Die zehnjährige Arya Siba Medi aus Wernau hat eine Rolle im Musical Die Eiskönigin ergattert. Darin spielt sie die junge Elsa und steht an mehreren Abenden auf der großen Bühne. Foto: Caroline Holowiecki

Die zehnjährige Arya aus Wernau spielt die Rolle der Elsa im Musical „Die Eiskönigin“ und lebt den Traum Zigtausender kleiner Mädchen. Für Kinderdarsteller gibt es besondere Regeln.

„Willst du einen Schneemann bauen? Los, komm und spiel mit mir“, ruft Anna ihrer Schwester Elsa zu, und beide türmen singend und lachend Spielzeugelemente zu einer Schneemann-Figur auf. Millionen Kinder und ihre Eltern kennen die zentrale Szene aus dem Disney-Film „Die Eiskönigin“, und auch die kleine Arya Siba Medi aus Wernau kannte Elsas und Annas Lied natürlich. Nun darf sie es auf der ganz großen Bühne aufführen. Mit gerade mal zehn Jahren ist sie Musical-Darstellerin und verkörpert in der Stuttgarter Musical-Adaption von „Die Eiskönigin“ die Elsa. Zuvor hatte sich die Fünftklässlerin in mehreren Castingrunden gegen hunderte Konkurrentinnen durchgesetzt.

 

Singen ist neben dem Klavierspielen das große Hobby der Gymnasiastin. „Ich singe auch zu Hause gern“, sagt sie strahlend. Kurdische und englische Lieder führe sie vor ihren Eltern und den zwei jüngeren Schwestern auf – und natürlich die „Frozen“-Hits. Ihre Gesangslehrerin habe ihr schließlich empfohlen, sich bei Stage Entertainment zu bewerben, dem Veranstalter und Produzenten der Musicals in Stuttgart. Seinerzeit waren Mädchen aus dem Großraum Stuttgart gesucht worden.

Wechsel bei der „Eiskönigin“: Wernauer Kinderdastellerin ist eine von 13 Elsas

So sieht die erwachsene Elsa im Stuttgarter Musical aus: Darstellerin Ann Sophie 2024 bei einer Fotoprobe für das Musical „Die Eiskönigin“ im Stage Apollo Theater. (Archivbild) Foto: dpa

Arya ist eine von 13 Elsas, die aktuell im Wechsel in „Die Eiskönigin“ auftreten. Seit November 2024 wird das Musical im SI-Centrum in Stuttgart-Möhringen aufgeführt, und noch bis Februar 2027 sind Termine vorgesehen. Achtmal die Woche. Laut der Sprecherin Saskia Rohner dürfen Kinder nach dem Jugendschutzgesetz jedoch nur 30 Mal pro Jahr auf der Bühne stehen. Will heißen: Es wurden und werden etliche Elsas und Annas benötigt. Drei Monate werden sie jeweils in Trainings auf ihre Rollen vorbereitet. „Sie werden ganz langsam herangeführt“, erklärt Thomas Hirschfeld vom Kindermanagement.

Während sich das Foyer des Apollo-Theaters an diesem Abend mit vielen aufgeregten Mädchen in blauen Elsa-Kleidern füllt, wirkt Arya backstage routiniert. Die Wege durch die langen Flure kennt sie bereits auswendig. Auch den straffen Zeitplan. Umziehen, Probe, einsingen mit dem Dirigenten Steven Brown, Kostüm und Maske. Stets dabei: Aryas kleine Bühnen-Schwester Maila. Die Achtjährige aus Aalen spielt die junge Anna. Die Mädchen wirken vertraut, drücken sich immer wieder und halten sich an den Händen. Fast wie richtige Schwestern.

Bis zu 1800 Zuschauer: Kinder tun sich oft leichter als erwachsene Musicaldarsteller

Bis zu 1800 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgen pro Abend, was auf der Bühne passiert. Alles ist live. Gute 20 Minuten dauert der Kinder-Part gleich zu Beginn des Musicals, am Schluss bei einer Rückblende und natürlich zum großen Applaus sind Arya und Maila wieder gefordert. Sie singen, tanzen, schauspielern, und das ältere der Mädchen darf sogar zaubern und Schneeflocken rieseln lassen.

Viel Verantwortung, aufgeregt war Arya trotzdem nur beim allerersten Auftritt, wie sie sagt. Selbst, dass sich für diesen Abend ihre Klasse angekündigt hat, bringt sie nicht in Wallung. „Die Zuschauer sind nicht ganz so gut zu sehen“, sagt sie. Thomas Hirschfeld fügt hinzu, dass Kinder sich oftmals leichter täten als Erwachsene. „Sie machen sich nicht so viele Gedanken.“

Einen Großteil ihrer 30 Shows hat Arya Siba Medi bereits absolviert. In nicht allzu ferner Zukunft wird sie die blonde Prinzessinnen-Perücke ablegen müssen. Für sie steht jedoch fest: Das soll’s nicht gewesen sein. „Wenn ich groß bin, will ich unbedingt Schauspielerin und Sängerin werden.“