Seit 42 Jahren ist Elke Mischke die Chefin der Theaterkantine. Foto: Roberto Bulgrin

Kantinenchefin aus Leidenschaft ist Elke Mischke. Sie sorgt seit 42 Jahren an der Esslinger Landesbühne für das Catering. Für das Ensemble ist sie manchmal auch „Seelentante“.

Bei Premieren der Esslinger Landesbühne riecht es im Foyer nach Currywurst. „Wir wollen dem Publikum mal was anderes bieten als die klassische Butterbrezel“, sagt Elke Mischke. Sie ist seit 42 Jahren die gute Seele der Kantine. Das weiß nicht nur das Publikum zu schätzen. Für das Team der Esslinger Landesbühne sorgt sie hinter den Kulissen nicht nur für Kaffee, Essen und Snacks zwischendurch. Sie kann auch zuhören, wenn es beim einen oder anderen mal ein Problem gibt.

 

Nach ihrer Ausbildung als Restaurantfachfrau in einem großen Stuttgarter Hotel bekam Elke Mischke das Angebot, die Esslinger Theaterkantine zu übernehmen. Der Spagat, die Bewirtung für die rund 135 Mitarbeitenden im Theater zu stemmen, fasziniert sie nach vier Jahrzehnten noch immer. Dazu kommt das Angebot für die Menschen, die Vorstellungen im Schauspielhaus besuchen. „Das ist ein buntes, ganz gemischtes Publikum.“ Mischke ist es ein Herzensanliegen, eine schöne Atmosphäre im Theaterfoyer zu schaffen. „Für die Gäste soll der Theaterbesuch ein Erlebnis sein. Da gehören das Glas Sekt oder andere Getränke einfach dazu.“

Eine angenehme Atmosphäre im Theaterfoyer will Elke Mischke für die Gäste der WLB schaffen. Foto: Roberto Bulgrin

„Organisatorisch ist das Spektrum in unserer Kantine groß“, findet Mischke. Da hat ihr die gute, umfassende Ausbildung viel genutzt. Es gibt kleine Speisen, Snacks, Kaffee und andere Getränke für die WLB-Belegschaft. Wer essen möchte, muss das vorher bestellen. Die Speisen werden dann von einem privaten Anbieter geliefert. „Früher gab es bei uns das Essen aus der Krankenhausküche des Esslinger Klinikums“, erinnert sich die Esslingerin. Das habe ein Mitarbeiter dann jeden Tag mit dem Auto geholt.

Seit 42 Jahren sorgt sie für das Catering am Theater

Vor 42 Jahren, als Elke Mischke in der Kantine anfing, war Achim Thorwald Intendant. Dass sie mit so vielen Theaterchefs gearbeitet hat, findet sie spannend. Neben Friedrich Schirmer, der nach seiner ersten Intendanz wieder an das Haus in der Strohstraße zurückkehrte, waren das Jürgen Flügge, Heidemarie Rohweder, Peter Dolder und Manuel Soubeyrand. Nun führt Marcus Grube das Haus, der zuvor eine Doppelspitze mit Schirmer gebildet hatte.

Die Kantine ist für die erfahrene Gastronomin „eine Anlaufstelle für alle“. Sie freut sich, wenn sie den Schauspielern oder den Technikern nach einer anstrengenden Vorstellung oder den Vorbereitungen für Gastspiele ein bisschen Entspannung schenken kann. Manchmal sei man auch „Seelentante“, erzählt sie lachend. Manchen tue es gut, einfach übers Wetter zu plaudern. Andere kommen auch mal mit einem Problem zu ihr. „Da ist es wichtig, dass man zuhören kann.“ Nach so vielen Jahren kennt sie die Künstler, Verwaltungsmitarbeiter und die bewährten Kräfte vom Technik-Team. „Da weiß man einfach, was jede oder jeder braucht.“

Regina Hemminger gestaltet in ihrem Geschäft eine Theaterecke. Foto: Roberto Bulgrin

Neben der Arbeit hinter den Kulissen ist es Elke Mischke wichtig, „dass die Besucherinnen und Besucher sich bei uns wohlfühlen.“ An den Theaterabenden gibt es an der Bar Getränke. Dass die Currywurst an den Premierenabenden so gut ankommt, freut sie sehr. Da arbeitet sie mit einer Esslinger Metzgerei zusammen. „Möglichst mit regionalen Produkten arbeiten“, das ist Mischke wichtig.

Die Nähe zu den Lieferanten hat für das Theater viele Vorteile

Die Nähe zu den Lieferanten habe aber auch ganz praktische Vorteile. Wenn eine Premierenfeier mal länger dauert und der Ansturm größer ist als erwartet, gehen schon mal die Getränke aus. Für solche Fälle hat Mischke einen guten Draht zu Regina Hemminger, die dann auch mal spontan nachliefert. Ihr Fachgeschäft ist nur wenige Gehminuten entfernt in der Heugasse. Die Stadträtin der FDP/Volt geht selbst leidenschaftlich gerne ins Theater. In ihrem Geschäft dekoriert sie den Ladentisch passend zur jeweiligen Inszenierung. Aktuell weist die Dekoration auf das Musical „Der geschenkte Gaul“ von Hildegard Knef hin, das ab dem 13. Dezember im Schauspielhaus zu sehen ist. Sie wolle den Esslingern „Lust machen, ins Theater zu gehen und die Inszenierungen selbst zu entdecken“, sagt Hemminger. Deshalb freut sie sich über die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Kantinenchefin.

Dekorationen bei Getränke Hemminger machen Lust auf Theater. Foto: Roberto Bulgrin

Wie wichtig das Catering und ein gemütliches Lokal gerade an einem Theater mit Gastpielbetrieb sind, hört Elke Mischke immer wieder vom Team. „Es ist einfach schön, wenn man positive Rückmeldungen bekommt.“ Neben dem Gastraum gibt es einen kleinen Innenhof. Die Kantinenchefin genießt es, wenn sie Wünsche der Mitarbeitenden erfüllen kann. Früher war das Theater-Café gegenüber dem Theater ein beliebter Treffpunkt für das Ensemble. „Da saßen die Schauspieler oft bis spät in die Nacht hinein.“ Und auch das Publikum habe es genossen, so die Spielerinnen und Spieler mal hautnah zu erleben.