grünen, wird es den Klimabonus weiterhin geben. Der Irankrieg habe erneut gezeigt, dass Deutschland sich schneller von fossilem Öl und Gas unabhängig machen müsse – der Klimabonus sei dabei eine Unterstützung. Beim Umstieg auf die erneuerbaren Energien müssten sich die Ludwigsburger Bürger auf ihre Stadt verlassen können, heißt es in einem Antrag der Fraktion zum Erhalt des Programms.
Es ist allerdings nicht unwahrscheinlich, dass aus dem Gremium Gegenwind kommt. Die FDP hat drei Jahre in Folge beantragt, den Klimabonus ersatzlos zu streichen. Gut möglich, dass bei den Beratungen zum Nachtragshaushalt erneut eine Debatte aufkommt. Die Adhoc-Kommission bereitet nach Auskunft der Stadtverwaltung bereits Sparvorschläge vor.