Die Stuttgarter Kickers lassen viele Chancen zu, gewinnen aber dank ungewohnter Effizienz bei Eintracht Trier mit 4:2. Nun wird analysiert und die Zukunft des Trainers geklärt.
Eintracht Triers Torwart Radomir Novakovic war in der Nachspielzeit nach vorne gestürmt, die Stuttgarter Kickers eroberten den Ball, David Tomic lief allein aufs leere Tor zu, machte das viel umjubelte 4:2 – und der positive Jahresabschluss für die Blauen war perfekt. Es war ein glücklicher Dreier nach davor drei Regionalliga-Niederlagen in Serie beim heimstärksten Team der Liga.
„Wir haben bei einem sehr guten Gegner alles reingeworfen und uns das notwendige Glück verdient. Der Fußballgott war heute auf unserer Seite“, sagte Sportgeschäftsführer Lutz Siebrecht. „Wir mussten einige brenzlige Situationen überstehen. Das war auch Glück dabei, Glück das wir in den letzten Spielen nicht immer hatten“, ergänzte Trainer Marco Wildersinn.
Die in einigen Situationen wenig griffig und stabil wirkende Defensive der Kickers ließ zahlreiche Chancen der Trierer zu. Vorne dagegen zeigten die Blauen ungewohnte Effizienz. Zweimal schlug Nevio Schembri eiskalt zu – mit seinem Doppelschlag (15./16.) sorgte der 19-Jährige für die 2:0-Führung.
Die mit Wucht nach vorne spielenden Trierer kamen vor den 3221 Zuschauern im Moselstadion noch vor der Pause zum Ausgleich. Erst gelang Christopher Wähling auf Vorarbeit von Ex-Kickers-Spieler Sinan Tekerci das 1:2 (35.). Dann traf Damjan Marceta mit einem von Per Lockl verursachten Foulelfmeter zum 2:2 (45.).
Nach dem Wechsel gingen die Kickers erneut in Führung. Flamur Berisha erzielte nach Hereingabe von David Tomic mit seinem neunten Saisontor das 3:2 (49.). Mit viel Kampf, Herz und Leidenschaft, aber auch mit einer gehörigen Portion Glück, ließ das Team von Marco Wildersinn keinen Gegentreffer mehr zu. „Wir haben Chancenwucher betrieben“, schimpfte Triers Coach Thomas Klasen.
Für die Erlösung sorgte erst Tomic mit seinem vierten Saisontor, der danach jubelnd in die Kurve der mitgereisten Kickers-Fans abdrehte. „Das war ein extrem wichtiger Sieg, auch für die Moral. Wir haben viel investiert und uns dafür belohnt. Ich bin unfassbar stolz, auch auf unsere junge Hintermannschaft, die sich den Widerständen entgegensetzte“, sagte der erleichterte Wildersinn.
Nun ist Winterpause, in der der bisherige Saisonverlauf analysiert wird. Vom Ergebnis hängt auch die Zukunft des Trainers ab.
Aufstellung Kickers
Neaime – Udogu, Danquah, Petrovic, Borac – Tomic, Lockl, Kiefer (89. Blank) – Schembri (68. Braig), Unsöld (77. Schwab), Berisha (89. Fundel).
Bank: Dumrath, Abdullahu, Skenderovic, Zaiser, Mauersberger.
Nicht im Kader: Dornebusch, Stojak, Mulaj, Faß, Hencke, Frauendorf.
Saison 2025(26
Ergebnisse
1. Göppinger SV – Stuttgarter Kickers (0:2/zweite WFV-Pokal-Runde), SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – Kickers 0:1, Kickers – SV Sandhausen 3:2, VfR Aalen – Kickers (0:2/dritte WFV-Pokal-Runde), Kickers – Eintracht Trier 1:1, 1. FSV Mainz 05 II – Kickers 3:0, Kickers – Kickers Offenbach 1:2, TSV Weilimdorf – Kickers (1:2/WFV-Pokal-Achtelfinale), TSV Steinbach Haiger – Kickers 0:1, Kickers – SC Freiburg II 4:0, KSV Hessen Kassel – Kickers 3:0, FC Bayern Alzenau – Kickers 3:0, Kickers – SGV Freiberg 1:1, FSV Frankfurt – Kickers 3:0, Kickers – Bahlinger SC 3:0, TSG Balingen – Kickers 0:2, Kickers – TSV Schott Mainz 2:1, FC 08 Homburg – Kickers 2:1, Kickers – FC-Astoria Walldorf 2:1, Kickers – SG Sonnenhof Großaspach 2:1, Kickers – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz 0:1, SV Sandhausen – Kickers 2:1, Eintracht Trier – Kickers 2:4. (jüf)