Kein Budget, kein Bad, kein Bürgerentscheid. Sindelfingen geht das Geld für das Badezentrum aus. Deswegen will die Stadtverwaltung den Bürgerentscheid verschieben.
Bei der Landtagswahl am 8. März brauchen die Sindelfinger Bürger wahrscheinlich ein Kreuzchen weniger zu machen: Die Stadtverwaltung will den Bürgerentscheid zum Sindelfinger Badezentrum verschieben. Der Grund dafür klingt einleuchtend: Weil die Stadt gerade kein Geld hat, kann sie auch das Badezentrum nicht bauen. Also ist der Bürgerentscheid darüber überflüssig.
Im Wahlkampf hatte es der Sindelfinger Oberbürgermeister Markus Kleemann (CDU) schon sehr deutlich gemacht: Das Badezentrum mit Kosten von rund 100 Millionen würde unter seiner Ägide nicht kommen. Und nach der jüngsten Steuerschätzung der Stadt, die statt der geplanten 128 Millionen Euro nur etwas mehr als 30 Millionen Euro an Gewerbesteuer einnimmt, dürfte auch kein Geld mehr für ein Spaßbad übrig sein. Gleichwohl muss das Sindelfinger Hallenbad saniert werden, und gleichwohl entscheidet erst der Gemeinderat in der kommenden Sitzung am Dienstagabend über diese Frage.
Weil das Sindelfinger Hallenbad in die Jahre gekommen ist, wurden in letzter Zeit mögliche Varianten diskutiert: Eine große Variante als großzügiges Familienbad und eine kleinere Variante allein mit der Sanierung des Hallenbades. Beiden Varianten erteilt die Stadt nun eine Absage. In der Beschlussvorlage für den Dienstag heißt es: „Da sowohl die Weiterplanung des großen Familienbads als auch die Umsetzung einer reinen Bestandssanierung aus wirtschaftlichen Gründen nicht empfohlen werden, schlägt die Verwaltung vor, auf die Durchführung eines Bürgerentscheids am 8. März zu verzichten und das Thema Bürgerentscheid bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt zu beschließen.“
Und natürlich wird auch die Verschiebung des Bürgerentscheids der Stadt ein paar Kosten einsparen.