Beeindruckende Naturbalkone reihen sich im Kreis Esslingen am Albtrauf aneinander. Jeder Felsen hat seinen eigenen Charakter – von Klassikern bis zu versteckten Geheimtipps.
Gelegentlich schwebt ein bunter Gleitschirm lautlos über den Albtrauf. Unter ihm: Kalkfels, Weitblick, Stille. „Wer im Landkreis Esslingen wandern geht, kommt an den zahlreichen Aussichtsfelsen entlang der Albtraufkante einfach nicht vorbei, ohne sie zu bestaunen“, sagt der Themenmanager Wandern beim Schwäbische Alb Tourismus, Heiko Zeeb.
Zwischen Neuffen, Beuren, dem Lenninger und dem Neidlinger Tal reiht sich eine ganze Galerie dieser Naturbalkone aneinander – jeder mit völlig eigenem Charakter.
Breitenstein, Klassiker mit Weitblick
Bei Ochsenwang erhebt sich der Breitenstein, wohl der bekannteste aller Albfelsen. Seine breite Kalkkante fällt fast 400 Meter senkrecht in das Lenninger Tal ab. „Der Breitenstein ist einer der schönsten Plätze der Schwäbischen Alb für einen spektakulären Sonnenuntergang“, verrät Zeeb allen, die romantische Momente suchen. „Der offene Weitblick auf die nahe Burg Teck und auf die Drei Kaiserberge in der Ferne ist so entschleunigend, dass man hier Stunden verweilen könnte“, schwärmt er. Bei klarer Sicht reicht der Blick sogar bis zur Spitze des Stuttgarter Fernsehturms. Ein Ziel für Wanderer, Familien und Fotografen gleichermaßen. Vom Parkplatz sind es nur wenige Gehminuten bis zum Felsen. Ambitionierte Wanderer wählen den Premiumwanderweg „hochgehadelt“ (12,9 Kilometer mit 580 Höhenmetern).
Hohenneuffen: Parkplatzfelsen und Startplatz für Gleitschirmflieger
Nur wenige Kilometer südlich bietet der Parkplatzfelsen am Hohenneuffen allen Schwindelfreien einen fantastischen Blick auf die Burgruine und das Albvorland. Rund 600 Meter entfernt, am offiziellen Startplatz der Gleitschirmflieger, werden Besucher Zeugen, wie sich bunte Schirme in die Luft erheben und lautlos über dem Albtrauf und der Burg Hohenneuffen schweben. Lohnend ist hier die Kombination mit dem Premiumwanderweg „hochgehkeltert“: Er startet in Neuffen, führt durch Weinberge vorbei an den Aussichtsfelsen bis zur Burg Hohenneuffen (7,2 Kilometer, 354 Höhenmeter).
Tobelfelsen und Mittagsfels, versteckt im Wald
Weniger bekannt, aber umso reizvoller sind die Tobelfelsen und der Mittagsfels hoch über Lenningen. Von Oberlenningen führt ein schmaler Pfad durch das Tobeltal in einem Buchenwald hinauf zum Albtrauf. An den Tobelfelsen öffnen sich zwischen den Baumwipfeln unvermittelt Ausblicke über das Tobeltal in Richtung Lenninger Tal. Kurz darauf ragt der Mittagsfels mit herrlicher Sicht auf das Lenninger Tal aus dem Wald heraus. Über die Burgruine Rauber geht es zurück nach Oberlenningen.
Reußensteinfelsen: Mittelalter trifft Panorama
Neben der Ruine Reußenstein bei Neidlingen erhebt sich ein bei Kletterern ebenso wie bei Wanderern geschätzter Aussichtsfelsen. Der Blick schweift über die sagenumwobene Burgruine und das Neidlinger Tal, wo im Frühling die Kirschbäume in voller Blüte stehen. Kein Wunder, dass dieser Ort zu den beliebtesten Fotospots der Alb zählt. Der Löwenpfad „Filsursprung-Runde“ führt ab Wiesensteig auf 14,1 Kilometern und mit 229 Höhenmetern am Felsen und an der Ruine Reußenstein vorbei.
Burgsicht vom Beurener Fels
Oberhalb von Beuren bietet der Beurener Fels auf 730 Metern Höhe einen weiten Blick über die gleichnamige Gemeinde und die im Frühling üppig blühenden Streuobstwiesen. Das Panorama reicht über den Albtrauf und die Burg Hohenneuffen, in Richtung Achalm und Hörnle bis ins Neckartal. Zu erreichen ist der Fels über den Premiumwanderweg „hochgehlegen“ (7,7 Kilometer, 280 Höhenmeter).
Brucker Fels, Geheimtipp am Albtrauf
Ebenfalls auf dem Premiumwanderweg „hochgehlegen“ erreichbar ist der eher unbekannte Brucker Fels, der über dem Lenninger Teilort Brucken thront. Nach dem Aufstieg werden Wandersleute mit einer Aussicht über die Burg Teck und Owen belohnt. Am besten genießen sie ihn von der Holzbank, die dort oben auf sie wartet.