Starke Gefühle und die Geschichte Irlands haben Kristin Maciver aus zum Schreiben motiviert. Die New-Adult-Romane der Wernauerin kommen beim Publikum gut an.
Mit einem tiefen, unvergesslichen Blick auf dem Hurling-Feld beginnt die ungewöhnliche Liebe des Sportlers Ruairi mit Lady Vivienne. Die traditionelle irische Sportart keltischen Ursprungs steht im Mittelpunkt des romantischen Romans der Wernauer Autorin Kristin Maciver. „Als ich in Irland studierte, hat mich ein Freund für das Spiel auf dem Eis begeistert.“ Seit 7000 Jahren hat der Wettstreit mit Ball und Schlägern auf der grünen Insel Tradition.
„Break The Rules“ (Verlag: Droemer Knaur, 16.99 Euro) ist der erste Teil des Zweiteilers „Limerick Love“. Eine Leseprobe für den zweiten Teil „Win Your Heart“ ist hinten im Buch zu finden; dieser Titel erscheint am 2. März 2026. Die 26-Jährige, die eigentlich Denise Hellmann heißt, hat sich mit der Karriere als Schriftstellerin einen Traum erfüllt. Nach dem Management-Studium in den Niederlanden und in Irland hat sie sich aufs Schreiben konzentriert. Mit Droemer Knaur hat sie es in jungen Jahren zu einem der renommierten Verlage geschafft. „Der Austausch mit dem Lektorat bringt mir viel“, sagt die junge Autorin. Die Chance, ihre Bücher mit den Literaturexperten des Verlags zu entwickeln, sei unschätzbar. Und sie bekomme Tipps, wie es klappt, sich auf dem umkämpften Markt zu behaupten.
Unverzichtbar ist für Maciver der Kontakt mit dem Publikum. Auf der Leipziger und auf der Frankfurter Buchmesse hat der Verlag Signierstunden für sie organisiert. Von der Atmosphäre der Bücherschauen war die Wernauerin fasziniert. Da lernte sie auch andere Autorinnen kennen. „Gerade für uns, die wir viel alleine am Schreibtisch sitzen, ist der Austausch wichtig.“ Seit Jahren knüpft die Social-Media-Expertin ein Netzwerk.
Sie hat sich für das Genre der New-Adult-Romane entschieden. In deren Mittelpunkt stehen junge Erwachsene von 18 bis 29 Jahren, die die Liebe oder sich selbst finden. Die Bücher richten sich an ein weibliches Publikum. Doch in eine Schublade stecken lassen will sich die Autorin nicht. Zwar seien junge Leserinnen eine wichtige Zielgruppe ihrer Bücher: „Bei einer Lesung waren fast nur Frauen über 50 Jahre im Publikum.“ Die fühlten sich ebenso angesprochen.
New Adult erweitert optisch wie auch inhaltlich den Literaturbegriff. Mit einer Playlist, die Titel von Taylor Swift und Adele ebenso enthält wie den Hit „I’m still standing“ von Elton John, gibt es Verweise zur Popmusik. In der Triggerwarnung ist der Kontakt zur Telefonseelsorge zu finden. Postkarten mit Visualisierungen der drei Hauptfiguren sollen die Identifikation erleichtern.
Mit Romantik und Emotionen das Publikum erreichen
Für Kristin Maciver ist der historische Bezug wichtig. In die Geschichte Irlands einzutauchen, das reizt sie seit dem Studium. Wie beschreibt sie ihren Ansatz? „Das Publikum lässt sich mit Romantik und mit Emotionen erreichen. Aber ich will auch starke Frauen zeigen.“ Dass sie sich für historische Figuren entschieden hat, macht das Recherchieren und Schreiben für sie umso spannender: „Aus der Geschichte lässt sich so viel für die Gegenwart lernen.“
Dabei räumt die Schriftstellerin mit dem Vorurteil auf, dass Liebesromane stets in heilen Welten spielen müssen. Die Welt, in der Ruairi und Lady Vivienne leben, ist hart. Als gälischer Ire lebt der junge Sportler mit bodenständigen Menschen, die ihre Tradition pflegen. Bei ihnen geht es hart zu. Prunk und Pomp des anglo-irischen Schlosses, in dem Vivienne aufwächst, sind ihm fremd. Die junge Adlige dagegen fühlt sich gefangen. Sie will leben. Deshalb verkleidet sie sich als Junge und schleicht sich heimlich zu den Hurling-Spielen der gälisch-irischen Kämpfer. Trotz aller Rückschläge kämpft sie für ihren Traum und behauptet sich als Sportlerin.
Das Motiv des Geschlechtertauschs hat die Autorin inspiriert
Beim Motiv des Geschlechtertauschs hat sich Maciver von William Shakespeares Dramen inspirieren lassen. Da habe sie John Maddens Film „Shakespeare in Love“ im Hinterkopf gehabt, sagt sie lachend. Klug und mit Gespür fürs Detail beschreibt sie in dem Roman die wirre Gedankenwelt der Vivienne. Die junge Adlige hat keine Angst vor den rauen Iren, die ihr Vater als Feinde begreift. Brücken in eine andere Kultur zu bauen, das macht Vivienne zur selbstbewussten, liebenden Frau.
„Aber ich will auch die dunkle, harte und bittere Seite zeigen“, sagt die Autorin. Der Vater zwingt ihre Hauptfigur, den machtbesessenen und kalten Sir Liam zu heiraten. Als Ordnungshüter führt er auf dem Schloss ein hartes Regiment. Und als ihm seine Verlobte zu entgleiten scheint, entfesselt er seine brutale Seite. In der Hochzeitsnacht eskaliert die Gewalt. Da erinnert sich die Autorin an manche Diskussion, ob Szenen wie diese nicht zu brutal seien. Das sieht sie anders: „Auch diese dunklen Aspekte muss man ansprechen.“